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enigma-line Röhren-Kopfhörerverstärkermodul AUDICULA-II © Reinhard Brunsch 'À la recherche du son perdu' oder auch 'Auf der Suche nach dem verlorenen Klang', fünftes Kapitel... Sieht man von den inzwischen nicht mehr ganz aktuellen, sündhaft teuren Top-Kopfhörern Sennheiser HD800 ® und Beyerdynamic Tesla T1 ® ab - mit ihren 300 bzw. 600 Ohm Treiberimpedanzen nahezu 'ideal' für den Antrieb mit Röhrenverstärker ohne Übertrager - sind in der Angebotspalette der auf dem HiFi-Kopfhörermarkt vertretenen Premium-Hersteller die für einen Röhren-OTL Betrieb besonders geeigneten dynamischen Top-Kopfhörermodelle mit mittleren und höheren Impedanzen eher selten geworden. Zum anderen gibt es mittlerweile in der kleinen Kopfhörernische des Hi-Fi-Marktes neben den beiden oben erwähnten Modellen eine außerordentlich feine elektrodynamische Kopfhörerpalette, die zumindest teilweise mit ihrem akustischen Qualitätsniveau der lange Zeit vielfach als "überlegen" eingestuften elektrostatischen Kopfhörerkonkurrenz derartig massiv 'auf die Pelle gerückt' ist, daß man mit Fug und Recht nicht nur von einer Begegnung auf Augenhöhe sprechen kann - in manchen musikalischen Disziplinen wurde die vormals unerreichbar scheinende elektrostatische Kopfhörergilde geradezu spielend-leichtfüßig überholt... Diesen Tatsachen hat das neu entwickelte AUDICULA-II Röhrenverstärkermodul für Kopfhörer in erster Linie seine Entstehung zu verdanken, obwohl das OTL-Konzept mit seiner begrenzten Stromlieferfähigkeit und den Anpassungsproblemen Einschränkungen bei der Auswahl von Kopfhörermodellen mit niedrigen Impedanzen nach sich zieht, für deren Antrieb aus technischer Sicht zweifellos ein Halbleiterkonzept die bessere Lösung ist - ein Betrieb der Low-Impedance Premium-Modelle von AUDIO TECHNICA ®, ULTRASONE ®, DENON ® AH-D7000 oder der prinzipbedingt wirkungsgradschwachen, isodynamischen ('neuer Wein in alte Schläuche'...) Modelle von HIFIMAN ® / China oder AUDEZ'E ® / USA ist ohne eine fundamentale Neukonzeption der Schaltung unter Einbezug einer Transformatorkopplung nicht möglich, der Antrieb eines AKG K701 / 702 oder eines RudiStor Chrome MD1 mit ihren 62 bzw. 60 Ohm Treiberimpedanzen hingegen schon. Auch der Betrieb der am Transistorverstärker klanglich eigentlich ganz guten, aber für ihre viel zu hoch angesetzte Preisklasse eher schlecht verarbeiteten US-amerikanischen Kopfhörermodelle GRADO ® RS1 oder GRADO ® GS1000 mit ihren 32-Ohm Treibern übersteigt bei höheren Lautstärkepegeln das Leistungspotential eines transformatorlosen Röhrenkonzepts - aber die Grados haben ja ihren eigenen GRADO ® RA1 Kopfhörerverstärker, selbstverständlich von der bekannten Print- bzw. Online-Fachpresse mit 'exzellenten Testresultaten' ausgestattet, womit sich dann auch der (trotz des fehlenden Netzteils...) exorbitant hohe Verkaufspreis erklärt... Beim RA1 haben die 'Entwickler' aus gutem Grunde so ziemlich alles getan, das im Inneren der gestylten Mahagoni-Kiste geradezu lächerliche Sammelsurium elektronischer Billigst-Teile aus Onkel Ottos Bastelkarton vor unerwünschten Blicken und dem Zugriff eines interessierten Kenners und kritischen Besitzers zu verbergen... Den zahllosen Problemen mit einem anspruchsvollen Netzteil, das eine ergiebige und stabile symmetrische Spannung mit geringster Restwelligkeit bzw. Restbrumm für den Operationsverstärker