ludus luminosus

enigma-line Röhren-Kopfhörerverstärkermodul AUDICULA-II


© Reinhard Brunsch

'À la recherche du son perdu' oder auch 'Auf der Suche nach dem verlorenen Klang', fünftes Kapitel...

enigma-line Audicula II Verstärkermodul
AUDICULA-II: das Verstärkermodul mit CV131 / CV4015 und 6C19P- die Röhren stecken in hochwertigen und seltenen NOS-Keramikfassungen von RFT

Sieht man von den inzwischen nicht mehr ganz aktuellen, sündhaft teuren Top-Kopfhörern Sennheiser HD800 ® und Beyerdynamic Tesla T1 ® ab - mit ihren 300 bzw. 600 Ohm Treiberimpedanzen nahezu 'ideal' für den Antrieb mit Röhrenverstärker ohne Übertrager - sind in der Angebotspalette der auf dem HiFi-Kopfhörermarkt vertretenen Premium-Hersteller die für einen Röhren-OTL Betrieb besonders geeigneten dynamischen Top-Kopfhörermodelle mit mittleren und höheren Impedanzen eher selten geworden.

Zum anderen gibt es mittlerweile in der kleinen Kopfhörernische des Hi-Fi-Marktes neben den beiden oben erwähnten Modellen eine außerordentlich feine elektrodynamische Kopfhörerpalette, die zumindest teilweise mit ihrem akustischen Qualitätsniveau der lange Zeit vielfach als "überlegen" eingestuften elektrostatischen Kopfhörerkonkurrenz derartig massiv 'auf die Pelle gerückt' ist, daß man mit Fug und Recht nicht nur von einer Begegnung auf Augenhöhe sprechen kann - in manchen musikalischen Disziplinen wurde die vormals unerreichbar scheinende elektrostatische Kopfhörergilde geradezu spielend-leichtfüßig überholt...

Diesen Tatsachen hat das neu entwickelte AUDICULA-II Röhrenverstärkermodul für Kopfhörer in erster Linie seine Entstehung zu verdanken, obwohl das OTL-Konzept mit seiner begrenzten Stromlieferfähigkeit und den Anpassungsproblemen Einschränkungen bei der Auswahl von Kopfhörermodellen mit niedrigen Impedanzen nach sich zieht, für deren Antrieb aus technischer Sicht zweifellos ein Halbleiterkonzept die bessere Lösung ist - ein Betrieb der Low-Impedance Premium-Modelle von AUDIO TECHNICA ®, ULTRASONE ®, DENON ® AH-D7000 oder der prinzipbedingt wirkungsgradschwachen, isodynamischen ('neuer Wein in alte Schläuche'...) Modelle von HIFIMAN ® / China oder AUDEZ'E ® / USA ist ohne eine fundamentale Neukonzeption der Schaltung unter Einbezug einer Transformatorkopplung nicht möglich, der Antrieb eines AKG K701 / 702 oder eines RudiStor Chrome MD1 mit ihren 62 bzw. 60 Ohm Treiberimpedanzen hingegen schon. Auch der Betrieb der am Transistorverstärker klanglich eigentlich ganz guten, aber für ihre viel zu hoch angesetzte Preisklasse eher schlecht verarbeiteten US-amerikanischen Kopfhörermodelle GRADO ® RS1 oder GRADO ® GS1000 mit ihren 32-Ohm Treibern übersteigt bei höheren Lautstärkepegeln das Leistungspotential eines transformatorlosen Röhrenkonzepts - aber die Grados haben ja ihren eigenen GRADO ® RA1 Kopfhörerverstärker, selbstverständlich von der bekannten Print- bzw. Online-Fachpresse mit 'exzellenten Testresultaten' ausgestattet, womit sich dann auch der (trotz des fehlenden Netzteils...) exorbitant hohe Verkaufspreis erklärt...

Beim RA1 haben die 'Entwickler' aus gutem Grunde so ziemlich alles getan, das im Inneren der gestylten Mahagoni-Kiste geradezu lächerliche Sammelsurium elektronischer Billigst-Teile aus Onkel Ottos Bastelkarton vor unerwünschten Blicken und dem Zugriff eines interessierten Kenners und kritischen Besitzers zu verbergen...
enigma-line Audicula II Netzteilmodul
AUDICULA-II Netzteilmodul: Variante mit Birkendeckplatte + Rotbuchenzargen geölt

Das einzige aktive Bauteil der Verstärkerelektronik ist ein durchaus respektabler, zig-millionenfach hergestellter japanischer Feld-Wald-und-Wiesen Dual-OpAmp 4556D von JRC ® bzw. später NJR ® aus den frühen 80-iger Jahren im DIL8-Gehäuse und im Wert von ca. 50 Eurocent, selbstverständlich ohne eine IC-Fassung, die kostet immerhin 5 Eurocent und ist deswegen dem erbarmungslosen Rotstift zu Opfer gefallen - sie würde den überaus saftigen Verkaufspreis (ca. 0,5kiloEuro ohne Netzteil...) ja unnötigerweise noch höher treiben...

