ludus luminosus

Solid-State-Kopfhörerverstärker AUDICULA-HL


© Reinhard Brunsch

Richard Wagner in einem Brief von 1867 an Hans von Bülow:
"Am lautesten stoßen diejenigen Musikkritiker ins Horn,
die vom Tuten und Blasen keinerlei Ahnung haben !"

Halbleiter KHVerstärkermodul

AUDICULA-HL mit AKG K701 - Der AKG 701 stammt noch aus einer Zeit, als der aktuell so erfolgreiche "Edel"-Lifestyle-Kopfhörer mit Materialien edelster Provenienz, edlen Aufbewahrungskisten und Kopfhörerständer, den dazu passenden gigantischen "Edelpreisen" und einem angeblichen "Edelklang" - selbstverständlich auf "Weltklasseniveau" - (ein Prädikat, mit dem ich rein garnichts anfangen kann...), von den mit großem Raffinement arbeitenden Marketingabteilungen noch nicht erfunden war. "Never change a running system" ist auch im hochwertigen Kopfhörersegment ein guter Rat - seit über 10 Jahren ist dieser Kopfhörer bei mir "im Dienst", Ablösung zur Zeit nicht in Sichtweite, eventuell könnte ihn der neue Adam-Audio Studio Pro SP-5 - mit seiner 70-Ohm Impedanz durchaus Audicula II-OTL kompatibel - irgendwann einmal ablösen, falls dieser geschlossene KH auch in einer offenen Version auf den Markt kommt...

Es ist selbstredend völlig klar, daß die Meinungen im Bereich der Kopfhörer häufig sehr weit auseinander liegen, es ist aber auch ganz klar und man muss es deutlich sagen, daß die Beurteilung und der Vergleich sowohl von Kopfhörern als auch von kompletten elektroakustischen Reproduktionsanlagen in erster Linie - abgesehen von Promotion-Sprechblasen wie "WOW" - ein subjektives GESCHMACKSURTEIL, d.h. die Schilderung und Bewertung einer individuellen Wahrnehmung, darstellt, das Phänomen MUSIK entsteht nunmal höchst individuell im Kopf eines Menschen - dabei geht es im Wesentlichen um den extrem störanfälligen und von zahlreichen Faktoren beeinflussten komplexen Vorgang eines mentalen Abgleichs von wahrgenommen klanglichen Eindrücken und ihren Veränderungen mit den vorhandenen Hörgewohnheiten und Hörerwartungen sowie deren Zuordnung in die Kategorien "klangliche Verbesserung" bzw. "Euphonie" oder "klangliche Verschlechterung" bzw. "Kakophonie"...
Die darüber hinausgehende sachlich begründete Tragfähigkeit einer Bewertung ist dem Ausmaß der vorhandenen - oder auch nicht vorhandenen - Urteilskraft direkt proportional, die untrennbar mit fachlicher und besonders musikalischer (!) Kompetenz des urteilenden Individuums zusammenhängt, was letztlich an das Vorhandensein von Talent zusammen mit umfangreichen und differenzierten Hörerfahrungen besonders im Zusammenhang mit klanglich komplexer Musik geknüpft ist, einfach gestrickte Rock- und Popmusik ist da denkbar ungeeignet...
Zur Beurteilung des "Klanges" einer Reproduktionsanlage und seiner Nähe oder Ferne zum klanglichen Original ist qualifiziertes und fortlaufend an akustisch fordernden, REALEN (!) Hörbeispielen trainiertes Hörvermögen eine "conditio-sine-qua-non"...
Gerade bei einer elektroakustischen Reproduktion von Musik aus der klanglich besonders anspruchsvollen "Königsdisziplin" KLASSIK gibt es vielfach - musikhistorisch und stilistisch bedingt - keinesfalls eine oft beschworene, subjektiv unterschiedlich goutierte klangliche Beliebigkeit, "geschmackliche" Präferenzen oder Aversionen nach dem Motto "das gefällt mir" bzw. "das gefällt mir nicht" sind legitim, aber häufig substanziell schlichtweg unangemessen oder musikalisch einfach falsch, die klanglich vertretbaren Grenzen sind im Gegensatz zu anderen Musikgattungen nicht selten sehr eng gezogen.
Für eine wertende Einordnung sind somit nicht nur gut funktionierende "Schallempfänger" notwendig, sondern in erster Linie ein umfangreiches und solides musikalisches Hintergrundwissen, das die empfangenen Höreindrücke auch angemessen "decodieren" kann. Die fast immer sehr sorgfältig und präzise Ton für Ton von außergewöhnlich spezialisierten musikalischen Talenten komponierte "Klassische Musik" ist eben nicht nur ein emotionales Produkt, sondern gleichzeitig auch ein kompliziertes, und oft genug auch hochkompliziertes intellektuelles Konstrukt, jeder selbsternannte HiFi - Juror sollte insofern schon wissen worauf er sich einlässt und wovon er spricht bzw. schreibt. Der Kopfhörer ist lediglich Teil eines elektroakustischen MEDIUMs, das die Aufgabe hat, Informationen zu transportieren, die vorwiegend aus MUSIK bestehen. Die Antwort auf die Frage, ob eine Kopfhörerreproduktion den klanglich-stilistischen Anforderungen der wiederzugebenden Musik angemessen gewachsen ist, das ist dabei das Thema einer sachkundigen Bewertung, d.h. die tragfähige (!) Bewertung der Kopfhörer-Reproduktion einer Bachschen Fuge aus dem Wohltemperierten Klavier ist ohne hinreichendes Wissen zum Thema "FUGE" wenig überzeugend, gleiches gilt für ein großes Regersches Orgelwerk, auch das ist ohne eine einigermaßen zuverlässige Kenntnis der transportierten und gehörten Musik und des verwendeten Instruments - schlichtweg nicht möglich, die in Kopfhörerrezensionen üblicherweise verwendete "blumige" Begrifflichkeit greift hier nicht und läuft quasi ins Leere, das ist bei der fundierten Bewertung eines hochwertigen akustischen Musikinstruments, der Qualität einer Klavierstimmung, einer Orgelintonation oder der Interpretation einer klassischen Klaviersonate nicht anders, ohne musikalisches Talent, langjährig trainierte, weitreichende, angemessene Hörerfahrung mit dem Genre "Klassik" (!) und ohne das passende Know-How geht da rein garnix, das Nichtvorhandensein einer genauen Vorstellung des akustischen Sollzustandes einer Reproduktion führt schnurstracks in die Richtung "stochern im Nebel"...

Meine seit mehreren Jahren sehr selbstbewußt und auch sehr deutlich artikulierte Parteinahme - ich bin da auch nicht der einzige - gerade für diesen vergleichsweise wahrhaftigen und dazu noch extrem preisgünstigen Understatement-Pur-Monitor-Kopfhörer wird im mythengläubigen "Goldohr"- Hermetismo der Edel-Kopfhörer-HiEnd-Kreise auffällig häufig sehr mißtrauisch beäugt oder auch ignoriert - nicht in seriösen Studiokreisen, dort hat sich der AKG seit vielen Jahren bei zahllosen Tonschaffenden aus guten und nachvollziehbaren Gründen einen festen Platz erobert, und das keineswegs aufgrund seines tiefstapelnden Preises in einer Zeit, in der ein Kopfhörer mit einer Preisforderung von knapp 1000€ bereits als besonders günstig (!) eingestuft wird und der Preiskategorie von 3000€ mancher Kopfhörersysteme das Prädikat "Hammerpreis" zugeordnet wird...
Zudem besitzt der AKG lupenreine elektrodynamische Treibersysteme, deren Wirkungsprinzip häufig und völlig unbegründet kleingeredet und dem isodynamischen ("Magnetostat", Orthodynamiker) und dem elektrostatischen Antrieb "unterlegen" sein soll, was völliger Unsinn ist.

Trotzdem hier die Kurzfassung meiner ganz persönlichen Ansicht, wobei mein (!) Anforderungsprofil ziemlich einfach scheint: mein Kopfhörer hat meine präferierte MUSIK (die ist stets ohne Bühnenelektronik...) optimal, d.h. für mich "glaubwürdig", abzuliefern und sich selbst dabei quasi "überflüssig" zu machen, d.h. ohne dabei die Aufmerksamkeit auf sich selbst zu lenken - die allseits bekannten HiFi-Einzelkriterien wie Transienten, Schnelligkeit, Höhen, Mitten, Bässe etc. sind bei diesem Vorgang lediglich in ihrer akustischen Gesamtschau von Bedeutung.

Die gesamte Konzeption des K701 bzw. die gesamte K7xx-Serie orientiert sich an dem aus meiner Sicht sehr sympathischen Motto "reduce to the maximum performance" und erfreulicherweise eben nicht an der Parole "inflate to the maximum profit" zahlreicher aktueller Modelle aus dem preislich völlig aus den Fugen geratenen, "irrlichternden" Premiumsegment - genau aus diesem Grund ist er für mich der eigentliche "Star" der Kopfhörerszene, ohne die heute üblichen "Lifestyle-Starallüren", und das schon fast unverändert seit seinem Erscheinen 2005...
Der AKG-Kopfhörer ist sicher optisch (!) nicht ganz so sexy wie diverse aktuelle Mitstreiter der Ersten Liga, er ist kein "Entertainer" und somit auch kein "Spaßkopfhörer", der den klanglichen "Unterhaltungswert" einer Aufnahme steigern kann - was keineswegs heißt, daß Musikhören mit viel Vergnügen nicht zu seinem Leistungsprofil gehört, ganz im Gegenteil - klanglich ist der K701/702 mit einer neutralen und ausgewogenen Referenzleistung ausgestattet, er ist kein Vertreter des im HiFi-Segment verbreiteten "Nonsense-Designs" und einer grenzenlosen Materialschlacht, hat kein überzogenes "make-up", vermittelt keineswegs eine vielfach gewünschte "Lifestyle-Attitüde", ist technisch gerade genauso komplex, wie er sein muss, nicht mehr und nicht weniger...
Ob das für die aktuell produzierten Exemplare (made in China...) noch gilt entzieht sich meiner Kenntnis, aber der ungewöhnlich langzeitstabile, seit 2005 produzierte AKG-Kopfhörer (das gilt auch für die Serienmitglieder K7xx) ist für mich unbestreitbar ein meisterhaft und sehr behutsam ausbalanciertes akustisches Werkzeug, konzipiert mit einer sehr hohen Dosis musikalischem Gespür, wie sich das eben für den (ehemaligen...) Entwicklungs- und Produktionsstandort Wien mit seiner grandiosen musikalischen Tradition (Mozart/Beethoven/Schubert/Mahler/Strauss/Bruckner/Berg/Brahms/Schönberg/Wolf etc.) gehört, komplett ohne das weitverbreitete, unsägliche "Flagship-Marketinggedöns" der mittlerweile zahllosen kleinen Kopfhörer-"Bastelbuden" und den angeblichen qualitativen klanglichen "Quantensprüngen", die sich entgegen den gigantischen Preissprüngen in quantenmechanischen Dimensionen (d.h. im Bereich einiger picometer...) bewegen, zudem ist er ein ausgesprochener Spezialist für das akustisch äußerst diffizile und klanglich enorm fordernde 1000-jährige Panorama des Klassikgenres vom Mittelalter bis hin zur Neuen Musik, eine hochdifferenzierte Paradedisziplin, nahezu ohne jegliche elektronische Klangerzeugung und Verstärkung, bei der im Gegensatz zu nahezu allen anderen Musiksparten ein möglichst linealgerader Frequenzgang und das Potential zu einer filigranen Transparenz und damit zu einer differenzierten Bewältigung subtilster mikrodynamischer Akustikprozesse bis hin zu dynamischen Extrembereichen notwendige Bedingung für eine angemessene Reproduktion ist.
Bei exzellenten, sachkundig produzierten Aufnahmen mit akustisch ganz besonders anspruchsvollem Quellmaterial wie Klaviermusik oder etwa französischer Orgelmusik der Spätromantik bzw. des frühen 20. Jahrhunderts - möglichst auf den unvergleichlichen Originalinstrumenten eines Aristide Cavaillé-Coll - wie Dupré/Widor/Franck/Vierne/Duruflé/Alain, dem kammermusikalischen Streichquartett - bei dem sich besonders in homophonen Akkordsatzgliedern die lineare Wiedergabegüte des Kopfhörers manifestiert - oder auch zeitgenössischer a-cappella Chormusik wächst das opulente, aber niemals aufdringliche akustische Leistungsvermögen des Kopfhörers geradezu über sich hinaus. Eine maßstabsetzende CD-Aufnahme möchte ich in diesem Zusammenhang nennen, es ist die 2018 erschienene Neuaufnahme der sechs Partiten BWV 825-830 von J.S.Bach mit der auf diesen Komponisten spezialisierten kanadischen Pianistin Angela Hewitt am italienischen Fazioli-Flügel, dessen typischer klanglicher Fingerabdruck von vielen Kopfhörern der "Premium-Liga" in eine zwar von Glenn Gould bevorzugte, hier jedoch unangemessene "Steinway&Sons"-Ecke gestellt wird - auch Sir András Schiff, ein weiterer prominenter Bach-Exeget, spielt diesen Komponisten bevorzugt auf einem Instrument jenseits des dominierenden "Platzhirschen" STEINWAY, dem klanglich weniger brillianten und weniger diskantstarken Bösendorfer (gehört seit 2007 zu YAMAHA) mit seiner weit in die musikgeschichtliche Vergangenheit zurückreichenden Wiener Klavierbautradition.

Nein, dem üppigen Steinwayklang huldigen die Instrumente aus dem oberitalienischen Salice nicht, und bei dem komplexen Stimmengeflecht der Bachschen Partiten ist das orchestrale Timbre dieses Instruments auch nicht unbedingt passend. Bach kannte zwar frühe Exemplare des Hammerklaviers aus der Werkstatt von Gottfried Silbermann, als konservativer Traditionalist hielt er von den neuen Instrumenten aber nicht allzu viel. Die noch junge, erst 1981 gegründete italienische Klaviermanufaktur baut ausschließlich Flügel für den professionellen Markt, die für Novitäten und Superlative stehen: mit einer Länge von 308cm hat z.B. der klangstarke Konzertflügel ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt der Premium-Instrumente, zudem ist er mit einem vierten Pedal zu haben, das in seiner Funktionsweise dem linken Pianopedal eines Klaviers ähnelt. Im Gegensatz zur Verschiebung des kompletten Spielwerks beim regulären Flügel-Pianopedal mit seiner Änderung von Klangvolumen und Klangfarbe wird mit dem vierten Flügelpedal die Anschlagsdistanz der Hämmer zu den Saiten verkürzt, wobei sich Spielbarkeit und produzierbares Klangvolumen subtil bei gleichbleibendem Timbre verändert...
Das von Fazioli entwickelte Klangideal der italienischen Flügel geht eher in die schlankere, lyrisch-warme Richtung und unterstützt optimal die von der Pianistin intendierte transparente Ausleuchtung der vorwiegend linear-kontrapunktischen Satzstrukturen...

Als Gegenleistung für ihr akustisches Hochleistungspotential fordern die beiden DKK45-Treiberkapseln jedoch in jeder Hinsicht aufnahmetechnisch hervorragendes Quellmaterial - das gibt es durchaus auch ohne akustische "Nachwürze", verlangt jedoch entsprechende Recherchearbeit, eine 45 CD-Box (Schumann Edition) des Billig-Labels "Brilliant Classics" zum "Kampfpreis" von 60€ ist da in jeder Hinsicht denkbar ungeeignet. Eine ehrliche (!), gut gemachte und wegen des eher geringen Wirkungsgrades der Schallwandler relativ leistungsstarke Antriebsquelle ist ebenfalls unumgänglich - keinesfalls ein aufgemotztes Mobil-HiEnd-Püppchen der aktuellen Kopfhörerszene...

Obendrein ist die K701/702-Serie ein ausgezeichnetes, stabiles und leicht reparierfähiges "working-horse" mit herausragenden Monitoreigenschaften - besonders geeignet für seriöse Studioarbeit und natürlich für konsequent linear geeichte Hörgewohnheiten - mit geringem Gewicht und insgesamt vorbildlichem Langzeit-Tragekomfort (geringer Anpressdruck und sehr bequeme, leicht zu wechselnde Earpads...) sowie einer "unmodernen" OTL-tauglichen Impedanz - eher nicht geeignet für mobilen Smartphonebetrieb, passionierte HiFi-Review-Leser und Killerbassfreaks, für massiven Elektronikeinsatz auf der Aufnahmeseite (Rockmusik...), für Liebhaber von Bassbombern, Fans von verbogenen Frequenzkurven, von aufpolierten Mittenbereichen und anmutigen Höhen - nein, das alles ist nicht sein Ding und das ist auch gut so.

Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern des KH-Marktes hat die K701/702-Serie kein Frequenzsegment auf ihrer Prioritätenliste, was die Grundlage der bekannt linearen Wiedergabegüte ausmacht. Unangemessene akustische "Tricksereien" werden damit genauso unbarmherzig enttarnt wie durchschlagende Instrumentationseffekte in der Orchesterliteratur - völlig unabhängig von ihrem Frequenzbereich - mit einer am realen Original orientierten, angemessenen Autorität reproduziert: ein kräftiger Triangel-Akzent als strahlend-brilliantes Glanzlicht im oberen Grenzbereich des Diskants, der auch im orchestralen Tutti deutlich vernehmbar ist, ein schneidender fortissimo Trompeteneinsatz im hohen Trompetenregister, eine schrille, hochvirtuose Tongirlande im viergestrichenen Oktavbezirk einer Piccoloflöte, aber auch ein überaus wuchtiger, abgrundtiefer und grundtöniger (ca.50Hz) fff-Schlag auf das Fell der Gran Cassa müssen in der elektroakustischen Wiedergabe das bleiben, wofür sie der Komponist einstmals absichtsvoll in seiner Partitur eingesetzt und wofür der Dirigent, der zuständige Tonmeister des Aufnahmeteams und eine elektroakustische Reproduktion, die den Namen verdient, zu sorgen hat: kein "WischiWaschi", sondern prägnant, messerscharf und durchdringend - etwas, was aktuell viele sehr teure Kopfhörer, insbesondere diejenigen mit einem isodynamischen Antriebsprinzip nicht mehr leisten wollen und dies auch nicht können - aufgrund veränderter/manipulierter Hör- und Kaufpräferenzen, zusammen mit einer damit parallel laufenden enthusiastischen Goldgräberstimmung, hat der Kopfhörermarkt mit einer vom Mainstream goutierten, bevorzugten Treiberabstimmung entsprechend reagiert - d.h. präzis linear abgestimmte, klanglich erstklassige Kopfhörermonitore, die diese Bezeichnung auch verdienen, sind leider selten geworden, da ist es einfach notwendig, sich bei den altbewährten "Oldies but goodies" zu bedienen...und: es gibt viele, deren Wahrnehmung der von mir angesprochenen Qualitäten des K701 nicht mit meiner Wahrnehmung übereinstimmt - so what ??? Anscheinend ist die natürliche Konstruktion meiner Ohrmuschel für diesen Kopfhörer besonders prädestiniert - die inneren Dimensionen einer Ohrmuschel bewegen sich im Bereich der Wellenlängen der vom Treiber emittierten mittleren Frequenzen, wobei sich direkte (Membranschwingungen Treibersysteme) und indirekte (Ohrmuschelreflexionen) Schallanteile überlagern - dadurch ändern sich die Amplituden der wahrgenommenen Wellenfelder, was bei verschiedenen Individuen zu unterschiedlichen Eindrücken des Gehörten führt.
Leider gibt es nach meinen Erfahrungen jedoch auch eine ganze Menge unbegründete Vorurteile gerade im Zusammenhang mit diesen AKG-Kopfhörern...