im subtilen Kopfhörer-Audioeinsatz bereitstellen soll, ging GRADO mit einem simplen Batteriebetrieb mit zwei 9Volt Blöcken aus dem Wege - sowohl in Sachen Restwelligkeit (sicher unterhalb der Messgrenze...) als auch in Sachen symmetrische Stromversorgung unerreicht genial-einfach out of the box - die von derart primitiver Elektronik produzierten unsäglichen Ein- und Ausschaltknackse in den Kopfhörertreibern sind damit leider auch nicht aus der Welt zu schaffen ... Kurzum: ein substanzloses, geradezu lächerliches Produkt - die Firma GRADO genoss zur Blütezeit der HiFi-Vinyl-Schallplatte mit ihren vom Firmengründer Joe Grado entwickelten Moving-Coil Abtastsystemen bei vielen seriösen HiFi-Fans einen ernstzunehmenden Ruf, die seligen Zeiten sind längst vorbei... Ein aufschlussreicher Link hierzu: Grundsätzlich sollte man beim Bau von Röhrenverstärkern sich über folgende Tatsache im Klaren sein: sämtliche für den NF-Audiobereich relevanten Röhrenschaltungskonzepte und die für die Röhrenelektronik so außerordentlich bedeutsame NF-Übertragertechnologie waren in den 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts, d.h. in der Endphase röhrenbasierter Elektronik, mit einer auch beim aktuellen Stand der Technik nicht zu überbietenden Perfektion bis ins Detail völlig ausentwickelt und in ihrer Leistungsfähigkeit über Jahrzehnte ausgereift - mit Ausnahme diverser moderner Steuerungs- und Überwachungsmöglichkeiten mit Hilfe aktueller Halbleitertechnologie, bei der es sich durchgängig um die für den eigentlichen Verstärkungsvorgang belanglose Schaltungsperipherie handelt. Hinzu kommt das inzwischen wesentlich gesteigerte Leistungspotential der gesamten Netzteilelektronik und die sehr deutliche qualitative Überlegenheit aktueller passiver Bauelemente. Dies hat zur Folge, daß signifikante Steigerungen der elektroakustischen Performance eines aktuellen Röhrenverstärkers keineswegs das verwendete Verstärker-Schaltungsdesign betreffen, sondern ausschließlich z.B. im Bereich der Verdrahtungstechnik, im Bauteilebereich und im Stromversorgungsaufwand erreicht werden können.
In der Eingansstufe arbeitet eine übliche Kathoden-Basis-Schaltung, die für ausreichende Spannungsverstärkung des Signals sorgt, ausgangsseitig wurde aus guten Gründen einer Class-A-SingleEnd Anoden-Basis-Schaltung ('Grounded Plate' oder auch 'Kathodenfolger') mit einer Leistungstriode die Impedanzwandlung für den Kopfhörer übertragen. Ist die Dimension eines stromdurchflossenen Kabels für das Ausmaß des Stroms zu klein, erhöht man einfach den Kabeldurchmesser - ist der Ausgangswiderstand einer Röhre für niedrigere Lastimpedanzen zu groß, nimmt man entweder eine leistungsfähigere Röhre, oder schaltet eine zweite Röhre parallel. Letzteres hat eher ungünstige Folgen, zur Steigerung der für den Betrieb von Kopfhörern unterhalb der 300 Ohm Impedanz notwendigen elektrischen Steuerleistung wurden deswegen die beiden Noval-Doppeltrioden des AUDICULA-I durch zwei als Pseudotrioden geschaltete Noval- bzw. Pico7-Pentoden und zwei Leistungstrioden ersetzt. In der Vorstufe werden unterschiedliche Röhren eingesetzt: zum einen wie beim enigma-line 53 die wohlbekannte Novalpentode EF86, zum anderen aber auch zahlreiche Röhren aus der Reihe der interessanten Pico-7 Miniatur-Pentodenfamilien mit gleichem oder nahezu gleichem PIN-OUT, die sich für aufschlussreiche Hörexperimente eignen, wobei