ludus luminosus


PILAR - Ernest Hemingways berühmtes "Fishing Boat" von 1934

Nachbau 1

Scale-Modell 1:27 der PILAR von 1934 - das Original war ein modifiziertes Exemplar mit tiefergelegtem Cockpit-Deck aus der Playmate-Yacht-line von Wheeler Shipyard Company, Brooklyn, New York, die fast 20 Jahre (von 1920 bis 1939) von Wheeler gebaut wurde. Seit einigen Jahren baut Wheeler eine "Retro-Playmate-Pilar", angelehnt an das Design von damals, jedoch mit modernsten Materialien und moderner Technik, die WHEELER 38...siehe auch hier...

Hemingway bestellte sein Wheeler "Fishing Boat" 1934 nach seiner Rückkehr von einer Großwild-Safari in Afrika - die PILAR wurde damals speziell mit von ihm gewünschten Besonderheiten für das "big game fishing" ausgestattet, insbesondere einer zweiten, kleineren 4-Zylinder "trolling engine" von Lycoming/Pensylvania mit separatem Offset-Propeller zusätzlich zum zentralen Chrysler 6-Zylinder Hauptmotor, einem zweiten Tank für ausgedehnte Hochseetouren, und einer großen waagrechten Rolle am Heck für das Einholen besonders großer und schwerer Fische wie Schwert- und Thunfisch. Die serienmäßige weiße Lackierung des Überwasserrumpfes wurde durch schwarze Farbe ersetzt. Die "flying bridge" mit Motor- und Rudersteuerung auf dem Dach des Cockpits - das Steuerrad stammte von einem FORD, Modell T - ließ Hemingway später anfertigen, jedoch nicht vom ursprünglichen Hersteller Wheeler-Shipyard sondern von einem kleinen boat-yard in Miami.
Um einen kapitalen Fisch mit der Hochsee-Angel effektiv an Bord zu holen hatte die originale PILAR noch einen besonders konzipierten "fighting-chair" im Cockpit - wegen des Zugangs zur unter dem Cockpitboden untergebrachten RC-Anlage der PILAR wurde dieses Detail im Modell nicht realisiert.
Der erfolgreiche Autor vermachte das Boot viele Jahre später seinem Bootsführer Gregorio Fuentes, vermutlich der reale "Santiago" aus dem Roman "The old man and the sea"...
Gregorio seinerseits schenkte das Schiff dem kubanischen Staat, da er die Unterhaltskosten nicht aufbringen konnte - er verstarb 2002 im Alter von 104 Jahren...
Die originale 38 Fuß (12 Meter) große PILAR befindet sich heute im kubanischen Hemingway-Museum in Finca Vigia, in der Nähe der Hauptstadt Havanna, wo der hochdekorierte (Pulitzerpreis und Nobelpreis für Literatur) Schriftsteller und Abenteurer Hemingway seit 1939 lebte, ein zweites Hemingway-Museum existiert in seinem ehemaligen Wohnhaus in Key-West, Florida, Hemingways Heimat von 1928-1939 und der Ort, wohin die Wheeler PLAYMATE-Pilar geliefert wurde.
Mit der Machtübernahme Fidel Castros verließ Hemingway 1960 Kuba - vorwiegend aus gesundheitlichen Gründen - und konnte nach der gescheiterten Invasion in der kubanischen Schweinebucht vom April 1961 nicht mehr auf seine Finca zurück. Seine restaurierte PILAR steht heute im dortigen Hemingway-Museum.
Am zweiten Juli 1961, drei Wochen vor seinem 62. Geburtstag, beendete er - wie sein Vater... - sein Leben in Ketchum, Idaho, ganz im Nordwesten der USA, wo Hemingway seit 1959 ein Haus besaß und wo er seit 1939 gelegentlich zur Jagd und zum Fischen war.

PILAR war der Nickname seiner dritten Frau Pauline, aber auch der Name der energischen Frau des Guerilleros PABLO aus seinem Roman "For Whom The Bell Tolls" (Wem die Stunde schlägt) - die geliebte Yacht musste Hemingway in Kuba zurücklassen, das speziell für das Hochseeangeln ausgerüstete Schiff begleitete ihn bei zahllosen Fishing-Törns auf der Jagd nach großen Fischen, hauptsächlich in den fischreichen Gewässern der karibischen Strömung und des Golfstroms zwischen Florida und Kuba.
Einige Bücher des Nobel- und Pulitzerpreisträgers wurden von den abenteuerlichen Tagen auf See stark beeinflusst, insbesondere "The old man and the sea" und "Islands in the stream"...


Nachbau 2

Eigentlich ist die PILAR als Standmodell konzipiert - trotz der auch für moderne Micro-Elektronik äußerst beengten Platzverhältnisse unter dem Cockpitboden (maximal 25mm Höhe...) verfügt das Modell der PILAR über einen leistungsfähigen Elektroantrieb und eine 2,4 GHz-RC-Anlage...



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