Trotz alledem ein CD-Tipp für den Kopfhörerfan, der sich noch mit diesem digitalen "Dinosaurier-Speicher" beschäftigt: die neue, wenig Mainstream-taugliche Aufnahme der Hochschule für Musik Detmold mit der Hochschul-Big Band - eine Produktion von Studierenden des Erich-Thienhaus-Instituts, speziell für Kopfhörer gemischt unter Einbindung des Wellenfeldsynthese-Verfahrens ...

Halbleiter KHVerstärkermodul

Der AKG K701 wurde von mir aus funktionellen (!!) Gründen auf 4-Pol Mini-XLR-Steckkontakt zum schnellen Kabelwechsel umgerüstet. Aufgrund des hochkarätigen elektro-akustischen Leistungspotentials meiner kompletten Kopfhörer-Reproduktionskette, die mit hochwertigen, seriösen Lautsprecheranlagen erster Güteklasse und allerhöchster Preiskategorien mitsamt allen davor liegenden Komponenten ganz entspannt mithalten kann, erhält man durch die gnadenlos-lupenreine Auflösung des NF-Signals einen geradezu perfekt funktionierenden "Voodoo-Detektor", ein Prädikat, das eine ganze Reihe von aktuellen Kopfhörern aus dem extremen Hochpreissegment aufgrund ihrer "gefälligen" Klangsignatur nicht verdienen - selbstverständlich ist eine hochdiffernzierte Hörbarkeit ohne Ausnahme nur mit hochgerüsteten und sorgfältig entstörten Reproduktionsanlagen allerhöchster Preiskategorien möglich, so verständlicherweise die übliche, kommerziell naheliegende Argumentation der HiFi-Händler mit ihren von Eigeninteressen gesteuerten Hörfähigkeiten...
Bei mir funktioniert das alles "straight", ohne Vib-eaters, Ripple-eaters, HF-eaters, ohne irgendwelchen HiFi-Humbug und Zauber-Schnickschnack und natürlich auch ohne "extreme" Signalverkabelung und ohne eine 1000€ teure HiEnd Netzzuleitung des Verstärker-Netzteils mit "audiophilen" Aderendhülsen (!) im Netzstecker, ohne Grounding-Boxen, ohne die bekannten "Heilsteine" und Wunderdrogen der Borsilikate - auch Turmalin-Minerale oder im Mittelalter (Hildegard von Bingen...) "Karfunkelstein" für rotes Turmalin - und ihre vielfach behaupteten "audiophilen Fähigkeiten" im Zusammenhang mit einer wundersamen "HF-Entstörung" bzw. "HF-Absorption", ähnlich der berüchtigten "physikalischen Wasserenthärtung", die gerne als "Kalk-Killer" propagiert wird, bei genauerem Hinschauen aber eher zum "Blindgänger" mutiert - meines Wissens werden Turmaline von selbsternannten "Medizinmännern" vorwiegend zur "Narben-Entstörung" verwendet...
Abgesehen davon, daß "Turmalin" ein unüberschaubares und extrem weites Feld ist, in dem sich zwar kaum die HiFi-Industrie, dafür umso mehr kommerziell sehr erfolgreich HiFi-Händler, Druiden, Schamanen und Medizinmänner tummeln, die vorwiegend wegen optimaler Profitgenerierung auch bei maximal sachlich fundierter argumentativer Munitionierung nicht von ihren Ansichten lassen möchten - was mich an die überzeugungsresistenten Anhänger von Behauptungen wie "Die Erde ist eine Scheibe" oder auch "Die Erde ist innen hohl" erinnert...immerhin wird den Turmalinmineralen eine ausgesprochen "belebende" psychische Wirkung nachgesagt, was eben doch einige Aussagen erklären könnte...

Neben zahllosen buntgefärbten Esoterik-Turmalinschauplätzen gibt es auch noch die "Meisterschale" des DFB (16 Turmaline...), turmalinbeschichtete Düsengitter bei teuren Fönmodellen (der vorbeistreichende "turmalingeschwängerte", angeblich mit "negativen Ionen" aufgeladene Luftstrom soll nicht nur die elektrostatische Aufladung der Haare verhindern, die Wirkung erstreckt sich laut Werbung sogar bis zum wundersamen Stopp des verbreiteten Haarausfalls - beides kann sowohl ich als auch übliche Testinstitute leider nicht bestätigen...), weiterhin diverse "Turmalin-Zimmer" , Volkslieder ("Ein Jäger längs dem Weiher ging...", eigentlich eine Kontrafaktur einer Sagenballade...) oder auch die rätselhafte Erzählung "Turmalin" von Adalbert Stifter - kurzum: extrem wirkungsmächtige Suggestivkräfte und psychogene Faktoren ohne Ende, die ganz sicher das unermüdlich rotierende "audiophile Hamsterrad", das den physikalischen Durchbruch zum perpetuum mobile längst geschafft hat, weiterhin munter befeuern werden...
Der reziproke pyroelektrische Effekt in diesem Zusammenhang ist zwar physikalisch unbestreitbar, jedoch sind hörbare Auswirkungen schlichtweg Nonsense, die thermodynamischen Grundlagen sind völlig ungeklärt und werden sehr widersprüchlich diskutiert, siehe oben...für den, der da angeblich - d.h. er gibt an, "etwas" zu hören - "etwas hört" hätte ich lediglich ein leichtes, kaum wahrnehmbares Kopfnicken, ein "OKAY" oder auch ein "NAJA" als Kommentar...
Weiterhin gibt es bei mir auch keine sagenumwobene Ummantelung des Netzkabels mit indischer Corchorus-Faser (da hat Baumwolle das Nachsehen...), die im Himalaya in mindestens 5000 Meter Höhe - d.h. mit weniger als der Hälfte des regulären Sauerstoffpartialdrucks - von tibetanischen Mönchen mit jeweils EINER Bambushäkelnadel in der Vollmondnacht des buddhistischen Vesakh-Festes gehäkelt wurde...Entscheidend ist dabei die Maschentechnik "gehäkelt", nicht gestrickt und vor allen Dingen nicht gewebt, die beim "häkeln" enstehende solide und feste Maschenstruktur beseitigt das letzte zehntel-Prozent "Auflösungsdefizit" der "Reproduktionskette"...da staunen selbst sowohl die hartgesottenten "Goldohren" als auch die schreibende Zunft der HiFi-Influenzer...

Mit dem wirkungsmächtigen "reduce to the maximum performance-Prinzip" des realisierten Verstärkerkonzepts lässt sich auf einfache Weise der typische Voodoo-Charakter von 'Kabelklang' oder auch symmetrischem Kopfhörerantrieb demonstrieren, soweit ich weiß gibt es ja durchaus Hi-End Experten, die verschiedenen HiFi-Drähten ähnliche Klang-Charakteristiken unterstellen oder attestieren (und angeblich auch hören...) wie den verschiedenen Violinen aus dem Hause Stradivari...bei einer derart olympiareifen sportlichen "Hörübung" wäre ich doch gerne mal dabei...
Besonders "HiFi-Kabel"-Verkäufer hören das nicht sonderlich gerne, aber im Bereich der Audiofrequenzen sind die mit Verbindungskabeln aus Gründen des Marketings häufig behaupteten physikalischen Wirkungszusammenhänge der leitenden Kupfer/Silber/etc.-Materialen völlig irrelevant, es ist komplett egal ob Reinheit 2N, 4N, 6N (auch ∞N...) oder OFC, CCA, SPOFC etc., sorgfältiger Qualitätsstandard vorausgesetzt - die in diesem Zusammenhang wirksamen Einflußgrößenordnungen sind für NF komplett vernachlässigbar, man sollte einfach mal gut hinhören, falls man dazu in der Lage ist, und: die gesamte interne Geräte-Elektronik sämtlicher HiFi-Gerätschaften ist auch "nur" mit Standard-Leiterbahnen aus Kupfer und schlichten Einfachkabeln bzw. Litzen miteinander verbunden.
Das Ganze betrifft selbstverständlich auch die übliche Stromverkabelung VOR dem Zählerschaltschrank einer Hausinstallation mit NYM-J 3x1,5mm Mantelleitung sowie die interne Verdrahtung der beiden Treiberkapseln von Kopfhörern: bei diesen handelt es sich fast immer um extrem dünne Standard-Kupferlitzen mit PVC-Isolierung der Preiskategorie 5 Eurocent pro Meter, wer glaubt, mit einer optisch attraktiven, "saftigen" und teuren Zauber-Zuleitung mit hohem Gold- oder Silber-Anteil im 1000-2000€ Preissegment direkt die Treiberspulen zu erreichen, ist völlig auf dem Holzweg, das ist nichts anderes als die hohe Schule lupenreiner Marketing-"Verarsche" - zur angeblichen "Beweisführung" helfen da auch keine seitenlangen Berechnungen, handfeste Gründe für den Markterfolg und die verbreitete Kauflust derartig teurer "HiFi-Kabel" liefern junge Wissenschaftszweige wie Neuroökonomie und Neuromarketing (hier...)...

Nicht mehr ernstzunehmende, von lächerlich bis geradezu abenteuerlich reichende Statements mit HiFi-typischer Adjektiv-Idiomatik in dieser Richtung (z.B."immersives" Hörerlebnis, oder noch besser "aufgeräumtes" Klangbild - man stelle sich einen Orchesterdirigenten vor, der seine Orchestermusiker zu einer "aufgeräumteren" Klanggebung auffordern würde, er könnte ganz sicher augenblicklich seinen anspruchsvollen Job an den Nagel hängen...), die bei zahllosen aktiven Berufsmusikern zwangsläufig nur noch kollektives Haarsträuben, Kopfschütteln, besorgtes Stirnrunzeln, oder auch mitleidvolles Lächeln auslösen, sind keine objektiven Tatsachen, sondern subjektive Empfindungen, häufig abgegeben von Personen, die aufgrund ihrer intensiven und einseitigen HiFi-Hörsport-Aktivitäten kaum in der Lage sind, z.B. ein real existierendes weit mensuriertes Flügelhorn in B von einer eng mensurierten Trompete in B klanglich eindeutig zu unterscheiden.
Zwar gibt es einen "Eigenanteil" des Sensors "OHR" an der akustischen Wahrnehmung, der Gesamtanteil des anatomisch komplizierten Außen- oder Innenohrs sowohl mit Frequenzgangänderungen als auch mit DPOAE (distorsiv produzierte otokaustische Emissionen der Cochlea, auch nichtlineare "Ohrverzerrungen"...) an den höchst individuellen Hörempfindungen ist insgesamt relativ gering, die dafür vorhandene "Hörintelligenz" sitzt nunmal nicht im Außen-, Mittel- oder Innenohr sondern ausschließlich zwischen den beiden Ohren - das Ohr als "Biomikrofon" sorgt lediglich für die Umwandlung der mechanischen Schallimpulse in elektrische Signale, die im auditiven Cortex zusammen mit den (eventuell...) gespeicherten Hörerfahrungen und mit einer gigantischen "Rechenleistung" zu komplexen Informationen, Emotionen und Einstellungen aufbereitet werden...

Wie so oft sind die Dinge eigentlich ganz einfach: jeder Sprinter, der permanent behauptet die 100 Meter Sprintstrecke in 10,0 Sekunden zu laufen, hat irgendwann - und zwar ohne wenn und aber - einen objektiven Nachweis dafür zu liefern, andernfalls gibt es nicht den geringsten Grund, ihn ernst zu nehmen, geschweige ihn in dieser Angelegenheit zu respektieren - wer mit großem Selbstbewußtsein ausgiebig den "audiophilen Hörsport" betreibt und dabei ständig und nachdrücklich die Behauptung aufstellt, die "klanglichen" Unterschiede zwischen unterschiedlichen "Kabelsorten" an seiner (!) HiFi-Anlage eindeutig (!) und jederzeit (!) differenziert hören zu können, sollte sich konsequenterweise auch zur Überprüfung des hypothetischen "Leistungsniveaus" seiner "genialen", selbstgefälligen "Goldohren" einem sorgfältig geplanten, ausführlichen und belastbaren Blindtest stellen, damit man ihm seine Behauptungen auch abnimmt - und zwar das gesamte Procedere ebenfalls ohne wenn und aber ... eigentlich eine Selbstverständlichkeit, in vielen Bereichen haben sich längst verblindete sensorische Testverfahren etabliert, im Bereich der HiFi-Elektroakustik möchte sich jedoch kaum jemand diesem Verfahren unterziehen - passende Argumente wie die Mär von der Unmöglichkeit vom Erkennen von feinsten akustischen Unterschieden durch den angeblichen öffentlichen "Ergebnisdruck" gibt es haufenweise, von angeblichen "Blindtestexperten" in den einschlägigen Internet-Foren in die Welt gesetzt.
Jeder gute Berufsmusiker bzw. jede gute Berufsmusikerin steht bei jeder öffentlichen Aufführung immer unter permanentem erheblichen Ergebnisdruck und liefert trotzdem eine hochdifferenzierte, extrem fordernde feingeistige und feinmotorische Leistung ab, da ist die "Leistung" eines puren Hörens auf klangliche Unterschiede unter Ergebnisdruck geradezu ein lächerlicher "Witz"...so what ??? Mit diesem Scheinargument kann jeder "Hörende" (???) immer optimal kneifen, das Risiko, als wortgewandter "Klang-Guru" in der akustischen Realität bzw. auf der bekannten "Schnauze" zu landen ist einfach zu groß und es wäre mehr als fatal, wenn sich der stolze und zumindest in HiFi-HiEnd-Kreisen außerordentlich begehrte, Image und Prestige sichernde "Goldohrstatus" flugs in einen eher wenig beliebten, einfältigen "Holzohrstatus" verwandeln würde - mit der mühsam erworbenen "HiFi-Autorität" wäre es dann vorbei...


"hast du schon die neue Sicherung von (...) gehört ? Ultrafein abgestufte Dynamiknuancen..."
"mein Kopfhörer liefert unglaublich tolle Transienten..."

...er ließ die andern reden und glaubte nicht...(Rainer Maria Rilke, 1907...)

"Spiel mir das Lied vom Ton", den Artikel aus der ZEIT, gibt es hier...


"MUSIC FIRST..."

Es muss überhaupt nicht ein Konzert im neuen ambitionierten Moskauer Konzertsaal Sarjadje oder im mit 800.000.000€ Baukosten sündhaft teuren (das entspricht dem Kaufpreis von zwei neuen, gigantischen Airbus A-380...) und skandalträchtigen, angeblichen "HiEnd-Weltklassemusiktempel" Elbphilharmonie sein, der trotz eines enormen raumakustischen Planungsaufwands aus der Feder des renommierten japanischen Star-Akustikers Jasuhisa Toyota besonders für großbesetzte spätromantische Orchestermusik mit Solostimmen mittlerweile von so manchen Expertisen aus dem Munde hochkarätiger Musiker (gerade diese sollten besonders "gehört" werden, diese haben ein sensorisches Alleinstellungsmerkmal indem sie das extrem differenzierte Zuhören (!) jahrzehntelang systematisch gelernt und tagtäglich ausgiebig trainiert haben...) als ziemlich problematisch angesehen wird (u.a. auch click hier...) - für mich entspricht jedoch schon immer das Hören und emotionale Erleben einer geistreich komponierten und interessant interpretierten Musik in einer dafür angemessenen Konzertatmosphäre und in einem akustisch gut ausbalancierten Raum dem eigentlichen Wesen dieser verführerischsten aller Künste, wenn alles dabei zusammenpasst ist es wie "knocking on heaven's door" - allemal ungleich spannender als ihre noch so raffiniert und aufwändig konzipierte elektroakustische Reproduktion, bei der meine Prioritäten ebenfalls ausschließlich der MUSIK gehören: einem Interpretationsvergleich unterschiedlicher Auffassungen einer Beethovenschen Klaviersonate nachzuspüren und die dafür verantwortlichen Motive zu ergründen ist für mich allemal spannender und interessanter als "Hör-Leistungssport" zu treiben und stundenlang irgendwelchen knochentrockenen und für mich doch ziemlich "lächerlich-albernen" und vor allem zeitraubenden klanglichen Unterschieden irgendwelcher heftig "getunter" HiFi-Hardware angestrengt zu lauschen oder diese gar ausführlich und permanent zu "testen", was aus meiner Sicht mit "Audiophilie" rein garnichts zu tun hat, ganz im Gegenteil, das ist aus meiner Sicht nichts anderes als purer Gerätefetischismus...
Paavo Järvis neue Sicht auf die Interpretation der Beethoven-Sinfonien mit der Deutschen Kammerphilharmonie sind für mich in jeder Hinsicht weitaus amüsantere und wirkungsvollere Kandidaten "really to get my socks knocked off" als JEDE noch so perfekt reproduzierende Audio-Anlage, völlig egal in welcher Preiskategorie oder auch Design- und Leistungsklasse sie sich auch immer bewegt... die neue Herangehnsweise des Dirigenten und die stellenweise hochexplosive Kraft der Musik erschließt sich über jede (!) x-beliebige und auch wenig ambitionierte Reproduktionsanlage - vorausgesetzt man gehört zur Gilde der wohltrainierten Klassikhörer ...