für eine aktuelle Audicula-II Version zwei interne Kipp-Umschalter für die unterschiedliche Sockelbeschaltung der 6CQ6 / 6AK5 / CV4014 Röhren vorgesehen sind - ein Röhrentausch über die 'Familiengrenze' der Röhren ist damit auf einfachste Weise erledigt. Zur Wahl steht eine ungewöhnlich umfangreiche Röhrenpalette von z.B. 6F21, 6CQ6, CV4015/M8161, EF92, CV4010, CV4014, CV2522, CV131, M8100, 6AM6, 6AK5, 6AS6, 5654, 5725, 5591, 6065, 6096, 403B, 9D6 oder auch deren russische Äquivalente 6SH1P bzw. 6SH2P - die Zahl der geeigneten Pico-7 Pentoden ist ziemlich groß, was leicht dazu verführt, die knapp bemessene Freizeit statt mit Musikhören mit 'Röhren-Hören' zu verbringen... Jeder Röhrentyp hat seine besonderen Stärken und Schwächen (die russische 6SH2P harmoniert besonders gut mit dem Beyerdynamic T1), die selbstverständlich allesamt den jeweils vorhandenen persönlichen Hör-Präferenzen und Hör-Aversionen unterworfen sind. Die von mir ausprobierten Exemplare benötigen zur vollen Entfaltung ihrer besonderen Qualitäten eine beachtliche Zeit des üblichen Röhren-'burn-in'. Ähnlich wie in der Vorstufe des enigma-line 53 ist die Treiberröhre als Pseudo-Triode geschaltet, der hohe Verstärkungsfaktor der Pentode macht hier wenig Sinn, da die Line Hochpegel-Ausgänge der CD-Player ausreichende Steuerspannung bereitstellen. Die nachfolgende Impedanzwandlerstufe arbeitet in jedem Stereokanal mit einer faszinierenden Miniaturröhre, einer Leistungstriode mit Novalsockel Für einen angemessenen Energienachschub der Endstufen-Röhrenheizungen sorgt ein aufwändig konzipiertes, großzügig dimensioniertes und somit stromergiebiges externes Netzteilmodul, das - wie bei allen Röhrengeräten der enigma-line Baureihe - aus guten Gründen selbstverständlich mit moderner Halbleiterelektronik arbeitet. Die 'Legende' von der klanglichen Überlegenheit der Röhrendiode ist, wie bereits in einem anderen Kapitel erwähnt, für mich nicht nachvollziehbar, das Gegenteil ist eher der Fall. Sämtliche Röhren-Heizspannungen am Netzteilausgang sind gleichgerichtet und gesiebt, die Heizspannungen der Vorröhren sind elektronisch stabilisiert, die notwendige elektrische Leistung für das Verstärkermodul liefert ein streuarmer und kompakter Toroidtransformator, der ähnlich wie der innovative R-Kern-Trafo ein Minimum des unvermeidlichen mechanischen Netzbrumms produziert. Mit zwei separaten Anodenspannungs-Transformatoren, zwei Gleichrichterbrücken mit soft-recovery-Dioden, zwei Hammond ® - Siebdrosseln zur Ausfilterung von Restwelligkeiten und jeweils einer eigenen doppelt geregelten Hochvoltelektronik pro Stereokanal ist der AUDICULA-II konzeptionell ein echtes Dual-Monogerät, das für überragende Übersprechdämpfung und damit für optimale Trennung der beiden Stereokanäle verantwortlich ist und bei entsprechendem Aufnahmematerial für eine geradezu 'holografische' Raumauflösung sorgt. Auch beim AUDICULA-II wird die Netzteil-Steuerzentrale komplett über hochwertige Taster mit nachgeschalteter Mechatronik gesteuert. Das Netzteil enthält selbstverständlich eine automatische, elektronisch verzögerte Zuschaltung der Hochspannung, wobei der jeweilige Schaltzustand des Moduls über LEDs optisch signalisiert wird. Besonders spannend waren natürlich die ersten Höreindrücke mit dem offenen/circumauralen AKG K701 - aufgrund seiner relativ niedrigen Impedanz (62Ohm) und des nicht gerade üppigen