ludus luminosus


Küstenkutter "Holger Dansk" von der Westküste Nordjütlands...

Fischkutter Jütland

Es gibt nur noch wenige Dörfer im nördlichen Teil der jütländischen Westküste der Nordsee in denen die altehrwürdige Küstenfischerei mit den ca. 8,5 bis 12 Meter langen und noch mit traditioneller Handarbeit in Eichen-Spantbauweise mit "kraweel" beplankten Fichtenholzrümpfen und meist hellblau gestrichenen kleinen Fischkuttern noch betrieben wird - der Rückgang der hauptsächlichen Fischarten wie Scholle, Steinbeißer, Dorsch oder Steinbutt durch die Überfischung nicht nur der dänischen Nordsee lässt ein auskömmliches Überleben der vielen kleinen familiären Fischereibetriebe heute kaum mehr zu, lediglich im Fischerdorf Thorup Strand im südlichen Teil der dänischen Jammerbucht oder in Vorupør kann man noch das traditionelle Anlanden der modernen Fischereischiffe und kleinen Küstenfangboote beobachten, es gibt dort keine Häfen...
Die einst weitverbreiteten pittoresk-nostalgischen Fischkutter waren früher zur Unterstützung ihrer monoton tuckernden Dieselmotoren noch mit Schratsegeln an Haupt- und Besanmast ausgerüstet, deren Segelleistung den Rahsegeln überlegen war und die in nicht seltenen Notlagen auch von einer Person bedient werden konnten. Nach meist 18-stündiger Knochenarbeit der Dreierbesatzung auf See wurden die Kutter stets mit männlicher Muskelkraft auf ihre Anlegeplätze am flachen Strand gezogen und konnten nur beim Heranrücken der Flut wieder auslaufen - die kleinen, überaus seetüchtigen hölzernen Küstenkutter sind längst verlassene Vehikel der Vergangenheit und finden sich fast nur noch als interessante Museumsstücke an so manchen jütländischen Stränden der nördlichen Westküste.
Bei den heutigen größeren Fangschiffen für die Küstenfischerei mit ihren schwereren Stahlrümpfen erledigen das hafenlose Anlanden starke Traktoren, Raupenschlepper oder auch hydraulische Winden.
Fischkutter Jütland

Das RC-Modell "HOLGER DANSK" - ganz bewusst ohne den auslautenden Vokal "e" benannt in Anlehnung an den dänischen Sagenheld "Holger Danske", aber auch an die gleichnamige dänische Widerstandsgruppe "Holger Danske" während der Zeit der nationalsozialistischen Besatzung des Königreichs im Zweiten Weltkrieg - orientiert sich im Wesentlichen an der Konzeption der originalen Vorbilder und vermittelt auch ein klein wenig von dem dänischen Lebensgefühl "Hygge", das sich nur sehr schwer ins Deutsche übersetzen lässt - die typisch deutsche "Gemütlichkeit" ist wohl nicht damit gemeint, auch mit der "Behaglichkeit" trifft man aus meiner Sicht nicht ins Schwarze, vermutlich hat es eher etwas mit den unscheinbaren, ruhig-bedächtigen "Inseln" der Freude in oder nach einem harten und arbeitsreichen Alltag in der oft rauhen, kalten und abweisenden See Jütlands zu tun, bei der für den Berufsfischer am Monatsende häufig nur ein kärglicher Hungerlohn übrig blieb...

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