Ist die gehörte Musik interessant und vor allen Dingen GUT (!) und die beteiligten Musiker sind dies ebenfalls (!), d.h. sind die Primär- und Sekundärkomponenten der Musik von hoher Qualität und Substanz, reicht für mich (!) beim aufmerksamen Hören auch ein monauraler HiFi Mindeststandard zur Evozierung eines heftigen emotionalen Mitzieheffekts, bei Radiosendungen auch der Klang eines guten "Kofferradios" der 60iger Jahre des letzten Jahrhundert wie z.B. einem Schaub-Lorenz Touring T60/70 - d.h. die musikalische Tertiärkomponente "Klang" ist bei SUBSTANZREICHER und gut interpretierter Musik für die Intensität meines Hörerlebnisses schlichtweg von untergeordneter Bedeutung.
Im Wohltemperierten Klavier eines J.S.Bach, kann eine sehr unterschiedliche Klangfarbe durch nicht nur klanglich sehr verschiedene Tasteninstrumente wie Cembalo/Klavier/Klavichord/Orgel oder auch völlig andere GUTE (!) Arrangements keineswegs etwas anhaben - vorausgesetzt es handelt sich jeweils um engagierte, kenntnisreiche und überzeugende (!) akustische Auslegungen des Notentextes. Gleiches gilt selbstverständlich auch für subtile klangliche Unterschiede der elektroakustischen Musikreproduktion, es braucht dafür keinesfalls Reproduktionsanlagen im Gegenwert eines automobilen Fahrzeugs der Oberklasse...
Musikalische Substanzarmut oder gar Nullsubstanz hingegen ist ohne maximal getunte, gesoundete und psychogen aufgerüstete HiFi-Gerätschaft nicht bzw. kaum zu ertragen, um hier Wirkung beim Hörer zu erzielen müssen die enormen immanenten Defizite und "Showeffekte" im Bereich der Primär- und Sekundärkomponenten in der elektroakustischen Reproduktion mit aufgedonnerten musikalischen Tertiär- und sogar Quartärkomponenten (Prestige, Lifestyle etc.) reichlich überkompensiert werden, deren manipulative Eingriffe von der Hausinstallation über die Steckdose bis hin zum Schallwandler reichen - eine in jeder Hinsicht gigantische akustische SPIELWIESE, die mittlerweile sämtliche - auch die vor 20 Jahren noch völlig undenkbaren Bestandteile einer elektroakustischen Reproduktionsanlage - erreicht hat - inklusive aller psychogen hochwirksamen Esoterik-Wunderdrogen mit Zauberstatus, die den gewünschten ultimativen Gänsehaut-Kick versprechen...

Im Original kaschieren die Komponisten ihre streckenweise durchaus vorhande Ideenarmut der Primärkomponenten in so manchen Orchesterwerken ganz bewußt mit lärmender Instrumentation, so z.B. P. Tschaikowsky in seinem op.49, der in HiFi-Kreisen gerne als Test- und Vorführobjekt beeindruckender akustischer Durchschlagskraft und Tieftonperformance verwendeten OUVERTURE 1812, die der Komponist selbst äußerst kritisch beurteilte und dem Stück jeglichen künstlerischen Wert absprach - dabei sorgt heftigster Kanonendonner und maximaler Einsatz der Blechbläser für unglaublich viel "Lärm um Nichts" und die von vielen HiFi-Fans ersehnten herrlich-wohligen Druckschwankungen in der solar-plexus-Gegend, ähnlich dem abgrundtiefen Sound eines grummelnden Ferrari 12-Zylinders oder dem Dauerknall einer Harley-Davidson Fat Boy...
Die vielzitierte Mär von der guten HiFi-Anlage als zwingende Voraussetzung für einen genussreichen Musikkonsum ist für den echten Musikkenner (!) schlichtweg Nonsense - es MUSS überhaupt weder stereophon oder sogar surround 5.1. sein, nur bei ganz wenigen Kompositionen der Musikgeschichte ist ein bewusst vom Komponisten inszenierter "Lokalisationseffekt" Bestandteil des kompositorischen Konzepts, insofern ist auch das vielbeschworene Ausmaß einer virtuellen BÜHNE bei der Kopfhörer-Reproduktion eher vernachlässigbar...

In keinster Weise gehöre ich zur Spezies der sich selbst so bezeichnenden 'audiophilen' Zeitgenossen mit ihren aus meiner Sicht äußerst zeitraubenden, teuren, langatmigen und für mich eher lächerlichen ("Kann man Verstärker am Klang erkennen" - so what...?) Vergleichen von HiFi-Gerätschaften mitsamt den dazugehörigen Pseudo-Tuning-Komponenten (die private HiFi-Gesamtgerätschaft wird mittlerweile sogar als "Ensemble" bezeichnet...), die mich doch sehr an die Beutelschneider aus dem automobilen Motor-Tuning-Lager mit ihren vollmundigen, heilsverheißenden und kreativen Wortungeheuerparolen wie "Revitalisierungszündkabel", "Zündfunkenstreckerelektronik" und "elektromagnetische Ionisierungsbeschleunigung" erinnern...
In erster Linie definiert sich der technische Audiofreak über sein "perfektes" und natürlich kostspieliges HiFi-Equipment, bei ihm verkümmert die eigentliche Hauptsache "MUSIK" häufig nur noch zu einem hörsportlichen Testobjekt und damit zur Nebensache und die vermittelnde akustische Reproduktionstechnik mit ihrer ganzen Peripherie (das bereits erwähnte "Ensemble"...) dominiert die gesamte Szenerie...

In HiFi-HiEnd-UltraFi - Kreisen verwendet man gerne sog. Komposita wie etwa die gleichermaßen modisch wie blödsinnig daherkommende Kombination aus 'Schwachsinn' und 'Unfug' = Schwachfug oder das geradezu inflationistisch verwendete latein-griechische Kompositum 'audiophil' - frei übersetzt würde es in etwa 'dem Hören zugeneigt' bedeuten, im Gegensatz zu 'audiophob'... - bringt es auf den Punkt: 'Audio' in Form von technischen 'Audio-Gerätschaften' oder auch 'Gizmos', die ja lediglich eine untergeordnete Vermittlerrolle spielen, steht hier nach meinen Erfahrungen vorwiegend im Mittelpunkt des Interesses, verselbstständigt sich und entwickelt sich zu einem hermetisch abgeriegelten, hochtechnisierten Audio-Ghetto.
K701
Keine Eintagsfliege wie so mancher Konkurrent: auch nach über zehn Jahren (!) als exzellenter KH-Monitor immer noch ganz vorne dabei, AKG K701 mit steckbarem Zuleitungskabel...
Ganz selten ist es der von HiFi-Geräten vermittelte Kern, die Musik bzw. das qualifizierte und konzentrierte Rezipieren derselben zusammen mit einer Beschäftigung mit ihren vielfältigen angrenzenden Randgebieten - passionierte echte und kenntnisreiche (!) 'Musicaphilie' - unabdingbar und besonders im Bereich der "Klassischen Musik" unverzichtbar für eine seriöse (!) Bewertung von HiFi-Equipment - ist in der 'audiophilen Szene' wohl eher die seltene Ausnahme denn die Regel, da hört oder liest man von MegaUltraHiEndFreaks oder auch bei Herstellernamen allzu oft einen geradezu haarsträubenden Unsinn: die korrekte Rechtschreibung gängiger elementarer musikalischer Fachbegriffe wie etwa "Violoncello", das häufig als "Violonchello" daherkommt, oder auch "Rhythmus" und "a cappella" laufen aus Unkenntnis völlig aus dem Ruder, von einer "großen Orchestertrommel" ist da die Rede, aus einem Ausschnitt aus Carl Orffs unterirdisch-mediokrer Carmina Burana wird ahnungslos W.A.Mozarts erschütterndes Requiem, aus dem Dirigenten Christian Thielemann wird ein Christian Tiedemann kreiert, ein Musikwissenschaftler, Gambist und Spezialist für Alte Musik wie Jordi Savall wird erstmal zum "Geigenvirtuosen" ernannt, etwas später wird derselbe "Geigenvirtuose" kurzerhand zum "weltberühmten spanischen Violavirtuosen" erklärt...es ist in der HiFi-Szene/Rezensentenszene/Influencerszene etc. offensichtlich so, daß viele schlichtweg überhaupt NICHT wissen, wovon sie reden und eben bei weitem nicht über eine angemessene Hörqualifikation sowie das notwendige Wissen/Können zur qualifizierten (!) Beurteilung und Bewertung musikalisch/klanglicher Vorgänge - völlig egal ob im Konzertsaal oder im Reproduktionsraum - verfügen, das eben doch wesentlich umfangreicher ist als gedacht, siehe auch Podcast Erich Thienhaus Institut, Musikhochschule Detmold, hier...)

Der (!) typische 'Audiophile', dessen Selbstbild sich sehr gerne und sehr häufig in Richtung "Genussmaximierer mit hohen HiFi-Ansprüchen" - quasi ein "Akustikgeräte-Sommelier" - bewegt und der seine private HiFi-Anlage gerne auch anthropologisiert oder sogar euphemistisch als "Kunstwerk" (!) beschreibt - aufgrund ihres genderspezifischen Rollenverhaltens sind FRAUEN typischerweise eher Musikenthusiasten als HiFi-Enthusiasten - ist wie der Kamera/Objektivfreak im Parallelgenre Fotografie eigentlich vorwiegend ein 'technicaphiler' "sound-clown", typischerweise mit definitiv vermehrten Affinitäten zur Motorrad-, Mountainbike-, Computer-, Malt-Whiskey und Automobilszene und wohl kaum jemals im musikalischen Teil des Feuilletons der F.A.Z. unterwegs, sondern vorzugsweise in der Abteilung "Technik & Motor", also eher in der Rubrik "Edle und teure Männerspielzeuge" - mitunter mutiert er sogar zum Sammler (!) derartiger HiFi-Gerätschaften, ist oft leidenschaftlicher Anhänger des "Opto-Pimpens" derselben, gerät ebenso oft sowohl beim Anblick als auch beim seidenweichen Drehmechanismus des mit raffiniert durchgestylten LED-Panels unterstützten Lautstärkestellers seines Kopfhörerverstärkers in geradezu extatisch-rauschhafte Verzückung und ist mit seinen wenig stabilen Hardware-Wünschen und dem davon gesteuerten Kaufverhalten zum einen der Liebling der geschickt agierenden HiFi-Industrie und zum anderen ein äußerst beliebtes Angriffsziel und Forschungsobjekt für die ziemlich junge Fachdisziplin des "Neuromarketings"...

Audiophilie und Musicaphilie gehen nach meinen Erfahrungen eher selten zusammen. In der Reihe der zahlreichen Berufsmusiker in meinem Bekanntenkreis, allesamt von Kindesbeinen an prinzipbedingt mit dem korrekten Bewerten von komplexen Hörsituationen vertraut und zwangsläufig berufsbedingt echte (!) und hochanspruchsvolle Experten des in HiFi-Kreisen vielzitierten Begriffs KLANG und hier insbesondere der klanglich subtilen Nuance - in ihrer Komplexität ist der damit gemeinte Begriffsinhalt nicht mal ansatzweise mit den üblichen HiFi-Schubladen wie z.B. "Bass", "Mitten" oder "Hochton" zu fassen - gibt es keinen einzigen, der sich über ein "normales" Maß hinaus weder mit HiFi-Themen noch mit HiFi-Geräten ernsthaft und ausdauernd auseinandersetzt...
Daß eine differenzierte Bewertung und qualitative Einordnung von musikalisch-akustischen Eindrücken bei sehr nahe beieinander liegenden klanglichen Qualitäten - ob im Original oder in der elektroakustischen Reproduktion und auch durch die langjährig geschulte hochdifferenzierte Wahrnehmung ausgewiesener Fachleute mit entsprechend zweifelsfreier (!) Hörqualifikation - zu höchst überraschenden und selbstverständlich immer subjektiv gefärbten Ergebnissen führt, liegt in der Natur der Sache, eine von wem auch immer behauptete klangliche Nuance ist schlichtweg IMMER mit Vorsicht zu genießen, das Audiogramm jedes Menschen ist so individuell wie der Mensch selbst und ist selbstverständlich einer Tagesform unterworfen, dazu ist die mentale Verarbeitung von akustischen Eindrücken von zahllosen Einflussfaktoren abhängig, die mit dem objektiv vorhandenen komplexen Frequenzmuster des Gehörten zunächst rein garnichts zu tun haben, siehe auch hier..., die HÖRERWARTUNG ist die entscheidende Kategorie für das, was das HiEnd-Ohr zusammen mit der beteiligten Gehirnregion zu hören glaubt: kaufe ich mir ein werbestrategisch geschickt angepriesenes, sündhaft teures HiEnd-Kabel für 1000 € "klingt" das Kabel selbstredend "besser" als das popelige Standardkabel, obwohl sämtliche (!) Messergebnisse beider Kabelsorten absolut identische Resultate liefern...
Es ist wie bei der gleichermaßen umstrittenen Homöopathie, deren Wirkmechanismen nachgewiesenermaßen (!) ausschließlich auf den psychologischen Prinzipien der "induzierten Hoffnung" und des "Placebo by Proxy" durchaus funktionieren können, aber in keinem einzigen Testverfahren zu eindeutig belastbaren, objektiven Resultaten führen !

Ein sensorischer Blindtest (!) der Universität Paris mit 21 hochkarätigen Musikern während eines Geigenwettbewerbs im amerikanischen Indianapolis zeigt dies ganz deutlich: 6 hochwertige Violinen standen zu Diskussion, 3 alte Violinen, zwei von Stradivari und eine von Guarneri im Wert von zusammen etwa 10.000.000 Dollar traten gegen 3 neuere Instrumente hochqualifizierter Geigenbauer an und sollten von den fach- und spielkundigen Juroren in 4 Kategorien beurteilt werden, u.a. neben einer akustischen Einstufung auch im Bereich ihrer jeweiligen spieltechnischen Vorzüge bzw. Nachteile - die weitgehend anerkannt-legendären und extrem wertvollen italienischen Barockinstrumente waren mitnichten im Ergebnis die Favoriten der vorderen Plätze...(siehe auch hier...), es gibt keinen einzigen Grund, weswegen dies bei elektroakustischen Reproduktionsanlagen anders sein sollte, Aussagen von HiFi-Freaks und von Trägern von behaupteten "Goldohren" sind deshalb ganz besonders kritisch zu hinterfragen - nach meinen Erfahrungen sind es oft die selbstetikettierten "Goldohren", die mit ihren fantasievollen "Hörleistungen" und einer ebenso fantasievollen sprachlichen "Übersetzung" mit nichtssagenden Adjektiven (z.B. "aufgeräumtes Klangbild"...) völlig danebenliegen...

Der technikaffine HiFi-Enthusiast wird primär von der technischen oder auch ästhetischen Faszination (Design...) der Geräte angezogen, lauscht mindestens 200 mal denselben endlosen Testsequenzen auf der Suche nach einem "unsauberen" Frikativ, frei nach dem Motto "da war doch was..." und verbringt seine Zeit lieber mit einer sowohl zeitraubenden als auch anstrengenden Suche nach dem aktuellsten und vermeintlich 'besseren' Equipment oder nach dem "besseren" digitalen Abspielvorgang (geradezu "philosophisch aberwitzige" Fragen wie "CD oder Streaming" etc...), dem regelmäßigen Besuch von HiFi-Messen, dem permanenten Austesten, Sammeln und 'Upgraden' eines riesigen Arsenals verschiedenster Audiogerätschaften sowie der regelmäßigen Lektüre von Rezensionen bzw. Vergleichstests in den einschlägigen Fachpublikationen und diskutiert fortwährend mit gleichgesinnten Zeitgenossen über technische HiFi-Detailaspekte, heutzutage wohl hauptsächlich in den einschlägigen Internetforen, anstatt systematisch eine subtil-differenzierende Hörqualifikation zu schulen bzw. einfach Musik seiner Wahl zu hören, was mindestens ebenso zeitaufwändig ist - vergleichbar mit dem enthusiastischen Fotofan der Analog-Ära, der sich an Stelle eines kreativen fotografischen Bildermachens mit endlosen Kalibrierungsversuchen seiner Schwarzweißfilme nach dem Zonensystem beschäftigt und obendrein das permanente "Testen" seines ausladenden und teuren Equipments vorzieht: zum Vergleich der technischen Leistungen seiner wertvollen und prestigeträchtigen Objektivsammlung wie z.B. Verzeichnung, Auflösung und Schärfeleistung fotografiert er vorwiegend, ausdauernd und immer wieder von neuem Ziegelwände mit ihrem filigranen Grafikraster und bezieht sein Vergüngen in erster Linie aus derartigen Aktivitäten - daß eine alte Rollfilmkamera Agfa Isolette III mit einem 4-Linser Solinar-Objektiv mit entsprechendem fotografischen Know-How technisch nahezu ebenbürtige Negative produziert wie eine 6x6er Hasselblad mit einem Carl Zeiss Planar interessiert ihn herzlich wenig...

Aber zurück zum Thema: da ich vorwiegend mit realer Musik - produziert mit mechanisch-akustischer Tonerzeugung in realen Räumen - zu tun habe vertraue ich in Sachen Audio-Elektronik und Kopfhörerwiedergabe ausschließlich meiner eigenen langjährigen, quantitativ und qualitativ gewachsenen, wohlfundierten Hörerfahrung und meinen eigenen Ohren, die wie ein akustisches Fingerabdruckprofil meine individuelle Hörwahrnehmung prägen. Eines sei vorangestellt: die elektroakustische Reproduktion ist IMMER eine Illusion, auch bei gigantischem konstruktiven und finanziellen Aufwand ist das so, die "absolut authentisch klingende Audiokomponente" ist eine Wunschvorstellung und eine Marketingidee, diese Audiokomponente gibt es schlichtweg nicht !
Wenn irgend ein vermeintlicher 'Hörexperte' ein x-beliebiges HiFi-Gerät der vielzitierten 'hall of fame' zuordnet, als ultimative 'Endstation' bezeichnet oder sogar den Erlösung verheißenden Gral als verklärte Metapher eines endlich erreichten Ziels nach einer langen und dornenreichen HiFi-Wegstrecke bemüht, dann hat das entweder mit seiner individuellen, höchst subjektiven Wahrnehmung oder mit davon unabhängigen Marketing-Absichten zu tun, wobei ich (oder auch ein anderer...) damit eventuell rein garnichts anzufangen weiß - genausogut kann mir auch niemand eindeutig sagen, wie ich z.B. zu fotografieren habe, es handelt sich bei diesen Tätigkeiten um sehr persönliche Dinge, wobei jeder seinen eigenen Weg suchen und eventuell auch finden muss...
Die Beurteilung eines Höreindrucks - egal ob live oder elektroakustisch - ist eben zunächst immer ein persönliches "Geschmacksurteil" und ohne sachkundige Argumente und objektive Belege und eine dadurch vollzogene Herauslösung aus individuellen Vorlieben und Abneigungen für andere Personen wertlos. Die erwähnte notwendige "Sachkunde" bezieht sich dabei in erster Linie auf den live oder elektroakustisch vermittelten Gegenstand um den es dabei ausschließlich geht: die MUSIK ... Hier sieht es zumeist äußerst "finster" aus, da sogar fundamentale Kenntnisse hierzu nach meinen Erfahrungen nicht mal mit dem Adjektiv "rudimentär" hinreichend beschrieben sind...

Neugier ist bekanntlich die "Fresslust der Sinne", diesem Umstand hat in erster Linie der AUDICULA-HL seine Entstehung zu verdanken, nachrangig für die Tatsache seiner Existenz war der Wunsch nach einer fundierten Meinungsbildung, das Interesse an möglichst aufschlussreichen Hörvergleichen ('learning by hearing'...) zum Thema OTL-Röhre/Halbleiter, diskreter OPV/integrierter OPV, Bipolartransistor/Unipolartransistor und OPV-Rolling (auch ein vielfach gehypter 50€ MUSES01 OPV kommt zum Einsatz) und die durchaus vorhandene Einsicht, daß nicht für alle, aber einige Musikgattungen und so manches Kopfhörermodell ein Halbleiter bzw. ein Hybridkonzept des Verstärkers schlichtweg die bessere, weil technisch angemessenere Lösung ist: im Gegensatz zu den mit höheren Spannungen und geringen (Anoden)-Strömen betriebenen hochohmigen Elektronenröhren sind Transistoren niederohmige aktive Bauelemente, kommen mit relativ niedrigen Betriebsspannungen aus, liefern höhere Ströme und eignen sich daher sehr gut für niederohmige Treiberimpedanzen.