Wirkungsgrads ist der Kopfhörer für eine OTL-Röhrenendstufe nicht einfach anzutreiben, ist aber für meine Klassik / Jazz-Hörgewohnheiten besonders geeignet und klingt entgegen des vielfach geäußerten 'Einspiel-Postulats' out of the box kaum anders als nach inzwischen mehreren hundert Stunden Hörbetrieb. Er offenbart ein mit der in den einschlägigen HiFi-Gazetten üblicherweise verwendeten pseudoliterarischen HighEnd-Prosa kaum zu beschreibendes tiefgestaffeltes, weiträumig und subtil bis in feinste musikalische Mikrostrukturen ausgeleuchtetes, authentisches Klangbild - mit dem aufgrund seiner 600Ohm-Impedanz für einen Röhrenbetrieb prädestinierten, halboffenen/circumauralen und kostspieligen Ausnahmekopfhörer Tesla1 des Heilbronner Spezialisten Beyerdynamic steigert sich das Hörerlebnis nochmal zu betörenden akustischen Höhenflügen: bei kammermusikalischer Besetzung und bei gehörschonenden Lautstärken entfaltet der T1 eine bewundernswerte mikrodynamische Finesse, die ich so noch nicht gehört habe... Das Hören gestaltet sich dann ähnlich wie das Betrachten und 'Spazierengehen' in einem photographischen Bild, das mit einem Großformat-Negativ erzeugt wurde: die feinsten Verästelungen von musikalischen Vorgängen hochkarätiger CD-Aufnahmen werden mit einer staunenswerten Intensität hör- und lustvoll erlebbar... Auch die mittlerweile ausgiebigen Hörtests mit klanglich optimalen CDs, 'eingespielten' Röhren und den unterschiedlichsten Musikgattungen meiner Hörgewohnheiten, die von kleinformatigen akustischen Jazzformationen, a cappella Chormusik, Kammermusik, Klavier-, Cembalo- und Orgelmusik bis hin zu großformatigen Orchesterwerken reichen - also durchwegs Laufzeit-Stereophonie ohne elektronischen Sound-Schnickschnack - bestätigen die bei den ersten Höreindrücken gewonnene überragende Mikropräzision der akustischen Performance, insbesondere der Kombinationen AKG K-701 / AUDICULA II und Beyerdynamic T1 / AUDICULA II, deren Synergien sich mit einer ganz besonderen CD offenbarte: zum ersten Mal habe ich mit einer elektroakustischen Reproduktion den köstlich-herben klanglichen Charme von ungleichen Halbtonschritten und das geradezu edel leuchtende Maß der reinen Großterz und der nahezu reinen Kadenzierungen einer frühbarocken Cembalokomposition durch hörendes Erleben gleichermaßen 'verstanden' wie bei einer Live-Aufführung - Hans Leo Hasslers (1564-1612) 31 Variationen über die Melodie "Ich gieng einmal spatieren" (auch bekannt als Choralkontrafaktur "Von Gott will ich nicht lassen"), dargeboten auf einer wunderbar mitteltönig gestimmten Kopie eines noblen flämischen Jan Ruckers Cembalos aus dem Jahr 1640, gebaut in der badischen Cembalowerkstatt MERZDORF. Im Zentrum des faszinierenden Hörerlebnisses steht der klanglich überbordende, vibrierende Reichtum des Obertonspektrums der dünnen Cembalosaiten, gebändigt durch die harmoniebildende reine Großterz der historischen Stimmung, auf Kosten einer durchaus akzeptablen akustischen 'Unreinheit' der übrigen Intervalle - natürlich mit der üblichen Ausnahme der Oktave... Ein kaum zu bewältigender und wohl auch nicht mehr zu überbietender Prüfstein für jede Art von technischer Speicherung und elektroakustischer Wiedergabe sind die Piu mosso Schlusstakte des riesig-grotesken Scherzosatzes aus Gustav Mahlers cis-moll-Sinfonie, mit denen die zweite Abteilung des großorchestralen Kolosses zu einem fulminanten