Ludus Luminosus

VILLA SETTEMBRINI, Analoge Schwarzweiß-Fotografie pur
Fine-Print-Galerien

Die digital basierte Fotografie blickt heute (2020) auf eine ca. 40-jährige Entwicklungsgeschichte zurück: ausgestattet mit modernsten Kameras, hochentwickelten Bildsensoren, intelligenter Firmware, gigantischer Speicherkapazität und komplexer Mikroprozessorelektronik ermöglicht sie heute nahezu jedem Amateur ohne jegliche fotografische Grundkenntnisse und mit minimalstem Lernaufwand unter Zuhilfenahme intelligenter Digital-Elektronik, raffinierter Bilddatei-Editoren und Bildbearbeitungs-Software zu ansprechenden und technisch akzeptablen Bildresultaten zu kommen - der gesamte Bildentstehungsvorgang in der Kamera ist vollständig durchautomatisiert, das Einzelbild ist quasi "kostenlos" und mit einfachen Softwaremanipulationen lässt sich aus den digitalen Bilddateien der Kamera am heimischen Rechner per Mausklick der endgültige Bildausdruck an jede noch so abwegige Bildvorstellung anpassen, frei nach dem Motto "it's quite easy to make butter out of shit" oder wie bei der "Schleppnetzfischerei" am Computermonitor das "gute" Bild aus einer Unmenge unbrauchbarer Bilder selektieren - das war beileibe nicht immer so...

Als die Fotografie noch ausschließlich auf analogen, fotochemischen Prozessen basierte, wenige kostbare Bilder bis hin zum Einzelbild der Großformatfotografie auf einem "Film" zur Verfügung standen, das gesetzmäßige Zusammenwirken fotografischer Gestaltungselemente wie Objektposition, Fokussierung, Licht, Schatten, Kontrast, Brennweite, Blendenwert, Belichtungszeit, Schärfentiefe und sensorische Eigenschaften des verwendeten Filmmaterials bei vielen engagierten Fotografen noch bekannt war und jedes Mal von Neuem in eine gestalterische und auch intellektuelle Herausforderung mündete, der komplexe Bildentstehungsprozess bis hin zum fertigen Aufsichtbild einen zweifach-Negativ-Positiv-Prozess erforderlich machte, der seinerseits auf einem langsam-bedächtigen "work-flow" beruhte, war das langwierige Procedere zur Herstellung qualitativ hochwertiger fotografischer Bilder noch nicht so ganz einfach...es brauchte sehr viel Erfahrung und fotografisches know-how, um in der langen Kette der für die Bildentstehung notwendigen Einzelprozesse mit den unzähligen Filmmaterialien, fotochemischen Präparaten und Fotopapieren des Marktes aussagefähige Bildergebnisse zu produzieren. Bereits die typ- und motivgerechten Entwicklung eines fotochemischen Schwarzweiß-Films, der hier sowohl Bildsensor und Bildspeicher zugleich ist, erfordert zur Herstellung eines fototechnisch optimalen Fine-Print-Negativs auch ohne "Zonensystem" einen enormen Fundus an Hintergrundwissen und praktischem Geschick...
Hatte man dies alles, konnten bei sorgfältiger Arbeit und hochwertigem Fotopapier auch mit einer simplen 6x6 Rollfilm Agfa-IsoletteIII von 1950 oder einer Agfa-Billy von 1930, beide ohne Belichtungsmesser ("wenn die Sonne lacht nimm Blende acht..."), die Isolette mit Entfernungsmesser, herausragende und beeindruckende Bildresultate bis zum Format 50x50cm erzielt werden, die sich rein phototechnisch vor den SW-Bildprodukten aktueller hochgerüsteter Vollformat-Digitalkameras in keinem Fall verstecken brauchen - vorausgesetzt die beiden Kameras hatten die außergewöhnliche vierlinsige Spitzenoptik Solinar 1:4,5, eine Tessar ("Adlerauge") -Variante, wurden mit einem formidablen ADOX R17DIN-SW-Dünnschicht Schwarzweiß-Negativfilm von 1950 mit bekannt großzügigem Belichtungsspielraum geladen und es wurde bei der langen Kette der Bildherstellung kenntnisreich und entsprechend sorgsam gearbeitet. Immerhin stecken in der analogen Schwarzweiß-Fotografie 180 (!) lange Jahre Entwicklungsarbeit und Erfahrungen von zahllosen klugen und kreativen Köpfen und was noch hinzukommt war die Tatsache, daß die präzise ästhetische Kontrolle über das endgültige fotografische Aufsichtbild in der langen Kette der Bildentstehung fast immer (!) jeweils von einem engagierten Fotografen vorgenommen wurde - keinesfalls wurde dies einem kommerziellen Großlabor bzw. einem Druckautomaten überlassen...

In meinen Galerien findet man lupenreine durchgängig analog gefertigte Mittelformat SchwarzWeiss-Fotografie, Formate 20x30cm bis 50x50cm, je nach Bildinhalt mit unterschiedlichen Fotopapiersorten, Papieroberflächen und fotografischen Verfahren (u.a. auch Lith-Technik) hergestellt, passepartouriert und in stilvollen Naturholzrahmen präsentiert.
Sämtliche fotografischen SW-Bilder entstanden im eigenen Fotolabor, vergrößert auf den ehemals edelsten und besten Fotopapiersorten des Marktes, u.a. sowohl auf den legendären Agfa Record Rapid Barytpapieren als auch auf den unvergleichlich geschichtsträchtigen ungarischen Barytpapieren FORTE FORTEZO Museum Warmton - beides herausragende und besonders lithfähige Festgradationen mit Hochglanzpotential und unerreichten maximalen Schwärzungsdichten, gigantischem Kontrastumfang und edelster Bildanmutung, fast durchgängig getont mit Kodak Selentoner und mit einer Hochglanzpresse auf spiegelnden Glanz gebracht...

Kenner der mittlerweile leider museal-altehrwürdigen Laborpapierszene wissen sicher, wovon hier die Rede ist - ohne jeglichen auch nur annähernd gleichwertigen Ersatz haben sich einzigartige fotochemische SW-Premiumpapiere der analogen Fotografie auf Nimmerwiedersehen verabschiedet ... eventuell gibt es ja - ähnlich wie bei der Vinyl-Schallplatte - ein analoges Fotografie-Revival mitsamt der untergegangenen Fotopapierszene...



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