Entstanden ist dabei ein formal wohlproportioniertes, exquisites Solid-State-Gerät aus der enigma-line / Audicula-Kopfhörerverstärkerreihe, das ebenfalls dem üblichen 'Technik-Design' abgeschworen hat: in einem typischen Holz / Alu-Gehäuse mit ausgesprochen edler Anmutung und mit einem kaum verbesserungsfähigen KHV Standard-Schaltungsdesign ist der Verstärker sehr ehrlich und geradlinig konzipiert, durchgängig DC-gekoppelt und unempfindlich für die bei seinen OTL-Röhrenkollegen technisch bedingten leidigen Impedanzprobleme, selbstverständlich ohne irgendwelchen Firlefanz und HiEnd-Okkultismus und ohne den bei kommerziellen Geräten gerne eingesetzten 'feature-overkill', womit der technisch überflüssige, ziemlich sinnlose Marketing-Audio-SchnickSchnack gemeint ist.

Versorgt wird der Verstärker von einer großzügig dimensionierten Dual-Rail PSU, die mit einer blitzsauberen, elektronisch stabilisierten Betriebsspannung von ±18Volt, niedrigstem Innenwiderstand und geringster Restwelligkeit den optimalen Antrieb von Kopfhörern aller Impedanzklassen ohne den üblichen Ausgangskondensator gewährleistet. Da jeder Audio-Verstärker keine andere Aufgabe hat, als seine Versorgungsspannung im Rhythmus der anliegenden Nutzsignalspannung zu modulieren, ist ein solides, belastbares und sauberes Netzteilkonzept die Basis des erreichbaren Klangpotentials - bei einem seriös konstruierten Halbleiter-KHV ist das Netzteil zusammen mit Mechanikteilen und Gehäuse der eigentliche Bauteile-Kostenfaktor des Geräts, die Elektronikteile des Verstärkers sind hingegen vergleichsweise preisgünstig. Genau an dieser Stelle verläuft üblicherweise die Trennlinie zwischen den sehr guten und den weniger guten bis unbrauchbaren kommerziellen Vertretern dieses Verstärkertyps, wobei die letztgenannten oftmals mit simplen Netzteil-Notlösungen auskommen müssen, die nicht in der Lage sind, das durchaus vorhandene klangliche Potential der eingesetzten Verstärkerelektronik auszureizen ...

Viele HiFi-Fans (und zahlreiche Hersteller...) beschäftigen sich intensiv, teilweise sogar "hysterisch", mit dem Themen EMV und "unsaubere Stromversorgung", die für negative, subtile Klangstörungen sorgen, was in extrem "verseuchten" Regionen eventuell sogar zutreffen kann. Um denjenigen den Wind aus den Segeln zu nehmen die behaupten, die perfekte Gleichspannungsversorgung (ohne Einfluss von EMV etc.) eines Kopfhörerverstärkers mit Akkuzellen fördert immer das allerletzte Quentchen an Klangqualität zutage, wurde die Stromversorgung eines Verstärkermoduls zwei symmetrisch verkabelten 18-Volt NiCd-Akkuteilen von zwei Bohrschraubern übertragen und ein ausgiebiger AB-Hörvergleich mit einer hochkarätig besetzten Jury (alles lupenreine Berufsmusiker mit jahrzehntelanger Hörerfahrung...) und einem zweiten, völlig identischen netzbetriebenen Verstärker durchexerziert. Abgesehen davon, daß es sicher eine ganze Menge Voodoo-Freaks gibt, die im Brustton der Überzeugung dem NiCD-Akku 'klanglich' an dieser Stelle den Li-Akku, die Alkaline- oder die altehrwürdige Zink-Kohle-Batterie vorziehen , war das Resultat vorherzusehen und ist auch schnell formuliert: 100% identisches Klanggeschehen bei beiden Kandidaten - alles andere ist in meiner Netzumgebung Hörillusion, Werbung für RedWineAudio ®, KingRex ® oder den "ulkigen" batteriebetriebenen Grado ® RA-1, oder einfach nur inflationäre Wichtigtuerei...

Alle Bedienelemente des Verstärkers sowie Einschalt-Kontroll-LED und Klinkenbuchse für den Kopfhörer befinden sich auf der Frontseite, die beiden attraktiven Edelstahltaster sind für die relaisgesteuerte Ein/Aus Funktion des Geräts zuständig.

Herzstück des AUDICULA-HL sind die diskret aufgebauten OP-Verstärker von BursonAudio ® (im Burson HA-160 eingesetzt) aus dem australischen Melbourne - es gibt derartige OPs auch vom kanadischen Hersteller Bryston ®, die in seinem BH-1 KHV verbaut sind - bzw. die integrierten bipolaren OP-Verstärker NE5534AN von ON-Semiconductor ® (ein Chip-Design von PHILIPS ® aus den späten siebziger Jahren, das Maßstäbe setzte...) und der von vielen als 'Tuning-Option' gepriesene LME49710HA von National Semiconductor ®, beide speziell für Audio-Elektronik entwickelt. Operationsverstärker sind Bauelemente, die innerhalb ihres spezifizierten Aussteuerbereichs außerordentliche Linearität aufweisen und somit extrem günstige Klirrfaktorwerte erreichen.
Zur Entlastung der beiden getrennten Operationsverstärker sind deren Ausgänge jeweils mit einer im Class-A Betrieb arbeitenden, diskret aufgebauten OCL-Transistor Endstufe gepuffert, wobei sowohl bipolare als auch unipolare Komplementärtransistorpaare ausprobiert wurden. Nach umfangreichen Hörtests und aus anderen gewichtigen Gründen wurde den bipolaren Audio-Transistoren in dieser Schaltungsumgebung eindeutig der Vorrang eingeräumt, die symmetrische Komplementär-Endstufe mit Leistungs-NF-Transistoren liefert weitaus höhere Ströme als die üblicherweise verwendeten TI/BB Current-Booster-ICs BUF634, die bei 200mA am Ende ihrer Kräfte sind - keiner der aktuell erhältlichen Kopfhörer wird damit 'ins Schwitzen' kommen, die Endstufe ist in der Lage, jeden noch so stromhungrigen dynamischen Kopfhörer bis weit jenseits seiner Klirrgrenzen zu versorgen - ein nicht zu unterschätzender Vorteil gegenüber OTL-Röhrenverstärkern, besonders geeignet für den 'Hochpegelhörer nahe der Schmerzgrenze', den angemessen dimensionierte Halbleiter-KHV prinzipiell mitbringen...
Solid-State KHVerstärker von unten

Elektronik des AUDICULA-HL, Version mit integrierten OPVs: Beschränkung auf das Notwendige, im Gegensatz zur Röhrenschaltung fällt der Aufwand bei Stromversorgung und Schaltungsperipherie geringer aus...

Die 'gewichtigen' Gründe für die Entscheidung sind schnell aufgezählt: im Gegensatz zu den perfekt symmetrisch erhältlichen Komplementärpaaren bipolarer Transistoren sind unipolare Transistoren lediglich als nur annähernd komplementäre Exemplare mit einer unvorteilhaften Datenstreuung verfügbar - eine optimale Symmetrie erreicht man nur mit einer Quasikomplementär-Endstufe.
Die üblichen vertical-channel HEXFET®-LeistungsMOSFETs sind prinzipiell nicht für lineare Anwendungen konstruiert - mit einer angemessenen Schaltungsumgebung lässt sich zwar darauf reagieren, für einen Class-A Linearbetrieb sind dazu aber relativ hohe Ruheströme notwendig (bei ±18Volt PSU-Spannung ca. 140mA !), was enorm hohe Verlustwärme der Transistoren, überdimensionierte Kühlkörper zur Wärmeableitung und damit aufgrund des integrierten Netzteils ein für einen reinen Halbleiter-KHV wie den AUDICULA-HL völlig unpassendes, riesiges Verstärkergehäuse notwendig macht - ein aus meiner Sicht technischer und formaler 'Overkill' für einen kleindimensionierten KHV, der keine protzige Ausgangsleistung, sondern pure Qualität abzuliefern hat...

Ein vielfach behaupteter klanglicher Vorteil oder ein röhrenähnlicher 'sound' der Feldeffekt-Transistoren ist für mich nicht nachvollziehbar.

Die gesamte Verstärkerelektronik ist mit qualitativ hochwertigen Bauteilen aufgebaut, alle relevanten Steckverbinder sind selbstverständlich vom Spezialisten Neutrik ® und kein China-Import...

Mit der gebotenen Fairness, dem angemessenen Understatement und etwas salopp formuliert: der Verstärker ist klanglich 'nicht von schlechten Eltern', er kann mit dem technisch ähnlich konzipierten (integrierte OPVs mit nachgeschalteter diskret aufgebauter Bufferelektronik), aber unverschämt überteuerten Beyerdynamic ® A1 souverän mithalten, der oben erwähnte RA1 ist hier schlichtweg nicht der Rede wert...

Seine klangliche Über-Alles-Performance ist in jeder Hinsicht auf einem überraschend hohen Niveau, das Gerät akzeptiert dabei völlig klaglos sämtliche Treiberimpedanzen der eingesetzten Kopfhörer - die Schallwandler bei den Hörproben waren meine beiden Spitzenreiter AKG K701 (62 Ohm) und Beyerdynamic T1 (600 Ohm). Kurzfristig zur Verfügung standen mir noch der Beyerdynamic DT 880 in der 600-Ohm Variante, die Flaggschiffboliden aus der 'EinKiloEuroKlasse' Sennheiser HD800 (300 Ohm), sowie die meiner Ansicht nach völlig unberechtigt hochgelobten und von auffälligen Mythen umrankten isodynamischen Modelle HiFiMan HE-6 (eingespielt, prinzipbedingter extrem schlechter Wirkungsgrad, 50 Ohm) aus China und der Audez'e LCD2 aus USA, bei denen sich auch nach längeren Hörsitzungen ein der Preiskategorie angemessener 'WOW-Effekt' keineswegs einstellte - mit Ausnahme einer durchaus beachtlichen Hochpegelfestigkeit, die mir vor vielen Jahren bereits bei dem von Mario Bellini raffiniert gestylten Planarmodell YAMAHA HP-1 auffiel, beide Kopfhörer sind aus meiner Sicht aufgrund ihrer mangelhaften Neutralität nicht für den Einsatz im Klassikgenre geeignet.

Der HiFiMan hat eine Sonderstellung - er benötigt aufgrund seines Leistungshungers im OTL-Röhrenbetrieb dringend eine Impedanzanpassung in Form eines Ausgangstrafos, mit dem AUDICULA-HL hat er keine Probleme. Trotz des riesigen Hypes in den USA, das die chinesische Firma HiFiMan mit dem Revival des aus den 70iger Jahren bekannten isodynamischen Planar-Membranprinzip losgetreten hat, hat mich der maßlos teure HE-6 und sein Tragekomfort, seine optische, haptische (es stellen sich einige Assoziationen zu meiner ukrainischen Kiev88CM ein...) und klangliche Performance im Vergleich zu den erwähnten Mitstreitern am allerwenigsten beeindruckt, auch mit dem häufig wortreich und inhaltsarm überschwenglich gelobten und gleichermaßen überteuerten US-amerikanischen Audez'e LCD2 kann ich (!) nicht viel anfangen, seine Verarbeitungsqualität hält einen Vergleich mit den Premium-Modellen der europäischen Hersteller keineswegs stand. Auch ohne die übliche "3-Weg-Klassifizierung" (Bass-Mitten-Höhen...) zu bemühen: seine 'sound-signature' erinnert mich teilweise überaus deutlich an die klangliche Abstimmung der seligen US-amerikanischen AR3a Lautsprecherbox von Acoustic Research ®, vor vielen Jahren mit großem Werbeaufwand und unter Zuhilfenahme der damaligen musikalischen Autorität eines Herbert von Karajan auf den Hifi-Markt gebracht...
Ich muss fairerweise dazu sagen, daß mich abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen bisher weder HiFi-Equipment noch fotografische Gerätschaften aus US-amerikanischer Fertigung sonderlich beeindruckt haben, was im übrigen gleichermaßen für die berufliche Arbeit der 'Dirigentenlegende' Karajan gilt...

Statt permanenter Marketingbemühungen sollte eigentlich eine angemessene Modellkonstanz in diesen extremen Preisregionen und bei einem seriösen Hersteller eine Selbstverständlichkeit sein, der Kunde möchte für die geforderte Summe nicht zum Qualitätskontrolleur degradiert werden - in relativ kurzer Zeit existieren mittlerweile mehrere unterschiedlich abgestimmte Varianten dieses Kopfhörers, für eine akustische 'Neujustierung' der Treiber und einigen Modifikationen beim aktuellsten Modell LCD4 verlangt der wenig zimperliche Hersteller mittlerweile fast 5000€, der Hardcore-Highender wird das "gigantische" Preisniveau zur Freude des Herstellers sicher auch akzeptieren - da bleibt einem nur noch das bekannte Kopfschütteln...
Guten Klang erkennt man keineswegs immer am Preisschild, das gilt sowohl für HiFi-Produkte als auch für Musikinstrumente.
Eine einigermaßen seriöse Preisgestaltung sollte nach meiner Auffassung zumindest ansatzweise in etwa die Herstellungskosten für das jeweilige Produkt widerspiegeln, für dieses 'hübsche Sümmchen' gibt es immerhin vier exzellente, sehr überzeugend konstruierte und sehr neutral klingende, impulsfeste, kompakte und bestens verarbeitete aktive Zweiweg-Regiemonitore RL-906 mit jeweils getrennten (!) MOSFET-Endstufen und Aktiv-Frequenzweiche des sächsischen Lautsprecherspezialisten Musikelectronic-Geithain ® - Entwicklungskosten hin oder her: an einem optimal austarierten Kopfhörer mit zwei passiven Kopfhörertreibern, Treibergehäusen, Bügel und Verbindungskabel, völlig egal von welchem Hersteller, ist wahrlich nichts dran, was einen Preis jenseits einer 1000€ Marke auch nur im entferntesten rechtfertigen könnte...

Mein Verständnis für den exorbitanten Preis eines Stax SR009 ® mit Röhrenspeiseteil, in dem sich ebenfalls eine ganze Menge hochwertiger Elektronik verbirgt, hält sich schon sehr in Grenzen, die Preisforderung für einen LCD4 ist aus meiner Sicht nichts anderes als gnadenlose Abzocke nach dem Motto 'mal sehen, was der Markt so hergibt', und zudem ein Beleg für die Wirkungskraft eines geschickt eingesetzten Marketingkonzepts im Bereich HiFi.
Das gilt im übrigen auch für das vollmundig empfohlene, 'geheimnisumwitterte' Ultra-Wire Zuleitungskabel von Jena Labs ®, das zur 'Überlistung' der physikalischen Gesetzmäßigkeiten mit einer kryogenen Behandlung (die gibt es tatsächlich im Bereich der Materialhärtung, hier als imposant-pseudowissenschaftlich verschwurbelte Formulierung für behauptete besonders 'audiophile Eigenschaften' verwendet...) eine veränderte atomare Struktur des Kabelmetalls erhalten soll, aus der sich dann angeblich eine deutliche Steigerung der Übertragungsqualität ergibt - ein echter, kaum zu überbietender HiEnd-Unsinn, der an die ziemlich erfolgreich vermarktete und bereits erwähnte 'physikalische Wasserenthärtung' anknüpft, eine beabsichtigte assoziative Nähe zum bekannten Phänomen der Supraleitung deutet sich hier an.
Da müssen dann wohl auch sämtliche Metallteile im Signalweg wie Cinchbuchsen, Platinen-Leiterbahnen, Lötzinn, bedrahtete Bauelemente, IC-Fassungen, Steckverbinder und, und, und, sich konsequenterweise einer 'kryogenen Behandlung' unterziehen müssen, sonst kann das wohl nix werden , allein der klangvolle Begriff 'kryogen-eutektisches Lötzinn' lässt bereits deutliche Klangverbesserungen erwarten - ein weiteres interessantes Betätigungsfeld für die Marketingabteilungen tut sich da auf...