und überwältigenden Abschluss gebracht wird. Im extremsten Gegensatz zum nachfolgenden überirdisch-verklärten Adagietto peitscht hier Mahler die ausufernde spätromantische Riesenbesetzung des Orchesters unter Aufbietung aller Kräfte ('fortissimo' - 'sehr wild' - 'noch rascher') zu einer grandiosen Finalwirkung - das in wenigen Takten bis zum kurzen, aber mächtigen D-Dur Schlussakkord im fortissimo possibile fff geradezu maßlos-unbändig explodierende ('Sehr drängend bis zum Schluss') Orchestertutti hinterlässt in der Kopfhörerwiedergabe einer gleichermaßen vielbewunderten und spektakulären Aufnahme mit Pierre Boulez und den Wiener Philharmonikern (das Konzertorchester der Wiener Staatsoper, Gustav Mahler wurde vom Orchester 1898 bis 1901 zum Chefdirigenten gewählt...) einen völlig faszinierten und fassungslosen Zuhörer... Zum Thema Hörerlebnis scheint mir noch folgende Überlegung für den Bereich des Klassik-Genres erwähnenswert: für eine allseits erwünschte Intensivierung des Hörelebnisses wird der Anteil der Klangqualität einer Aufnahme in Relation zum Anteil der Interpretationsqualität bei weitem überschätzt. Der echte Klassikliebhaber, der zugleich Kenner und somit auch Aktiv-Hörer ist, interessiert sich nach meinen Erfahrungen sehr viel mehr für die eigentliche Quelle eines emotionalen Höhenflugs: es ist die engagierte und tiefgründig auslotende Interpretation im Dienst einer kompositorischen Idee und keineswegs eine technisch perfekte Klangqualität, wobei im seltenen Idealfall beide Bereiche aufeinandertreffen können. Zurück zu den Kopfhörern: bei allem Respekt für die klanglichen und sonstigen Qualitäten des Beyerdynamic T1 - in der Klangqualität ist ihm der AKG K-701/702 ganz, ganz dicht auf den Fersen, in den beiden für echte Kopfhörerfans so wichtigen Disziplinen Preis/Qualitätsrelation aber auch Tragekomfort - man muss es einfach so sagen - lässt der elektroakustische Volltreffer im Klassik-Genre aus Österreich eigentlich jeden (!) aktuell erhältlichen Kopfhörer aus dem 1000€ - Premiumsegment ganz souverän hinter sich. Für den geforderten Preis bekommt man immerhin fast einen kleinen, aber ganz besonders feinen, vorbildlich neutralen, aktiven (!) RL-906 Zweiweg-Regiemonitor des sächsischen Spezialisten Musikelectronic-Geithain... Das Zusammenwirken der beiden für meine Hörgewohnheiten optimalen Kopfhörer T1 bzw. K701 mit dem Audicula-II auf den Punkt gebracht: CAUTION, be prepared to have your socks knocked off !! Das eben Gesagte gilt natürlich ausschließlich für das Hören von verlustfreien Formaten, MP3 bzw. MP4-Player sind völlig ungeeignete Partner für eine hochwertige Verstärker / Kopfhörerkombination - um einen Vergleich mit der analogen Schwarzweiß-Fotografie zu bemühen: aus einem technisch unsauberen Negativ lässt sich schlicht und ergreifend kein technisch optimales fotografisches Bild erzeugen... Die mikroskopisch-analytische Détailauflösung der Kopfhörerwiedergabe deckt alle im Normalfall nahezu unhörbaren Kompressionsartefakte auf und zerrt sie schonungslos auf die akustische Bühne, wo sie ihr Störpotential voll entfalten können. Besonders gut eignet sich die Kombination auch als ein souveränes akustisches Werkzeug, das ohne den unzulänglichen 'Lautsprecher-Flaschenhals' die völlige [!!] (alles andere ist Wunschdenken...) Wirkungslosigkeit von gnadenlos teurem High-End Voodoo-Zubehör (frei nach dem Motto "die Magie des goldenen Kabelklangs", "der subtile Feinsinn eines Akku-Speiseteils" oder auch "die einzigartige akustische Feinauflösung einer vergoldeten Feinsicherung"...) mit 'kriminalistischem Spürsinn' aufzeigt - aber Vorsicht: Voraussetzung dafür sind beim Hörer unbestechliche, musikalisch entsprechend trainierte Ohren, die sich vorurteilsfrei und ohne eine 'Marketing-Konditionierung' darauf einlassen können. Es leuchtet ein, daß in einer hochwertigen Kopfhörer-Abhöranlage primär der akustische Schallwandler und sekundär sein elektronischer Antrieb über das erreichbare Qualiätsniveau entscheidet - wenn beides günstig zusammenkommt gibt es leider auch einen unbestreitbaren Wermutstropfen derartig erhellender Klangpräzision, der nicht verschwiegen werden darf: der AUDICULA-II - vorausgesetzt er wird mit einem leistungsfähigen (!) Kopfhörer mit analytischen Fähigkeiten betrieben - stellt allerhöchste Ansprüche an die audiotechnische Qualität einer Musikkonserve. Es müssen keineswegs die einer reinen Marketing-Idee entsprungenen XRCDs oder SACDs sein - jede sorgfältig aufgenommene reguläre CD, deren Aufnahmeteam das vorhandene technische Potential optimal zu nützen weiß, klingt ebenso gut.
Im Gegensatz zu manchen anderen Röhren-Kopfhörerverstärkern der teuren High-End Oberklasse ist der AUDICULA-II bei der Verwendung von Kopfhörern mit einem Schalldruckpegel SPL (Sound Pressure Level) bis ca. 105dB/V bzw. 92dB/mW hörbar frei von den bei einem netzgespeisten KHV üblichen Störspannungen wie Restbrumm und Rauschen, deren unvermeidliche Anteile unter die Hörschwelle abgesenkt wurden, was u.a. mit dem verwendeten 'straight-wiring' zusammenhängt: die Eingänge der Versorgungsspannungen von Netzteilmodul und Verstärkermodul sind jeweils hinten plaziert, beide Ausgänge (Gleichspannungsausgang und Nutzsignalausgang) jeweils vorne. Zudem trägt ein sorgfältig getestetes, ausgeklügeltes internes Verdrahtungskonzept sowie das aus regulärem HF-Koaxialkabel (!) und hochwertigen Neutrik-Cinchsteckern gefertigte Quellen-Verbindungskabel mit seinem konkurrenzlos niedrigen Preis und seiner ebenso niedrigen Eigenkapazität (55pF pro Meter...) einen gewichtigen Teil dazu bei - eigentlich schon ein aufwändig gefertigtes, edles kleines elektroakustisches 'Glanzstück' sowohl für den Fan von Top-Kopfhörern als auch für den Liebhaber ästhetisch ansprechender, 'kunsthandwerklich' hergestellter HiFi-Objekte, aber besonders geeignet als Droge für den leidenschaftlichen Musikliebhaber auf seinen akustischen Reisen in tiefgründige Hörerlebnisse...(angesichts der zahllosen HighEnd-Kopfhörerverstärker des Marktes ist selbstbewußtes Eigenlob manchmal durchaus angebracht...und außerdem ist das eigene Baby ohnehin immer das 'allerschönste'...). Aktuell in der Entwicklung ist der AUDICULA-III - ein unverändertes AUDICULA-II Verstärkermodul, das von einem aufwändig überarbeiteten Netzteil mit einer extrem gesiebten Anodenpannung versorgt wird, speziell für den Liebhaber hochwertiger intraauraler HiFi In-Ear-Monitore bzw. auch HiFi Ohrkanalhörer, die aufgrund ihres hohen Wirkungsgrads, ihrer niedrigen Impedanz und der Position der akustischen Systeme direkt im Gehörgang allerhöchste Anforderungen an eine effiziente Ausfilterung von (technisch bedingten...) Restwelligkeiten in der Hochspannung stellen, da sie winzige Spuren davon 'detektivisch' aufspüren und hörbar machen... |