Leider unterstreicht Audez'e die Exclusivität seines aktuellen Flaggschiffs mit der Verwendung von Zebrano-Edelhölzern für die beiden Treibergehäuse der LCD3-Hörermuscheln - mit seiner attraktiven Musterung ist das wertvolle, feine Tropenholz geradezu prädestiniert für derartige Luxusgegenstände, der westafrikanische Baum ist jedoch ganz massiv in seiner Existenz bedroht und wurde deswegen in die Rote Liste der gefährdeten Arten aufgenommen...
Üblicherweise üppig gesponserte Testberichte mit hocheffektiver Werbewirkung, optimales Marketing sowie die aktuelle Situation auf dem Kopfhörermarkt werden den Markterfolg schon richten, hier schweigt 'des Sängers Höflichkeit'...
Der Audez'e LCD hat zwar einen besseren Wirkungsgrad wie sein Konkurrent HE-6, seine eher grundtönige akustische Abstimmung liegt mir aber genauso wenig, sie kommt z.B. weder mit den köstlich-herben original Barock-Mixturen und diversen Organum-Plenum-Registerkombinationen der großen Arp-Schnitger-Orgel von St.Jacobi/Hamburg zurecht noch mit dem silbrigen Glanz eines französischen Taskin-Cembalos - vielleicht eher etwas für den älteren Hörer mit einem ohnehin naturgemäß reduzierten Hochton-Hörvermögen...
Der überirdisch-betörende Tonfall der Stradivari-Violine im faszinierenden Kammermusikspiel der Schweizer Geigerin Simone Zgraggen ist mir von diversen Live-Auftritten sehr geläufig, ebenso das helle Timbre im äußerst brillianten Klang der Guadagnini-Geige der jungen Koreanerin Clara-Jumi Kang. In Schuberts C-Dur Quintett in einer Einspielung mit der eidgenössischen Musikerin am ersten Pult des Schubertquintetts bleibt beim Abhören mit dem LCD2 von dem unvergleichlichen Glanzlicht des Instruments - besonders im Tuttisatz - nicht viel übrig, etwas ähnliches passiert beim Abhören von Beethovens Violinkonzert mit dem Instrument der Koreanerin - nebenbei bemerkt: David Garrett spielt sowohl auf einer Stradivari als auch auf einer Guadagnini...
In der maßstabsetzenden Aufnahme mit Pierre Boulez und Krystian Zimerman ergeben sich auch im Tieftonbereich drastische Ungereimtheiten: In der orchestralen Introduktion aus dem 'Lento' in Ravels D-Dur Klavierkonzert (für die linke Hand) setzt der Komponist ein Kontrafagott für die solistische Melodielinie ein - das sehr selten verwendete, extrem tief reichende Doppelrohrblattinstrument, auch etwas spöttisch, aber durchaus zutreffend "melancholisches Ofenrohr" genannt, verwandelt sich mit dem Kopfhörer ziemlich eindeutig kurzerhand in eine elegische Bassposaune...Ravel war nicht nur ein äußerst hochrangiger Komponist, sondern auch ein brillianter Instrumentator, was man u.a. auch an seiner farbenreichen Orchesterversion von Modest Mussorgskis Klavierkomposition 'Bilder einer Ausstellung' erleben kann - eine selbstgerechte Änderung seiner orchestralen Farbpalette ist sicher mehr als "völlig daneben"...
Und noch etwas sei hier erwähnt: die hochkomplexe späte Sinfonik Gustav Mahlers - von der zeitgenössischen Rezeption eher wenig beachtet - bereitet mit ihren klanglichen Extravaganzen den Weg für die musikalische Moderne des 20. Jahrhunderts (Mahler über Mahler: 'meine Zeit wird kommen'...). Nimmt man die (für mich!) in jeder Hinsicht umwerfende Gesamteinspielung der Sinfonien mit Sir Simon Rattle und dem BPhO, wird ein weiteres Problem des Kopfhörers evident: mit dem fortwährenden Changieren von orchestralem Spaltklang, orchestralem Mischklang und den variantenreichen Zwischenstufen in Mahlers Musik - einer hörbar deutlich aufgelösten optimalen Trennung und Transparenz kontrapunktierender Stimmen einerseits und einer homogenen Mischung von Teilbereichen der Farbpalette des Orchesters andererseits - gerät der Audez'e im Vergleich mit der Konkurrenz ins Hintertreffen. Das können andere Mitbewerber wesentlich besser - es mag durchaus sein, daß der Audez'e für den ein oder anderen Kopfhörerfan ein eventueller Kandidat für das vielzitierte imaginäre Bild des "Kopfhörer-Olymps" mit seinen 12 (!) Götterwohnungen ist - nach der bekannten griechischen Mythologie wäre da oben in den verbleibenden 11 Wohnstätten immerhin noch genügend Platz für die von mir favorisierten Beyerdynamic T1 und AKG K701/702 sowie (je nach Gusto) eine ganze Reihe anderer Mitstreiter...
Prinzipbedingt ist mit dem isodynamischen Antriebsprinzip ein sehr mäßiger Wirkungsgrad verbunden, der sich nur mit einem starken Magnetfeld und somit kräftigen und schweren Magnetscheiben einigermaßen kontrollieren lässt. Im Ergebnis ergibt sich daraus ein äußerst ungünstiger Tragekomfort, der den Hörer für längere Hörsitzungen für mich ungeeignet macht und nur helmgewöhnten Motorradfreaks zu empfehlen ist. Die ziemlich archaisch-primitiv anmutende Aufhängung der beiden Kopfhörermuscheln des LCD2 erinnert - abgesehen von der Höhenverstellung - sehr stark an den Urahn der HiFi-Kopfhörerszene, den von Firmengründer Eugen Beyer (Beyerdynamic) konstruierten DT48 E (Dynamisches Telefon) aus dem Jahr 1937 und erzeugt aus meiner Sicht keinen dieser saftigen Preisklasse angemessenen Eindruck, aber vielleicht kann ich mich in naher Zukunft mit dem LCD10 anfreunden...

Zwei Anmerkungen noch zum Werbetext des LCD:
1) Aus gutem Grund wird bei Audez'e gerne auf die relativ üppige Membranfläche des circumauralen LCD2/3-Treibers - 6,17 inch² = 15,7cm² pro Treiber (!) - verwiesen. Gelegentlich findet man sogar das Doppelte der genannten Zahl ohne einen Hinweis darauf, daß es sich bei der Zahl um die Summe beider Membranflächen handelt...Über Reflexionen an der Ohrmuschelanatomie soll die große Membranfläche für eine weitgespannte Raumdarstellung verantwortlich sein - der seit vielen Jahren sehr erfolgreich auf dem Markt etablierte, im Vergleich mit dem LCD3 zehnfach (!) günstigere, ebenfalls circumaurale Premiumkopfhörer AKG K-701 braucht sich da mit seiner opulenten 6,25 inch² = 16cm² -Treiberfläche keineswegs verstecken, ein chinesischer LASMEX ® H-75 (50€ ...) bringt es sogar auf fast 20cm²...

2) Bei einem Treiberdefekt - was allem Anschein nach nicht selten vorkommt - werden aufgrund der Abstimmung beide KH-Treiber ausgetauscht. Dies lässt andererseits den Rückschluss auf existierende Toleranzprobleme und damit verbundene größere Serienstreuungen zu...

3) Last but not least: den Hinweis auf die Verwendung des chemischen Elements mit dem geheimnisvollen Namen Neodym (Nd) in den Permanentmagneten der beiden KH-Treiber lassen sich die Werbetexter natürlich nicht entgehen - das Metall Neodym oder auch Neodymium (Ordnungszahl 60) gehört zu den seltenen Erden, mit einer schon seit Ende der 80iger Jahre (Neodym-Magnete sind nichts Neues...) verwendeten NdFeB-Legierung (Neodym-Eisen-Bor) lassen sich extrem starke Dauermagnete herstellen, die noch stärker und wesentlich preisgünstiger sind als die bekannten Samarium-Cobalt-Magnete - was aber überhaupt nichts außergewöhnliches ist, trotz der extrem umwelt- und gesundheitsschädigenden Isolierung des Neodyms (siehe auch hier...) hat sich der Neodym-Magnet (N50iger Magnetklasse) wegen seines äußerst günstigen Preises heute bereits im Kopfhörer-Preissegment ab 50€ durchgesetzt, auch ein K701 arbeitet damit...so what ???

Entgegen meiner persönlichen Abneigung: sowohl HiFiMan als auch Audez'e sind sehr erfolgreiche Start-up 'Boutique-Hersteller', denen es mit der 'Soundmixtur' (die allen Ernstes stellenweise mit dem Adjektiv 'neutral' beschrieben wird...) ihrer isodynamischen Folien-Kopfhörer anscheinend gelungen ist, zumindest in den USA die Zustimmung einer breiten Hörerschicht zu finden.
Mainstream-Meinung war und ist nunmal eher selten ein qualifizierter (!) Ratgeber: Die Kultsendung 'WETTEN DASS' ist trotz enormer Zuschauerresonzanz meilenweit von einer guten Fernsehshow entfernt, die sprachliche Qualität der dilettantischen Verse von Heinrich Hoffmanns außerordentlich populärem und beliebten 'STRUWELPETER' lässt ebenfalls sehr zu wünschen übrig und über das journalistische Niveau von BILD, der auflagestärksten Tageszeitung Europas, braucht man eigentlich nicht zu diskutieren...

Für die Besitzer der LCD2/3/4 bleibt am Ende nur zu hoffen, daß die Planar-Kopfhörermembranen der teuren Luxus-Boliden mit ihrem extrem dünnen Folienmaterial und den darauf befestigten Antriebsspulen auch einen längeren Zeitraum überdauern werden - meine Zweifel an einer Langzeitstabilität sind durchaus begründet...

Da ich ein engagierter Kammermusikhörer bin hat für mich der Beyerdynamic T1 (besonders bei Streicherkammermusik) mit seiner klanglichen Finesse, seiner ungewöhnlichen Pegelfestigkeit und seiner neutralen Abstimmung die Nase ganz weit vorn - aber auch der ähnlich abgestimmte, konkurrenzlos preisgünstige AKG K701 hält da nahezu gleichwertig mit, von der vielfach zu hörenden bzw. zu lesenden Behauptung einer völlig anderen Liga des fast fünfmal (!) so teuren Beyerdynamic Flaggschiffs ist da für mich nichts zu hören, um im Bild zu bleiben: der AKG spielt klanglich in allen relevanten Belangen ebenso souverän in der Kopfhörer-Premiumklasse mit wie z.B. ein T1 und selbstverständlich macht er das nuanciert anders. Er ist zudem wesentlich leichter und damit auch komfortabler, was für den passionierten Kopfhörerenthusiasten nicht ganz unwichtig ist. Beide Kopfhörer sind auf klangtechnisch optimale Aufnahmen angewiesen, bei denen sie ihre überragenden Fähigkeiten erst richtig entfalten können.
Wer es nicht glaubt und auch nicht hört dem empfehle ich mit beiden Top-Hörern ein aufmerksames Hörstudium der 2010 erschienenen Aufnahme von Arnold Schönbergs Streichsextett op. 4 "Verklärte Nacht" mit den Glass Chamber Players, insbesondere ab Takt 229 (Sehr breit und langsam) und den Schlussteil ab Takt 370 (Sehr ruhig) - irgendwelche Wünsche bleiben da bei beiden Kopfhörern überhaupt nicht mehr offen, das Einzige, was offen bleibt, ist der Mund...
Auch die äußerst differenzierte akustische Abbildung eines großformatigen Orchesterklangs liegt den beiden Schallwandlern, dazu noch ein weiterer CD-Tipp für genussvolles Hörstudium: Erich Wolfgang Korngolds wundersam-farbsattes Violinkonzert mit dem französischen Geiger Renaud Capuçon und einem glänzend inspirierten Rotterdam PO - da hat die DG-Aufnahme mit der deutschen Vorzeigegeigerin Anne Sophie Mutter zusammen mit ihrem Ex-Ehemann André Previn am Pult in jeder Hinsicht das Nachsehen...

Den vielgelobten HiFiMan HE-6 hatte ich bereits am Hybrid-KHV EF-5 aus gleichem Hause gehört - eine typische Zwitterkonstruktion, die für den optischen 'Showeffekt' mit einer 12AU7/ECC82 Doppeltriode aufgebrezelt wurde und somit auch den Röhrenliebhaber ansprechen soll, in der Halbleitersektion arbeitet ein Doppel-OP275 und zwei Power-OPs LM675, die für die Ausgangsleistung zuständig sind. Als elektronisch nicht ganz unbedarfter Mensch fragt man sich natürlich, was die beiden Triodensysteme der ECC82 in einer derartig konfigurierten Schaltungsumgebung elektronisch eigentlich bewirken sollen, ein OP275 benötigt in dieser Funktion zu seiner Ansteuerung weder eine Spannungsverstärkung des Eingangssignals (Triode in Kathodenbasischaltung ) noch eine Pufferstufe (Triode in Anodenbasisschaltung), auf die beiden Röhrentrioden kann hier schaltungstechnisch komplett verzichtet werden - ein No-Go für den engagierten Tube-Rolling-Fan, wozu die populäre ECC82 geradezu einlädt, die einzige denkbare Funktion der Trioden ist wohl das 'Einschleifen' einer 'Röhrenfarbe' in das von Halbleiterelektronik geprägte Nutzsignal, wobei man sich den Dual-OP275 eigentlich sparen könnte...
Allem Anschein nach hat man dabei die Probleme mit der Erzeugung einer sauberen Anodenspannung für die Versorgung der Doppeltriode unterschätzt, was sich am deutlich wahrnehmbaren Restbrumm des KH-Verstärkers zeigt und wegen des niedrigen Wirkungsgrads des HE-6 schon bemerkenswert ist - ein komplettes Halbleiterkonzept bzw. die simple Überbrückung der Röhrensektion wäre dann doch die bessere Lösung, für eine wirkungsvolle Röhren-Retro-Optik würde die bloße Beheizung der beiden ECC82-Kathoden allemal genügen...
Sehr überraschend war das Ergebnis für mich eigentlich nicht, aufgrund zahlreicher Erfahrungen hält sich mein Respekt vor dem analogen (!) HiFi Know-How aus der chinesischen Volksrepublik (im Gegensatz zu manchen Erzeugnissen aus Taiwan...) in ganz eng gesteckten Grenzen: Wunder gibt es zwar immer wieder, aber nicht im Segment der höchst anspruchsvollen und heiklen elektrodynamischen Wandlertechnologie, egal ob es sich um Mikrofone, Abtastsysteme für Vinylplatten oder Kopfhörer handelt - einen Computer oder ein Audio-Digitalsystem aus einer Handvoll vorhandener ICs und bereits fertigen Modulen des Elektronikmarktes zusammenzustellen ist hingegen eher unproblematisch. Im übrigen hat die Firma Sennheiser ® eine Menge negativer Erfahrungen mit enormen Qualitätsmängeln von chinesischen Bauteilen und Produkten der in die chinesische Volksrepublik ausgelagerten Fertigung...

Ich bin fest davon überzeugt, daß der inzwischen angehäufte riesige audiotechnische Erfahrungs-, Informations- und Entwicklungsvorsprung derartig hochkompetenter Audiospezialisten wie die oben genannten europäischen Herstellerfirmen, die auch im professionellen Studiobereich seit vielen Jahrzehnten international außerordentlich erfolgreich agieren, sich nicht so ohne weiteres quasi im Handstreich einholen lässt - das seit langem bekannte und längst mausetotgesagte, inzwischen nach anscheinend erholsamem Dornröschenschlaf wiederbelebte isodynamische Treiberprinzip (früher verwendet von AudioTechnica, Denon, Peerless, Grundig, Yamaha, Fostex, Sansui, Wharfedale, heute 'Comeback' bei HiFiMan / Audez'e/ Oppo) ist eben genausowenig die vielzitierte akustische 'Wunderwaffe', zu der die Marketingstrategen es mittlerweile hochstilisiert haben, wie der elektrostatische Antrieb, sondern lediglich eine Variante von mehreren Möglichkeiten des Wandlerprinzips, die allesamt ihre Stärken und Schwächen mitbringen und erst mit deren optimaler Abstimmung ihre akustische Höchstform erreichen. Die japanischen Hersteller von Premium-Kopfhörern wie Denon ® und Audio-Technica ® haben sich heute komplett von diesem Wandlerprinzip verabschiedet, Fostex hat aktuell einen T50RP im Programm und stellt aktuell den Prototyp eines weiteren 'Regular Phase' Modells vor, der optisch sehr viel Ähnlichkeit mit einem Audez'e hat...
Die europäischen Premium- und Studio-Kopfhörerspezialisten AKG, Sennheiser, Rudistor und Beyerdynamic hatten nie (!) einen isodynamischen Kopfhörer in ihrem Programm - die verantwortlichen Entwickler dieser renommierten Firmen werden ihre Gründe haben, für einen stundenlangen Monitorbetrieb im Studio sind die schweren Kopfhörermodelle einfach nur denkbar ungeeignet, das hält niemand längere Zeit aus...
Die beiden Audio-Pioniere Eugen Beyer und Fritz Sennheiser haben im Bereich der dynamischen Kopfhörer immerhin herausragendes geleistet: zum einen erschien bereits 1937 der von Eugen Beyer konstruierte DT48, damals noch Dynamisches Telefon (daher DT) genannt, der Urahn aller dynamischer Kopfhörer dieser Welt, mit einigen Veränderungen heute immer noch gebaut und ein großes Vorbild an akustischer Präzision und Neutralität, zum anderen hat die 1945 vom Audio-Pionier Fritz Sennheiser gegründete Firma aus der deutschen Provinz, die mittlerweile wieder Rekordumsätze im Audiomarkt erzielt, schon 1968 den erfolgreichsten dynamischen Kopfhörer der Akustik-Geschichte entwickelt, vom damals erschienenen legendären Klassiker HD414 mit seinen 2000 Ohm Treiberimpedanz (!), der sich mit seiner offenen und federleichten Konstruktion, seinem hohen Tragekomfort, seinem überaus schicken Design und seinen (damals) herausragenden Klangqualitäten wohltuend von den unförmigen und schweren 'Cans' der Konkurrenz abhob, sind über 10 Millionen Exemplare verkauft worden - das Ding war einfach nur gut, für optimal erhaltene Exemplare werden heute noch relativ hohe Preise erzielt.
Nicht nur im ETI-Detmold (das heutige Erich Thienhaus Institut Detmold hieß damals noch Tonmeister-Institut...) gehörte neben dem Beyerdynamic DT48 der HD414 zu den Standard-Werkzeugen, auch in dem legendären, damals (wie heute...) mit technisch hochgerüstetem analogen Equipment ausgestatteten MPS-Tonstudio in Villingen (heute HGBS Musikproduktion) des unvergessenen Soundpioniers und Saba ® Erben Hans Georg Brunner-Schwer, war der Sennheiser unverzichtbar.
Der HD414 schaffte es sogar bis zum 'Star' auf die Vorderseite eines Schallplattencovers des MPS-Albums 'FOUR OF US' mit dem mittlerweile leider fast völlig vergessenen, damals wie heute musikalisch-künstlerisch einfach umwerfenden US-amerikanischen Vokalquartett 'The Singers Unlimited', auf dem die für die Aufnahmequalität wesentlich entscheidenden elektroakustischen Studiowerkzeuge abgebildet waren: die vier HD-414 Monitore der Vokalisten, aufgereiht auf einem Mikrofongalgen, zusammen mit zwei edlen Neumann Röhren-Großmembran-Kondensatormikrofonen, dem U87 (siehe hier...) und dem Stereomikrofon SM69 (siehe hier...) - auch heute noch gesuchte und sündhaft teure State-of-the-Art Vintage-Mikrofontechnik vom Allerfeinsten, gerade gut genug für die raffinierten Overdubbingaufnahmen der extrem komplexen und hochartifiziellen a-cappella Vokal-Arrangements des Perfektionisten Gene Puerling, Co-Produzent, Bariton, Leiter und Gründer der mit ihren wahrhaft 'grenzenlosen' vokalen Fähigkeiten einzigartigen, unerreichbaren und maßstabsetzenden 'four magic-voices' aus Chicago, von denen inzwischen leider bereits zwei (Gene Puerling und Len Dressler) verstorben sind.
Genug der Schwärmerei, ich selbst hatte auch einen HD-414 und mochte ihn sehr, auch noch nach dem Jahr 1972, in dem der 'Geniestreich' des Schweizer Tüftlers, Bastlers und ehemaligen DRS-Tonmeisters Jürg Jecklin erschien: der JJ Float Elektrostat. Das Konzept des JJ Float war im Grunde nichts anderes als eine Übertragung der Prinzipien des vom Gründer der britischen Audiofirma 'Acoustical Manufacturing Co' (Hersteller von QUAD ®) Peter Walker konstruierten QUAD ESL 57 ® - dem 1957 erschienenen 'kapriziösen' elektrostatischen Lautsprecher in der bekannten Sofalehnenform - auf eine Kopfhörerversion. Auch das verwendete Push-Pull-Antriebsprinzip war völlig identisch, lediglich wurde aus dem Zweiwegkonzept des ESL ein Vollbereichskonzept beim Float-KH.
Der JJ Float hatte (fast) alle klanglichen Vorteile des Quad-ESL geerbt, aber leider eben auch einige seiner vielen Nachteile - neben einer gleichermaßen liederlichen Verarbeitungsqualität waren es vor allem ein äußerst schwächelnder Tieftonbereich und eine geringe Maximallautstärke, die akustisch angemessene Abbildung von saftigen Registermischungen einer üppig disponierten Pfeifen-Orgel war mit ihm überhaupt nicht zu machen...
Jecklin war viele Jahre später bis zu seiner Pensionierung Gastprofessor und Leiter der Tonmeisterausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien und ist auch heute noch mit über 70 Jahren mit Lehrveranstaltungen (Aufnahmeanalyse) dort aktiv...

Inzwischen ist nach langen Jahren und rechtzeitig zum aktuellen Kopfhörertrend ein neuer Float-KH auf dem Markt, der Jecklin-Float QA ® (Quad Atelier), dessen wenig attraktives und geradezu zwanghaft-funktionales Gestaltungkonzept - ohne einen für mich spürbaren Hauch angemessener ästhetischer Prinzipien des Produktdesigns - äußerst intensive Do-It-Yourself-Assoziationen evoziert. Angesichts des vom Hersteller geforderten enormen Preisniveaus besteht hier aus meiner Sicht eklatanter Handlungsbedarf, das geht einfach nicht zusammen.
Trotz mancher Ungereimtheiten des Vorgängers: sein ziemlich ausgefallenes Design war zwar nicht nach jedermanns Geschmack, aber es war unverwechselbar und passte durchaus zum Produkt...
Abgesehen von den überdimensionierten StepUp-Übertragern des "Speiseteils" und einem neuen Bügelkonzept wurde an der ursprünglichen Grundkonstruktion nichts verändert, der neue Float ist technisch gesehen ein geringfügig modifizierter alter Float und kann wie sein Vorgänger (oder auch der japanische TAKET H2+ ®) über den niederohmigen Leistungsausgang (hier waren einst mindestens 30-40Watt Ausgangsleistung notwendig !) eines beliebigen Feld, Wald und Wiesen-Stereoverstärkers mit der notwendigen Antriebskraft versorgt werden, der in dieser üppigen Preisregion normalerweise nicht ohne Grund verwendete aufwändig konstruierte und auf die besonderen Belange des Kopfhörerbetriebs speziell konzipierte Kopfhörerverstärker ist für die Ansteuerung der StepUp-Übertrager leistungsmäßig bei weitem zu schwach und soll angeblich ohne Qualitätseinbußen ohnehin nicht notwendig sein: die Endverstärker Quad ® 405 und Quad ® 303 waren mit ihrem typisch britischen Gehäusedesign zweifellos sehr respektable Leistungsverstärker mit 100 bzw. 45 Watt Ausgangsleistung, konstruiert für den vergleichsweise problemarmen Lautsprecherbetrieb. Ich kenne beide Geräte sehr gut - ihre Konstruktion reicht weit zurück in die sechziger und siebziger Jahre des vergangenden Jahrhunderts, lange vor der Einführung des digitalen Audiospeichers CD mit seinem gigantischen Dynamikzuwachs.
Die avancierte und innovative elektronische Konzeption des QUAD 405 ("Current-Dumping"-Schaltung und Gleichspannungskopplung aller Stufen) wurde seinerzeit viel beachtet und wird heute nur noch in den QUAD-QSP bzw. QMP Endstufen aus der Elite-Serie verwendet - ob aber ein originales, unmodifiziertes (!) Exemplar des altehrwürdigen 405 mit seiner leider ziemlich lausigen Bauteilequalität, seiner äußerst restbrummanfälligen Netzteilkonstruktion und seinem Steinzeit-OPV LM301A (nach heutigen Maßstäben bestenfalls ein Rauschgenerator mit Verstärkungseffekt...), oder ein unmodifizierter (!) Quad 303 mit seinen antiken Quasi-Komplementärendstufen die optimalen Antriebsquellen für einen neuerstandenen, aktuellen Jecklin-Float QA wären, stelle ich aufgrund meiner Erfahrungen mit beiden Verstärkertypen schon sehr in Frage. An der über 30 Jahre alten Verstärkerelektronik ist da einiges auf den neuesten Stand der Bauteiltechnik zu bringen, allein der Austausch des LM301A gegen einen aktuelleren OPV ist eine klangliche Sensation - für mich ganz sicher ein interessantes Projekt (enigma-line 4005) für demnächst...siehe auch hier...

Die archaischen, passiven Audio-StepUp-Transformatoren des Versorgungsteils wurden mittlerweile mit zwei zeitgemäßen aktiven Hochspannungsverstärkerkonzepten (siehe Stax ®...) ergänzt.

Auch die Kopfhörerverstärker von audiovalve ® wie z.B. der aktuelle audiovalve ® Luminare ® oder sein symmetrischer "Kollege" audiovalve ® RKVIII ® bzw. die neueste Variante Solaris ® (mit Hochvoltausgang) sind Hybrid-KHV mit spezieller Pentoden-Gegentakt Endstufe, deren Grundkonzept (RKV=RöhrenKopfhörerVerstärker) bis in das Jahr 1980 zurückreicht, der integrierte Operationsverstärker übernimmt hier elektronische Kontroll- und Regelfunktionen. Die Röhrenbestückung enthält vier bzw. acht hinlänglich bekannte Verbundröhren von 1969 aus der altehrwürdigen Röhren-Fernsehelektronik. Die hier eingesetzten Kombiröhren PCL805 / ECL85 / 6GV8 (Triode/Pentode) sind wegen ihrer gekrümmten Kennlinie eigentlich für einen hochwertigen NF-Betrieb nicht sonderlich geeignet und sind obendrein nur noch als NOS-Röhren erhältlich. Ursprünglich entwickelt für die Steuerung der magnetischen Vertikalablenkung des Elektronenstrahls einer regulären Fernseh-Bildröhre wurden dabei aus Kostengründen die dafür notwendigen Elektrodensysteme einer Triode (Oszillator) und einer Pentode (Endstufe) in einem einzigen Röhrenkolben vereint, die PCL805/ECL85 war eine speziell für diese Funktion produzierte Fernsehröhre.

Bei den aktuelleren Varianten des Verstärkers existiert in den Verstärkerendstufen neben der OTL-Lösung für KH mit höheren Treiberimpedanzen eine Transformatorkopplung mit Übertragern des Herstellers Pikatron ® : StepDown für KH mit sehr niedrigen Impedanzen, der Luminare ® und Solaris ® zusätzlich mit einer integrierten StepUp-Lösung für den Antrieb elektrostatischer KH, was den Luminare theoretisch zu einer "eierlegenden Wollmilchsau" macht, die zusätzlich erhältlichen Optionen eines integrierten DAC und eine IR-Lautstärkeregelung verwandeln den ganz aktuellen symmetrisch konzipierten Solaris ® in die "eierlegende und Biogas absondernde Wollmilchsau"...

Die StepDown-Lösung nennt sich dort sinnigerweise "Impedancer", der invertiert geschaltete Röhren-Ausgangsübertrager ergibt eine StepUp-Lösung, die sich "Verto" (vermutlich von "invertierend" abgeleitet...) nennt, was ja auch weitaus besser 'klingt', trotzdem: jeder (!) Übertrager bzw. Audio-Transformator, auch die bekannten Spitzenfabrikate der Hochpreis-Hersteller Tango ®, Tamura ®, Hashimoto ® oder auch Lundahl ®, deren Einzelpreise spielend an einen kompletten Oberklasse-Kopfhörerverstärker heranreichen, ist auch bei allerhöchstem (!) Aufwand an Dimensionierung, Wickelkunst, Kern- und Wickelmaterial mit seinen physikalischen Grenzen immer eine Kompromisslösung- hier ist besonders der Übertrager mit schaltbaren Impedanzen (!) betroffen - und hat diverse akustische Schwachpunkte, wer die damalige Röhrenverstärkertechnik noch genauer kennt weiß, wovon hier die Rede ist...
Heutzutage laden aktuelle Hochvolt-MOSFETs und modernste Passivbauelemente 40 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Float ja gerade zu einer diesbezüglichen Neuorientierung mit einer Aktivlösung ein - vorausgesetzt das dafür notwendige spezielle Entwicklungspotential ist vorhanden. Oder man bedient sich alternativ mit dem neuen und teuren Cavalli Liquid-Lightning ® Verstärker - das Konstruktionsbüro um Mr. Cavalli kennt den Anachronismus des Übertragers bei Hochspannungsverstärkern und weiß sehr wohl, wie ein modernes halbleitergestütztes Antriebssystem für hochwertige elektrostatische Kopfhörer umzusetzen ist...

Zu welch klanglichen Höhenflügen ein kraftvoller Röhrenverstärker ohne den üblichen Ausgangstransformator fähig sein kann, zeigten in der Vergangenheit die von Julius Futterman konzipierten OTL-Geräte von N.Y.A.L...

Das nicht gerade umwerfende akustische Resultat der Kopfhörer aus den 70iger Jahren lässt sich mit den aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich nicht vergleichen, die musikalischen Qualitäten des Float haben uns trotz aller nicht wegzudiskutierenden Macken deswegen seinerzeit - zumindest teilweise - mächtig beeindruckt, seine Tragequalitäten waren hingegen in der Studioarbeit wenig überzeugend, man musste schon sehr vorsichtig sein, die beim Musikhören nicht seltenen unwillkürlichen psycho-motorischen Kopfbewegungen brachten das 'Helm-Monster' schnell aus der Balance...

Aber zurück zum 'Magnetostaten' HE-6 - ein ziemlich irreführender Begriff, das Antriebsprinzip hat mit der 'Magnetostatik' rein garnichts zu tun, deswegen bevorzuge ich die treffendere Bezeichnung 'isodynamisch', das soviel wie 'gleich-bewegt' bedeutet. Bei seiner Markteinführung in die kleine, heißumkämpfte Top-Klasse dynamischer Kopfhörer war selbstverständlich neben dem niederschmetternd-pseudoliterarischen HiEnd-Gefasel in diversen Testpublikationen eine nicht unerhebliche Portion des üblichen Marketing-Geblubbers im Spiel, für eine effiziente Ankurbelung des Absatzes in der feinen HiEnd-Marktnische ist eben einiges zu tun: ein angemessener Antrieb eines ziemlich leistungshungrigen Kopfhörers wie dem HE-6 ist angeblich mit den aktuellen Verstärkermodellen kaum möglich, es müssen neue Kaufanreize für exclusive, spezielle HE-6 KHV-Varianten mit hoher Ausgangsleistung her, die demnächst auf dem Markt erscheinen - mir schwant da einiges...
'Membran-Leiterbahnen aus Gold' hört sich ziemlich vielversprechend an - es liegt auf der Hand wohin die Marschrichtung der strategisch gewünschten Kundenassoziationen gehen soll: die gedankliche Verknüpfung des edlen Metalls zu einem gleichermaßen 'edlen' Klang liegt nahe, die großen Verkaufserfolge bei den superteuren und gnadenlos unsinnigen Gold-Feinsicherungen sprechen für sich, ein ähnlich gelagertes Ansinnen gibt es wie oben erwähnt auch beim Thema Kabel...
Reines Gold - meistens wird es mit Kupfer oder Silber legiert - hat in elektrischer Hinsicht keinerlei Vorteile: in punkto Leitfähigkeit sind ihm die weniger prestigeträchtigen Alternativen Kupfer und Silber weit voraus. Als Edelmetall lässt sich Gold sehr schwer oxidieren und hat außerdem die höchste Duktilität (Blattmetall...) von allen Metallen - wegen seiner hohen Dichte hat es aber auch eine für Membran-Leiterbahnen extrem ungünstig hohe spezifische Masse, die fast den DOPPELTEN (!) Wert von Blei erreicht. Selbstverständlich klingt ein HE-6 anders als ein HE-5, wem der wesentlich teurere HE-6 klanglich eher zusagt kann sich die HE-5-Treiber leicht upgraden: ein genau berechneter und sorgfältig befestigter Bleiklumpen auf der Membran sorgt für den notwendigen Gewichtsausgleich, die geringfügig schlechtere Leitfähigkeit von Aluminium im Vergleich zu Gold ist durchaus vernachlässigbar...
Auch von Silber, Kupfer und Aluminium gibt es Blattmetall mit bis zu 0,2µ Dicke, das sich sehr leicht 'hauchvergolden' lässt...

Gold hat viel mit Geld zu tun, irgendwie muß HiFiMan ja den heftigen Preisunterschied zu den 'billigen' Aluminiumspulen des kleineren Modells HE-5 rechtfertigen, besonders angesichts des aktuell schwindelerregend hohen Goldpreises...Voodoo lässt grüßen und Marketing-Tricks lauern überall...

Nach nächtelangen interessanten Hörsitzungen - zusammen mit vier hochqualifizierten Mitstreitern bzw. Mithörern, allesamt Musiker mit akademisch-systematischem Gehörbildungstraining - quer durch die Musikliteratur habe ich eine Menge dazugelernt und kann das Hörexperiment Röhre/Halbleiter auf folgenden Punkt bringen: nicht ein einziges mal bin ich ins Grübeln gekommen, welchem Verstärker ich den Vorzug gebe - für meine Hörgewohnheiten (!) hat im direkten AB-Vergleich mit ihren Röhrenkollegen die Audicula-Halbleitervariante lediglich optisch eine Chance, akustisch ist das Bessere der Feind des Guten, wobei es auf diesem hohen Niveau kein 'besser' gibt, sondern eher ein 'nuanciert anders' im Sinne von einem 'für meine Hörerfahrung (!) stimmiger' - alles andere ist profilneurotisches 'Gequatsche'.

Eines wäre vielleicht hier noch kommentarlos zu erwähnen: eine perfekt 'selbstgestrickte' Kopfhörerzuleitung - von mir im Vorfeld verbal und natürlich klassisch-lateinisch nach der auch in der Homöopathie bekannten Methode "Placebo by Proxy" angemessen und äußerst bedeutungsschwanger als FILUM TINNIMENTUM PRINCEPS FIDELIS ( = Klingeldraht mit hervorragender Ehrlichkeit...) entsprechend "aufgeblasen" - für meinen auf Steckverbindung umgerüsteten AKG K701 aus einfachstem 'Klingeldraht', 3x0,5mm 'solid core' zu 10 Eurocent pro Meter, jeweils einzeln PVC-isoliert, zur Konditionierung einer positiven Erwartungshaltung das wenig flexible dreipolige Drahtgeflecht fein säuberlich "versteckt" in optisch äußerst wirkungsvoll inszeniertem, feinsten Diolen ® Gewebeschlauch (man denke an die attraktiven, in feinen, kleinen Gläsern verpackten GLOBULI...), an den Enden hochwertiges Steckermaterial von NEUTRIK ®, fand bei vielen objektiv hochqualifizierten (!) Teilnehmern diverser Hörsitzungen ganz besonders und immer wieder positive Zustimmung, die für die Klangbeschreibung verwendeten nichtssagenden "HiFi-Adjektive" erspare ich mir und dem geneigten Leser, jeder Interessent kann dieselben in den zahllosen "Reviews" der elektronischen Medien und der Print-Presse nachlesen...

Drei Beispiele aus unterschiedlichen, mir sehr vertrauten Bereichen, bieten in diesem Zusammenhang eine interessante Vergleichsmöglichkeit:
1) In der analogen Mittelformat-Farbdiafotografie gibt bzw. gab es eine ganze Palette exzellenter Premium-Normalobjektive: Biometar (Zeiss-Ost), Planar (Zeiss-West), Takumar (Pentax), Sekor (Mamiya), Nikkor (Nikon), Zenzanon (Zenza-Bronica), Curtagon (Schneider), Xenotar (Schneider), aber auch das weithin unterschätzte ukrainische Volna (Kiev). Es sind allesamt hochgezüchtete 5- bis 7-linsige Doppel-Gauss Objektive, deren mechanische Qualität zwar sehr unterschiedlich ausfällt, die sich in ihren Abbildungsleistungen aber nur in winzigen Détails bei offener Blende auf dem technischen Datenblatt (!) voneinander unterscheiden.
Fotografiert man mit diesen 9 Objektiven eine Bildserie (!) vom gleichen Objekt mit dem jeweils gleichen analogen Umkehr-Farbfilm (sog. "Diafilm", wer kennt den heute noch...), identischer mittlerer Blendenöffnung (!) und identischer Belichtungszeit, lässt sich in den entstandenen Diapositiven aufgrund des auf die Spitze getriebenen optischen Niveaus der Objektive außer einer nuanciert-unterschiedlichen Farbwiedergabe - bedingt durch die jeweils firmenspezifische Farbdispersion der Objektivlinsen und ihrer Beschichtung - kein weiterer Unterschied feststellen. Wahrnehmbare Qualitätsdifferenzen gibt es bei den angegebenen Bedingungen keine, es kommen ausschließlich die persönlichen Vorlieben bzw. Abneigungen des Fotografen bei der Bewertung der verschiedenen Farbnuancen ins Spiel, die selbstverständlich auch für spezielle bildkünstlerische Intentionen genützt werden können. Auch hier gilt im übrigen: die unterschiedlichen Farbnuancen werden ausschließlich im direkten (!) Vergleich vom trainierten Auge registriert !

2) Engagierte Fotografen kennen sicher die bekannte NEX-Serie der Firma SONY - durch das E-Mount Objektivbajonett lassen sich die besten Analogobjektive der Kleinbild-Ära an diese spiegellosen Kameragehäuse adaptieren, auch ein Leitz Noctilux-M 50mm ASPH mit der Anfangsöffnung 1:0,95 für das Leica M-System (ca.11000 €...) gehört sicher in diese Kategorie. Fotografiert man mit diesem spektakulären Objektiv mit einer "ruhmreichen" digitalen Vollformat Leica M-9 kritische Motive und vergleicht die entstandenen Bilder mit den Bildresultaten, die der APS-Sensor und die Software einer sowohl preislich attraktiven wie leistungsfähigen Sony NEX-5 oder NEX-3 mit Objektivadapter und genau diesem Objektiv (!) unter Berücksichtigung der längeren Brennweite (75mm) und selbstverständlich im manuellen Modus produziert, wird auch das trainierte Auge außer einer farblich nuanciert unterschiedlichen Signatur überraschenderweise kaum einen Unterschied feststellen. Qualitativ befinden sich die Bildergebnisse mit beiden Gehäusen schlicht und ergreifend auf einem sehr hohen Niveau...

3) Ähnlich feine Nuancen bei der Bewertung sind auch im Bereich der Premium-Konzertflügelfabrikate zu registrieren: ob ein Steinway&Sons D-274, ein Bösendorfer Imperial, ein C.Bechstein D-282, ein Yamaha CFX oder ein Fazioli F278 bzw. F308, es handelt sich bei allen genannten Instrumenten um Spitzenprodukte des modernen Flügelbaus, über deren instrumentenbauliche Qualitäten, über Mechanik, eingesetzte Materialien und über ihr klangliches Potential man nicht diskutieren muss, da sind diese Instrumente in jeder Hinsicht auf gleicher Augenhöhe, sieht man einmal von den vollen acht Oktaven Umfang beim Imperial von Bösendorfer und von dem besonders schallstarken 3-Meter-Instrument von Fazioli ab. Klanglich gibt es deutlich nuancierte Unterschiede auf höchstem Klangniveau zwischen den Fabrikaten, selbstverständlich sind diese realiter auch nur von einem entsprechend trainierten Ohr detektierbar, nicht linear reproduzierende HiFi-Anlagen verfälschen deutlich die typischen Akustikprofile der Instrumente.
Es gibt auch eine ganze Reihe von Kompositionen, die von ihren Komponisten ausdrücklich für ein ganz bestimmtes Flügelmodell konzipiert wurden, hier vor allen Dingen die Klavierkonzerte Nr.2 und Nr.3 von Bela Bartòk und das Klavierkonzert Nr.1 von Ernö Dohnányi - alle drei Werke der beiden ungarischen Komponisten jeweils für einen Bösendorfer Imperial Flügel...jedes Fabrikat trägt die eindeutige klangliche Handschrift des jeweiligen Herstellers, klangliche Verfälschungen durch manipulierten Frequenzgang der elektroakustischen Reproduktion sind deswegen eher unerwünscht...

'Weniger ist meistens mehr' oder auch 'the simpler, the better' - genau hier liegt nach meinen Erfahrungen die Wahrheit: ein vergleichsweise ziemlich einfach gestrickter Röhrenverstärker kommt dem (unrealistischen...) Idealfall eines 'verstärkenden' Drahtstückes schon ziemlich nahe, seine elektronische Konfiguration ist in ihrer übersichtlichen und konkurrenzlosen Simplizität kaum zu überbieten, das zu verstärkende Signal durchläuft im AUDICULA-II pro Kanal neben einigen passiven Bauteilen ganze zwei aktive Triodensysteme, bevor es in den Kopfhörertreibern ankommt - in der Halbleitervariante AUDICULA-HL sind es über zehnmal (!) mehr aktive Bauteile, die das Signal passieren muss, bis es am Ziel ankommt, das kann einfach nicht so gut funktionieren. Hinzu kommt die bekannte Tatsache, daß es sich mit der Versorgungsspannung einer Audioschaltung ähnlich verhält wie mit dem Hubraum eines Hubkolbenmotors oder mit der Negativfläche in der Analogfotografie: je mehr davon vorhanden ist, desto mehr steigert sich das Leistungspotential - hier hat die Röhrenschaltung prinzipbedingt die Nase vorn...

Mein ganz persönlicher Beitrag zu den Themen INTEGRIERTE OPVs versus DISKRETE OPVs und OPV-Rolling: die nicht unerhebliche Investition für die beiden diskreten Burson-Operationsverstärker ist für neue hochkarätige Audio-Software in Form von neuen CDs (deren inhaltliche und klangtechnische Qualität ohnehin den eigentlichen Wert einer Audio-Anlage ausmachen...) weitaus sinnvoller angelegt, eine in diesem Zusammenhang häufig behauptete signifikante Klangverbesserung durch diskret aufgebaute OP-Verstärker kann ich in keinem Fall bestätigen. In der heißumkämpften Verstärkernische für Kopfhörer sind die Marketingabteilungen ständig auf der Suche nach Aktivitäten, die dem HiFi-Fan den angeblichen klanglichen "Durchbruch" versprechen, den aktuell insbesondere eine aufwändige symmetrische Verstärkerkonzeption oder der diskret aus Einzelbauelementen aufgebaute Operationsverstärker realisieren sollen.
Insbesondere bei klangtechnisch exzellenten Aufnahmen subtiler Kammermusik punkten die beiden integrierten Standard-Operationsverstärker NE5534AN mit höchst sensibler Feinzeichnung, wobei der weithin unterschätzte, mittlerweile 'klassisch' gewordene und für ein paar Cent (!) erhältliche Audio-Operationsverstärker NE5534AN sich in dieser Schaltungsumgebung außerordentlich wohl fühlt und seinem auf dem Papier objektiv besseren 'Tuning' - Konkurrenten LME49710HA klanglich eindeutig den Rang abläuft ... auch die Top-KHV von Violectric ® arbeiten mit diesem hochkarätigen Audio-Klassiker. Gute Audio-Performance ist eben weitaus mehr als auf einem schlichten Datenblatt mit Spitzen-Messwerten untergebracht werden kann.
Last but not least: eine ganze Reihe von NE5534AN sind im analogen Elektronikteil des inzwischen legendären Studio CD-Players D731 von STUDER ® (gehört heute wie AKG ® zum US-Konzern Harman International ®) verbaut, der es ähnlich wie der ebenfalls in der Schweiz gebaute NAGRA ® CDC zu einer audiophilen Berühmtheit gebracht hat und sogar die völlig überteuerten und überschätzten dänischen Gryphon ® Player überholt - Tonmeister schwärmen heute noch von den klanglichen Qualitäten des kompromisslos konstruierten D731, der leider seit einigen Jahren nicht mehr produziert wird: es hat sich nicht nur bei Profis und Audio-Insidern herumgesprochen, daß man in den diversen eidgenössischen Audio-Edelschmieden wie Precide SA ® (Ergo ® A.M.T. Kopfhörer), Thorens ® , Nagra-Kudelski ® oder Studer-Revox ® tüftlerisches Fingespitzengefühl hat und eine gehörige Portion von Elektroakustik und Elektronik versteht ...

Es gibt anscheinend auch im Audio-Halbleiterlager aktive Bauteile, die ähnlich wie eine altehrwürdige EL84 (ebenfalls ein PHILIPS-Design...) auf Anhieb ein Volltreffer sind und sich über die Jahre sämtlichen Versuchen zu einer nachträglichen Optimierung widersetzen.

Mein Fazit: wie immer bei Audio-Themen ist größte Vorsicht mit Marketing-Sprechblasen, 'realsatirischen' HiEnd-Meinungen und Höreindrücken anderer Leute angebracht, intensiv empfundener Konsumdruck stört nachhaltig die Fähigkeit zur differenzierten Hörwahrnehmung, die Korrelation 'hohe Preisklasse' / 'hohe Qualität' von HiFi- bzw. HiEnd-Komponenten befindet sich häufig in auffälliger Schieflage...
'Vorsichtig sein' betrifft selbstverständlich auch die eigene Hörwahrnehmung, bei der es, je nach Tagesform, immer wieder vermeintliche klangliche Unterschiede bzw. Hörillusionen gibt, die sich nicht nur auf Nuancen beschränken können...

Davon zu unterscheiden ist der in unsäglichen "Wortgefechten" arrogant auftretende, angeblich (!) "IKL-freie" (das ließe sich sehr schnell und spielend einfach in einem speziellen Hörtest sofort überprüfen...) Möchtegern-Ultra-Hörer mit seinem ins Gigantomanische reichenden Audio-Selbstbild, der sich nur allzu gern als maßstabsetzende Autorität begreift und sich zur Demonstration derselben verzweifelt an eine selbstgestrickte unangreifbar-elitäre päpstliche Unfehlbarkeitsaura klammert, die ihn vor schlagkräftigen Argumenten und anders gelagerten Meinungen zum Thema schützen soll, ganz im Stil von 'Big Mouth' Cassius Clay alias Muhammad Ali:

- "I am the greatest" -

Er kann keinen wie auch immer gearteten wasserdichten Beleg für seine 'grenzenlosen' Hörfähigkeiten vorlegen, eine fortwährende Behauptung langjähriger IKL-freier (!) Hörpraxis reicht schlichtweg nicht aus. Zudem ist er selbstverständlich Mitglied im hoch-exklusiven Club der behaupteten AKL - Hörer (das sind diejenigen, die sich angeblich im Besitz der allein seligmachenden "Außer-Kopf-Lokalisation" wähnen, die conditio sine qua non schlechthin für eine Befähigung zur hochqualifizierten KH-Bewertung... )...

Völlig überzeugt von seiner Deutungshoheit verkauft er subjektive Einsichten als objektive Wahrheiten, so nach dem Motto, "mein Hörapparat gibt das her", genau das tut dieser eben nicht, schwer zu begreifen ist das eigentlich auch nicht.
Er besitzt beneidenswerte und jederzeit verfügbare transzendente Hörleistungen bis hin zum Abwinken und 'Ein'- bzw. 'Ausrasten', deren spektakuläres Ausmaß einen Vergleich mit der Fähigkeit eines Petrus, auf dem Wasser zu spazieren (siehe Matthäus 14, 25-33.. ), keineswegs zu scheuen braucht. Er kann nicht nur die schadstoffgeplagten 'Flöhe husten' hören, sondern darüber hinaus auch die subtilen akustischen Begleiterscheinungen des allseits bekannten 'Graswachsens' wahrnehmen, einschließlich einer präzisen Differenzierung des unterschiedlichen 'klanglichen Feinsinns' der Wuchsvorgänge gängiger Grassorten wie etwa Wiesenschwingel, Wiesenlieschgras und Bastardweidelgras. Angeblich "antrainierte" AKL macht alles möglich, auch exakte Prozentzahlen für die klanglichen Unterschiede sowie akustische 'Hochrechnungen' zu einem in der Zukunft liegenden Klanggeschehen von HiFi-Komponenten werden ganz locker aus dem Ärmel geschüttelt...
Der für sprachsensible Zeitgenossen niederschmetternd-unerträgliche und höchst widersprüchliche Voodoo-Jargon voller aufgeblasener Worthülsen, mit dem er seine als 'Klanganalyse' (!) bezeichneten, behaupteten Hörwahrnehmungen metaphorisch verklärt vorträgt, verschleiert lediglich die völlig trivialen Zusammenhänge, nach einem wirklichen Inhalt sucht man vergebens: mein Vorschlag wäre die Schaffung eines entsprechend dotierten Negativpreises (vielleicht DSDSSP 'Deutschland Sucht den SuperSprachPanscher'...) für besondere Leistungen in der 'Verschwurbelungskunst' von HiEnd-Prosa, in der Jury sitzen selbstverständlich hochkarätige Germanisten, dann wäre vielleicht endlich mal mehr Ruhe in diesem Karton...

Derartige "Hifi-Hör-Gurus" mitsamt ihren Jüngern gibt es zuhauf und je lauter sie sich insbesondere bei kritischen Einwänden artikulieren, umso deutlicher wird ihre unauflösliche und dichte Verstrickung in ihrer kompletten Realitätsferne - die meisten davon sind nach meinen Erfahrungen nicht mal in der Lage die 4 reinen Quarten und die große Terz einer regulären Gitarrenstimmung ohne ein elektronisches Stimmgerät ordentlich hinzubekommen...

Ein genialisch ausgebildeter Hörsinn ermöglicht dem 'akustischen Erbsenzähler' mit schwindelerregender Präzision das Hören der angeblich (!) unterschiedlich ausgeprägten klanglichen Finessen von symmetrischem und unsymmetrischem Kopfhörerantrieb, wobei die aufwändigere und kostenintensivere symmetrische Konzeption selbstredend die klangliche Nase stets vorn hat.
Aber: der seit einiger Zeit allerorten als das akustische 'Non Plus Ultra', 'State of the Art' (mittlerweile gibt es einen aktuellen Medienhype rund um den neuen, symmetrisch agierenden kanadischen Bryston ® BHA-1...) hochgelobte, optisch höchst attraktiv inszenierte (bei der klanglichen Bewertung von Audiogeräten oft ein ganz entscheidender Faktor...) LIQUID FIRE ® Hybrid-KHV von Alex Cavalli (ein Namensvetter des berühmten venezianischen Opernkomponisten Francesco Cavalli) hat 'nur' ein reguläres unsymmetrisches Konzept anzubieten, mit ganz gewöhnlichen 3-poligen 1/4 Zoll Stereoklinkenbuchsen, die nun ihrerseits völlig unqualifiziert und damit auch grundlos schlechtgeredet werden...
Im übrigen haben nach meiner Auffassung in einem Kopfhörer-Verstärker mit einer derartig schwindelerregenden Preisforderung billigste 90-Cent China-Keramik-Röhrenfassungen, die zudem auch noch optisch deutlich sichtbar inszeniert werden und deren Kelchfederkontakte wohl kaum 10 Röhrenwechsel ohne Probleme überstehen würden, schlichtweg nichts verloren. Das gilt gleichermaßen für die JJ ® (Jan Jorgo) Allerweltsröhren 6922 bzw. E88CC, für die mit dem irreführenden Begriff "JJ-Tesla-Tubes" geworben wird - JJ-Tesla-Röhren gibt es nicht, es handelt sich um eine Erfindung der Marketing-Strategen, die Ära der mit Recht damals hochgelobten Tesla ® -Röhren aus der ehemaligen Tschechoslowakei ist seit einigen Jahrzehnten mehr als mausetot. Auch wenn JJ-Röhren aktuell auf den ausrangierten alten Tesla-Maschinen hergestellt werden ist die Qualität der heutzutage gefertigten Röhren mit der Qualität von Tesla NOS-Röhren wegen der besonderen Situation in den Goldenen Jahren der Röhren-Ära nicht vergleichbar: das vorhandene aktuelle Röhren-Know-How und die Qualifikation des heutigen Wartungs- und Fertigungspersonals ist vergleichsweise drastisch reduziert, die hochwirksamen, aber teilweise hochgiftigen und schwach radioaktiven Rohstoffe für die einstige Röhrenproduktion sind heute verboten, die Ersatzteil- und Wartungssituation des komplizierten und verbrauchten alten Maschinenparks ist mehr als ungünstig...
In dieser kaum zu glaubenden, fulminanten Preisregion muss einfach alles stimmen, deswegen sollte nach meiner Auffassung eine wertige Detailverliebtheit selbstverständlich sein: feine Röhren-Teflonfassungen (es gibt sie auch für Printschaltungen...) und hochwertige NOS-Röhren à la Telefunken CCa gehören im 3000€-KHV-Premiumsegment zu einer angemessenen Bauteilausstattung - ein Plastiklenkrad in einer extravaganten Hochpreis-Luxuslimousine wäre eben auch mehr als daneben...
Mittlerweile wurde der unsymmetrisch konzipierte Hybrid-Verstärker Liquid Fire® durch den symmetrischen Halbleiter-Verstärker Liquid Gold® (zum Thema 'Gold' siehe oben...) zum doppelten Preis (!) ersetzt...ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

Aber zurück zum Thema: Der Klangunterschied von 50cm und 100cm Cinch-Audiokabel der gleichen Sorte, von eingespielten und nicht eingespielten bzw. neuen Verbindungskabeln, von 'handgezogenem', maschinell hergestellten und 'quantentechnisch' (was für ein konkurrenzloser Nonsens...) behandeltem Silberdraht, von 'jugendlich-neuen' und 'gereiften', eingespielten Verstärkern, von eutektischem Lot (Sn63Pb37), nicht-eutektischem Lot (Sn60Pb40) und Silberlot (Sn60Pb36Ag4), dem unvergleichlich feinsinnig-fetzig-furzigen Sound des tiefen Blechregisters beim Betrieb der Geräte-Elektronik mit Biogas-Stromversorgung aus der nachbarlichen Rinderstall-Methangasanlage, von Valenz- und Leitungsbandelektronensound im Netzkabelmetall, von Geräten mit Batterie / Akku / Netzbetrieb, Schaltnetzteil (siehe auch MalValve ® headamp three für 4000€...) und Trafonetzteil, NiCd- und Li-Ionen-Akkus, von Flash-Speicherkarten verschiedener Hersteller (bitidentische Dateien vor ihrer Analogkonvertierung - grübel grübel...), ja sogar die klanglichen Unterschiede bei erhöhter Sonnenaktivität und verschiedenen Mondphasen sowie der Einfluss der Luftverschmutzung auf die Übertragungsqualität des altehrwürdigen UKW-Stereorundfunks werden eindeutig "detektiert" (so heißt das mittlerweile im passenden Fachjargon...) - jeder, der in der Lage ist, physikalische Gesetzmäßigkeiten nicht mit x-beliebigem esoterischen Mummenschanz zu verwechseln, kann eigentlich über derartig hanebüchenen Ultra-Unsinn nur den Kopf schütteln .

In diesen Zusammenhang gehört auch das berüchtigte 'Ausphasen' der Netzzuleitung und die damit angeblich verbundenen akustischen Wirkungsmechanismen - welch eine Wohltat, wenn man eidgenössischer Bürger ist und seinen Wohnsitz im Land der wirklich ehrwürdigen HiFi-Träume STUDER-REVOX®, NAGRA-KUDELSKI® und diverser anderer hochkarätiger Mitstreiter hat: der Schweizer Schuko-Stecker verhindert ein Drehen des Steckers und damit ein Vertauschen der L- und N-Zuleitung...lediglich der geübte Bastler kommt hier zum Zug...
Für die Hardcore-HiFifreaks ist dies aber alles kein Problem, deren Einfallsreichtum ist wie oben zu lesen schier grenzenlos, vom "Raum-Harmonizer" und der "quantentechnischen Optimierung" bis zur kürzlich im Netz gefundenen Idee mit dem 'klangverbessernden' und natürlich traumhaft-teuren Trafo-Montagedeckel aus 'musikalischer' (!) Glockenbronze - das ist einfach nicht nur genial sondern mindestens ebenso 'geil'..., oder auch die gelesene Behauptung, man höre etwa den Unterschied von Holz- und Elfenbeintasten eines Klavierinstruments - selten über derartigen Ultra-Blödsinn gelacht, der sehr viel über den Kenntnisstand der Autoren verrät...wie wär's etwa mit einer unüberbietbaren 'musikalischen' Verdrahtung des Verstärkers mit echten, von einem Stargeiger der Szene wie David Garrett (eigentlich David Christian Bongartz...) selbst über Jahre eingespielten Violinsaiten ? Garrett / Bongartz steht nicht im Verdacht, die in der Alten Musik üblichen "Nichtleiter" wie Darmsaiten auf sein Instrument aufzuziehen...
Das wäre doch mal eine wirklich erfolgversprechende neue Idee, die musikalische "Genialität" des Virtuosen materialisiert in der Verbindung der Verstärkerelektronik ... aber stop: da gibt es doch noch das Voodoo-Problem mit dem ferromagnetischen Leitmaterial, wegen des kräftigen Tons spielt er auf Saiten mit Feinseilstahlkern, seine E-Saite ist standardmäßig aus reinem Chromstahl...

Wahrhaft echte musikalische Hörprofis wie ein J.S.Bach oder ein W.A.Mozart würden angesichts solch "brillanter" Hörleistungen aus dem Staunen nicht mehr herauskommen und hätten ihren Ohren wohl nicht mehr getraut...

Wenn es aber schlichtweg darum geht, z.B. den Klang einer Sopranstimme von einer Altstimme, einer Altstimme von einer Counter-Altstimme, einer Violine von einer Viola (selbstverständlich nicht in ihren typischen Randlagen sondern im jeweils gleichen Oktavbezirk...), einer historischen und einer aktuellen Geige, einem italienischen und einem flämischen Cembalo, die beiden 8'- Orgelregister Fugara und Viola da Gamba oder eine Kirnberger Stimmung von einer Werckmeister und einer mitteltönigen Stimmung eindeutig voneinander zu unterscheiden, - samt und sonders spezielle

musikalische (!)

Höraufgaben - die selbsternannten Hardcore-HighEnder wären mit ihrem Hör-Latein völlig am Ende, da sie nur in den allerseltensten Fällen (!) weder mit den natürlichen Klangfarben von Instrumental- und Vokalstimmen noch mit anspruchsvollen musikologischen Hörphänomenen hinreichend vertraut sind...

Immerhin gelang es vor einigen Jahren nicht einmal den selbstsicher für sich das Adjektiv 'erfahren' in Anspruch nehmenden, mit Sophisticated-Hearing und seinen verästelten Micro-Nuancen angeblich bestens vertrauten 'HiFi-Göttern' bzw. Fachjournalisten einer 'renommierten' HiFi-Hochglanzfachpublikation bei einem Vergleichs-Blindtest die klanglichen Eindrücke von Compact Disc und Compact Cassette ( mit Dolby NR ! ) der jeweiligen Quelle eindeutig zuzuordnen. Dabei sollte man sich klarmachen, daß die analoge Compact Cassette im Vergleich zur digitalen Compact Disc ziemlich miserable technische Voraussetzungen mitbringt: u.a. relativ geringer Frequenzumfang durch geringe Bandwellenlänge (geringe Bandgschwindigkeit) und niedriger Störspannungsabstand durch die extrem geringe Spurbreite des Cassettenbands von 0,6mm (!). Mit der enormen Qualität hochwertiger Cassettenbänder und den elektronisch und mechanisch hochgerüsteten Repräsentanten der Endphase analoger Magnetbandtechnik, den extrem aufwändig konstruierten 3Kopf HiTech-Cassettenmaschinen mit mikroprozessorgesteuerter Bandsorten-Vormagnetisierung/Empfindlichkeit/Entzerrung, konnten die Nachteile der Magnetbandtechnik zumindest teilweise kompensiert werden.

Es gibt eben keine sinnreiche Alternative zu ihm - von Voodoo-Fans, den oben erwähnten selbsternannten Wunder-Hörern, den Hi-Fi-Gurus mitsamt der an ihren Lippen hängenden Gefolgschaft, aber auch von Marketing-Strategen wird er mit fadenscheinigen Argumenten abgelehnt, außerordentlich gefürchtet und gemieden wie vom Teufel das Weihwasser: der berühmte Blindtest - immerhin möchte man ja gerne wissen, was von einem individuell und damit subjektiv wahrgenommenen Höreindruck, einer simplen 'Hörmeinung' eben und dem wortreichen Geschwurbel über dieselbe denn nun intersubjektiv nachvollziehbar einigermaßen der Hörwahrheit entspricht. In der seriösen Weinverkostung durch eine Fachjury schon längst etablierter Standard, in der Bewertung von akustischen Eindrücken im "Probespiel", d.h. im Bewerbungsvorspiel eines Kandidaten bzw. einer Kandidatin für eine Orchesterstelle ebenfalls ein bewährtes Szenario: um den bedeutsamen Einfluss "musikfremder" Faktoren wie Aussehen, Geschlecht oder Ethnie von der eigentlichen musikalischen Leistung auszuschließen wird die Wirkung der optischen Dimension der eingeladenen Bewerber auf die Jury während des Vorspiels stets durch einen Paravent unterbunden - strategisches Opto-Pimpen (man kennt das nicht nur von Accuphase...) der Kandidaten ist somit völlig zwecklos...

Der vielzitierte "Blindtest" in der etablierten HiFi-Szene stößt wegen seiner sowohl erhellenden aber eben auch unbarmherzig ENTLARVENDEN Wirkung fast ausschließlich auf Ablehnung - ein interessantes Beispiel in diesem Zusammenhang, wie sich die Elektronik (CD-Player+Verstärker+Verkabelung) einer ca. 600-Euro-Anlage zu einer ca. 10.000-Euro-Anlage im Blindtest (38 Testpersonen mit trainierten Ohren...) mit der simplen Fragestellung "Welche akustische Reproduktion gefällt dir besser?" verhält, findet man hier... - die Testergebnisse haben mich keineswegs überrascht...

Dabei ist das argumentative Gewicht des reproduzierbaren Blindtests (randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert) - sorgfältig geplant und selbstverständlich 'gewürzt' mit zufällig eingestreuten Placebo-Durchgängen - nicht von der Hand zu weisen: Eine Blindteststudie mit optimiertem Testdesign und somit hoher Testqualität (RCT) steht in der Hierarchie der sechs Evidenzklassen (Ia bis IV) - und damit in der Aussagequalität der Testresultate - ganz oben (Evidenzklasse Ia), die Meinung einer angesehenen Autorität hingegen STEHT GANZ UNTEN (Evidenzklasse IV), die Sicherheit seiner Empfehlung ist demnach ganz deutlich am schwächsten...

Die Aussagekraft solcher Testverfahren bleibt zweifelsfrei die einzige Option einer zuverlässigen und glaubwürdigen Evaluierung der Möglichkeiten und der Grenzen einer auditiven Differenzierbarkeit - das oft angeführte Argument der hohen "Stressbelastung" der Probanden im Blindtest, die angeblich zu einer unangemessen hohen Einflussnahme auf das Testergebnis führt, ist dabei wenig stichhaltig oder einfach nur Quatsch: JEDE(R) gute ausführende Musiker/in hat unter massiver Sozialkontrolle, also bei der öffentlich-konzertanten Darbietung von Musik, unter höchster Stressbelastung ein vergleichsweise hochkomplexes und extrem differenziertes Leistungspaket ohne die geringsten Korrekturmöglichkeiten abzuliefern, ein Leistungsspektrum das motorisch, sensorisch, intellektuell, emotional und musikalisch allerhöchste Anforderungen und die Anspannung aller körperlichen und geistigen Resourcen bedeutet, was sich im übrigen sehr oft sehr positiv auf das erreichte künstlerische Resultat auswirkt...im Blindtest geht es lediglich um DAS HÖREN...so what ?

Ein trotz vieler berechtigter Einwände (u.a. wird in den ersten beiden links die 'Spielbarkeit' des Instruments mitbewertet...) durchaus bemerkenswertes Beispiel gibt es hier... bzw. hier... (Informationen zum Testverfahren, engl.), oder auch hier...

Vielleicht kennt man in dem Zusammmenhang ja auch die short-story 'Geschmack' des britischen Autors und Großmeisters des makabren Humors Roald Dahl (1916-1990): Ein 'angeblicher' Weinkenner behauptet Weinlage und Jahrgang eines Weines in einer Blindverkostung angeben zu können und bietet für den Fall seines Irrtums in einer Wette seine zwei Häuser dafür an. Falls seine Angaben hingegen zutreffen würden hat ihm sein Gegenspieler seine Tochter zur Frau zu überlassen. Der angeblich unfehlbare Degusteur gewinnt zunächst die abgeschlossene Wette, wird aber alsbald durch seine versehentlich liegengelassene Lesebrille im Nebenzimmer, in das er sich heimlich Zugang verschafft hat und in dem die Vorbereitungen für die Wette stattfanden, vom Butler des Gastgebers als Betrüger entlarvt...

Und noch etwas: Wie sehr die pure Hörgewohnheit Einfluss auf die qualitative Bewertung von akustischen Medien nimmt beweist eine Testserie, die Jonathan Berger - Professor für Musik an der renommierten Stanford University - mit seinen Studenten durchgeführt hat, die aufgrund ihrer jungen Jahre noch (!) über vergleichsweise leistungsfähige akustische Rezeptoren verfügen: Vinyl, CD und MP3 Aufnahmen standen dabei zur Auswahl, bevorzugt wurde einhellig MP3...siehe auch hier (Text englisch).

Am ETI-Detmold hatten wir seinerzeit nicht nur enorm viel Spaß mit derartigen Tests, die so manche hochgelobte HiFi-Komponente und so manches behauptetes "Goldohr" gnadenlos entzaubert haben, vieles davon ist auch in so manche Diplomarbeit eingeflossen - eine gewisse "Maliziösität" - selbstverständlich gepaart mit dem unvermeidlichen Rat einer Überprüfung der Hörleistung beim Otologen - war dann am größten, wenn die allseits bekannten 'Hörspezialisten' wiedermal gewaltig mit ihren 'stupenden Hörleistungen' gnadenlos danebenlagen und mit den ganz normalen und nachgewiesenen Wahrnehmungsgrenzen unseres Hörsystems konfrontiert wurden: Perzeptionsschwellen und Wahrnehmungstäuschungen sind nunmal völlig natürlich, da macht die auditive Wahrnehmung keine Ausnahme und jeder, der sich über die Tatsachen hinwegsetzt, muss den Vorwurf der 'Spinnerei' aushalten...
Nach meinen Erfahrungen hat sich daran nichts geändert: diejenigen, die behaupten, Silberkabel A eindeutig von Silberkabel B 'klanglich' (aha...) unterscheiden zu können, geraten schon bei einer eindeutigen Zuordnung von Es- und B-Klarinetten ins Schlingern...

Bei allem durchexerzierten Gehörtraining kam der gehörbildnerische Lernzuwachs keineswegs zu kurz, derartige Hörerfahrungen prägen sich schon sehr tief ein...

Dem berüchtigten 'Pinocchio des Tages' begegnet man in dieser Branche sehr häufig, die Länge seiner Nase korrelliert mit der Größe des 'Goldenen Windbeutels' und hat in manchen Fällen bereits besorgniserregende Ausmaße erreicht, durchaus vergleichbare Beispiele aus einer ähnlichen Richtung sind hier zu finden...

Ein gesundes Maß an Mißtrauen ist in jedem Fall angebracht und sehr empfehlenswert, das ständige Schmökern von Testberichten bzw. lächerlichen Rangordnungen (ein anschauliches Beispiel aus dieser Richtung ist hier zu finden...) ist nach meinen Erfahrungen völlig kontraproduktiv, da es sehr leicht eine Voreingenommenheit generiert - man muss sich schon selbst auf die Socken machen: wenn man mit dem klanglichen Resultat einer Komponente zufrieden ist - auch wenn sich dahinter vielleicht eine Hörillusion oder auch Autosuggestion verbirgt - ist das durchaus in Ordnung.
Oder mit anderen Worten: jeder soll doch einfach das hören was er möchte, "mach' dir deine (Hör-) Welt, wie es dir gefällt", Pipi Langstrumpfs Philosophie ist hier zweifellos ein exzellenter Tipp - falls man seine Hörwahrnehmungen und die damit verbundene Empfehlung für bestimmte Audiogeräte als subjektive Empfindungen / Entscheidungen und nicht als eine unumstößliche objektive Faktenlage deklariert, ist dies als eine individuelle Meinungsäußerung durchaus zu respektieren. Daß dieser persönliche "Hörgeschmack" bei der Auswahl des eigenen Audio-Geräteparks mit den strengen Anforderungsspezifikationen von hochprofessionellen, seriösen (!) Aufnahmestudios sehr oft bzw. fast immer diametral im Widerspruch steht, ist dabei völlig normal...

Zu guter Letzt: Musikhören - möglichst live - ist für mich weitaus spannender und allemal sinnreicher als permanentes Testen und Upgraden von Audiogeräten, mitsamt dem immergleichen Durchnudeln von akustisch zwar durchaus spektakulären, aber musikalisch äußerst dürftigen Test-CDs - allen voran Tschaikowskys unsäglich lärmende Ouvertüre 1812 ("ich habe sie mit wenig Wärme und Liebe geschrieben..."), selbstverständlich mit donnernden Kanonenschüssen für die übliche 'Tieftonperformance'...

Es ist eigentlich ganz einfach: über das Ausmaß und die Qualität des musikalischen Erlebnisses einer "Tonkonserve" entscheidet in erster Linie eben nicht das technische Potential einer elektroakustischen Abhöranlage, auch dann nicht, wenn diese in einem häufig behaupteten 'akustischen Lot' (was soll das wohl sein ???) reproduziert - dieses 'akustische Lot' als eine objektiv vorhandene "Messlatte" existiert schlichtweg nicht.
Der "Schlüssel" zum lustvollen, aufmerksamen und faszinierten Hinhören liegt bei den beteiligten Musikern und ihrer emotionalen Botschaft, kein Kopfhörer dieser Welt kann akustisch (!) 'zu Tränen rühren', es sei denn, der stolze Besitzer betrachtet nach dem Erwerb desselben seinen Kontoauszug oder wird von dessen Design überwältigt...

Eine hohe akustische Erlebnisqualität beim Abhören einer elektroakustischen Reproduktion hängt primär von der musikalisch-kompositorischen Qualität der gespeicherten Musik ab, sekundär von Intensität und Qualität ihrer musikalischen Interpretation und tertiär von der vorliegenden Aufnahme- und Wiedergabequalität, d.h. es sind die musizierenden Menschen vor den Mikrofonen, die dafür in erster Linie zuständig sind, niemals irgendein "sagenhafter" DAC, ein "märchenhafter" CD-Player, irgend ein esoterisch aufgeblasenes Verbindungskabel, silbrig glänzende Aderendenhülsen in schwülstigen Netzsteckern und baumwollummantelten Netzkabeln oder was sonst auch immer in einer aufgebrezelten Reproduktionsanlage Verwendung findet...

Maßgeblich noch daran beteiligt sind dabei die Hörfähigkeiten und das vorhandene bzw. nichtvorhandene Rezeptionspotential des Hörenden bzw. Rezipienten, der über die Fähigkeit verfügen muss, das Ausmaß einer objektiven Qualität einer musikalischen Interpretation zu erkennen und zu spüren - es ist wie bei einer "Lichtkonserve" bzw. Fotografie, wo das vorhandene technische Potential der verwendeten fotografischen Gerätschaften nur über das inspirierte Können eines talentierten Fotografen ein intensives visuelles Erlebnis beim Betrachter evoziert, vorausgesetzt dieser verfügt über das passende Rezeptionsvermögen, m.a.W.: eine LEICA mit einem Elmar-Objektiv aus der analogen Kleinbild-Ära oder eine State-of-the-Art Hasselblad ® Mittelformatkamera mit einer herausragenden Zeiss ® Optik und einem perfekten Ilford HP5 ® Filmmaterial (um in der eigentlichen, nämlich analogen Fotografie zu bleiben...) ist auch bei optimalsten Bedingungen niemals ein Garant für ein gutes, bildkünstlerisch wirkungsvoll auswertbares Negativ, dafür ist in erster Linie der Fotograf hinter der Kamera zuständig - wenn dieser sein Métier optimal beherrscht, dann kann er das selbstverständlich auch mit einer billigen russischen LOMO ® und einem chinesischen Lucky-Film...oder ganz "modern" mit dem Handy ...
Genauso wird ein talentierter Ölmaler mit einem preisgünstigen "Forte" Pinsel von DaVinci ganz sicher wirkungsvollere Bilder malen als ein unbegabter Dilettant mit einem teuren "Maestro" Pinsel derselben Firma - es sind ja nur Werkzeuge...

Die begrenzte Lebenszeit ist für das fortwährende Tappen in die überall lauernden Kaufanreizfallen viel zu kurz und viel zu kostbar, die Musikszene und die Musikliteratur haben eine unendliche und leider niemals ausschöpfbare Fülle hörenswerter Musik für die immer weniger werdenden 'Mußestunden' des Lebens anzubieten - womit ich wieder am Anfang des enigma-line Kapitels wäre:

"Listen to the music, don't listen to your audio-gear..."

oder auch

"Don't be the audio-guy, be the music-guy..."


Solid-State KHVerstärker, Frontansicht

Frontansicht AUDICULA-HL - besonders solider und hervorragend linear arbeitender KH-Monitorverstärker, ansprechende Proportionen, elegante Form, aparter Materialmix Aluminium eloxiert / Rotbuche natur, ganz leicht mit Leinöl behandelt, dezente Abmessungen - big is NOT beautiful in every sense, Monster-Kopfhörerverstärker - eigentlich ein Widerspruch - sind von den Marketingabteilungen - wie in der Autoindustrie - aufgrund ihrer tollen Margen entdeckt worden und werden zunehmend "salonfähig", man spricht auch gern von "potenten" oder auch "großartigen Kopfhörerverstärkern, aber: die Assoziation zwischen der "Größe" eines Verstärkers und seinem Leistungs- bzw. klanglichen Potential (groß = "großes Klangfundament" etc.) ist selbstverständlich ein völlig aus der Luft gegriffener Unsinn, es gibt nicht einen einzigen belegbaren Anhaltspunkt für diesbezügliche Behauptungen, das ultimative Ziel eines seriösen HIGH-PERFORMANCE-AMPLIFIER Schaltungsentwicklers war, ist und bleibt Peter Walkers (QUAD...) Idealvorstellung "a straight wire with gain", was selbstverständlich nicht sonderlich realistisch ist - "reduce to the maximum performance" ist da eher eine durchaus einlösbare Devise...
Von dieser aus meiner Sicht sehr sinnvollen Forderung sind viele aktuelle KHV-Modelle doch ziemlich weit entfernt...

Für eine Miniaturisierung der Verstärkerelektronik unter Beibehaltung vorzüglicher Leistungs- und Klangeigenschaften gibt es zahlreiche gelungene Beispiele, die im übrigen so manchen "Muskelprotz" und nicht selten als "musikalisch" (whatever that is.?.) attributierten Boliden aus den obersten Preisregionen gaanz weit hinter sich lassen..., eines dieser herausragenden Miniaturmodule ist das in jeder Hinsicht "saugute" Studio-Kopfhörerverstärkermodul LPA-2a von Funk Tonstudiotechnik Berlin, der als "David" in völlig souveräner Reproduktionsmanier so manchen gigantischen und von seinen Entwicklern schaltungstechnisch riesig aufgeblasenen "Goliath" des Verstärkermarktes für Kopfhörer unerschütterlich und ohne viel Aufhebens (ein Gehäuse muss zugekauft werden bzw. DIY...) schonungslos in Grund und Boden stampft - selbstverständlich ist die feine Platine in Miniatur-SMD-Bauteiltechnik konzipiert und ist obendrein noch außergewöhnlich preisgünstig zu haben - für so manches leistungshungrige Planar-Modell eventuell zu wenig Ausgangsleistung (ca.2x1,5 Watt bei etwa 50 Ohm Impedanz), die schweren "Magnetostaten" sind im professionellen Studiobetrieb aber ohnehin eher die Ausnahme...
Es müssen eben nicht immer die riesigen Oktal-Röhren der 30iger Jahre des letzten Jahrhunderts sein, "klein aber fein" ist eine durchaus wünschenswerte Devise...

Außerhalb eines professionellen Tonstudios kann sich natürlich jeder frei nach Pipi Langstrumpf seine "Kopfhörerwelt" so einrichten, wie es ihm akustisch gefällt, ein im Studio brauchbarer KH-Monitor darf hingegen nur genauso "musikalisch" sein, wie es die "musikalische" Gesamtqualität der Musik-Software zulässt, die man ihm serviert: fügt er dem Originalsignal etwas hinzu oder lässt er vom Originalsignal etwas weg, hat er seine schlichte Vermittlerrolle (mehr ist das nicht...) nur sehr unzureichend eingelöst.


KHV SolidState Variante 2, Frontansicht
AUDICULA-HL, Variante mit zwei Neutrik KH-Buchsen für den A/B-Vergleich von Kopfhöreren, Einzeltaster mit integrierter LED und interner Toggle-Relais Elektronik.

AudiculaHL, Variante 1+2
AUDICULA-HL, Variante 1+2...

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