Den zahllosen Problemen mit einem anspruchsvollen Netzteil, das eine ergiebige und stabile symmetrische Spannung mit geringster Restwelligkeit bzw. Restbrumm für den Operationsverstärker im subtilen Kopfhörer-Audioeinsatz bereitstellen soll, ging GRADO mit einem simplen Batteriebetrieb mit zwei 9Volt Blöcken aus dem Wege - sowohl in Sachen Restwelligkeit (sicher unterhalb der Messgrenze...) als auch in Sachen symmetrische Stromversorgung unerreicht genial-einfach out of the box - die von derart primitiver Elektronik produzierten unsäglichen Ein- und Ausschaltknackse in den Kopfhörertreibern sind damit leider auch nicht aus der Welt zu schaffen ...

Kurzum: ein substanzloses, geradezu lächerliches Produkt - die Firma GRADO genoss zur Blütezeit der HiFi-Vinyl-Schallplatte mit ihren vom Firmengründer Joe Grado entwickelten Moving-Coil Abtastsystemen bei vielen seriösen HiFi-Fans einen ernstzunehmenden Ruf, die seligen Zeiten sind längst vorbei...

Ein aufschlussreicher Link hierzu: Zum eindrucksvollen 'Innenleben' eines GRADO RA1...




Grundsätzlich sollte man beim Bau von Röhrenverstärkern sich über folgende Tatsache im Klaren sein: sämtliche für den NF-Audiobereich relevanten Röhrenschaltungskonzepte und die für die Röhrenelektronik so außerordentlich bedeutsame NF-Übertragertechnologie waren in den 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts, d.h. in der Endphase röhrenbasierter Elektronik, mit einer auch beim aktuellen Stand der Technik nicht zu überbietenden Perfektion bis ins Detail völlig ausentwickelt und in ihrer Leistungsfähigkeit über Jahrzehnte ausgereift - mit Ausnahme diverser moderner Steuerungs- und Überwachungsmöglichkeiten mit Hilfe aktueller Halbleitertechnologie, bei der es sich durchgängig um die für den eigentlichen Verstärkungsvorgang belanglose Schaltungsperipherie handelt. Hinzu kommt das inzwischen wesentlich gesteigerte Leistungspotential der gesamten Netzteilelektronik und die sehr deutliche qualitative Überlegenheit aktueller passiver Bauelemente. Dies hat zur Folge, daß signifikante Steigerungen der elektroakustischen Performance eines aktuellen Röhrenverstärkers keineswegs das verwendete Verstärker-Schaltungsdesign betreffen, sondern ausschließlich z.B. im Bereich der Verdrahtungstechnik, im Bauteilebereich und im Stromversorgungsaufwand erreicht werden können.
Insofern wird auch beim AUDICULA-II das Rad nicht neu erfunden: die Schaltungskonfiguration des Verstärkermoduls entspricht im Wesentlichen den bewährten Prinzipien des AUDICULA-I und arbeitet ebenfalls ohne den zur Impedanzanpassung normalerweise notwendigen Ausgangstransformator, der wegen der zu fordernden Breitbandigkeit und Linearität des Frequenzumfangs ein ausgesprochen kritisches Spezialteil ist.
Eine andere Dimensionierung und eine veränderte Röhrenbestückung ermöglichen hingegen einen wünschenswerten Betrieb von Kopfhörern mit mittleren Impedanzen unterhalb der 100-Ohm Grenze, bei denen sich OTL-Röhrensysteme aufgrund der technisch bedingten Fehlanpassung mit hohen Pegeln schwer tun - der normalerweise üppige Wirkungsgrad und Strombedarf der Treibersysteme kann im Extremfall Noise-Floor und Klirrgrad signifikant erhöhen.
Die Schaltung ist mit hochwertigen Bauteilen bestückt und selbstverständlich ebenfalls völlig "voodoofrei":
enigma-line Audicula II Verstärkermodul
AUDICULA-II: das Verstärkermodul - hier eine Variante mit Teflon-Röhrenfassungen und vergoldeten Fassungskontakten, Holzdeckplatte und Zargen komplett in geölter Rotbuche, Treiberröhren Mullard CV4015, Endröhren von Svetlana

In der Eingansstufe arbeitet eine übliche Kathoden-Basis-Schaltung, die für ausreichende Spannungsverstärkung des Signals sorgt, ausgangsseitig wurde aus guten Gründen einer Class-A-SingleEnd Anoden-Basis-Schaltung ('Grounded Plate' oder auch 'Kathodenfolger') mit einer Leistungstriode die Impedanzwandlung für den Kopfhörer übertragen.
Eine hier ebenfalls mögliche SRPP-Gegentaktoption - wie beim US-amerikanischen Modell DECWARE ® CSP-2 - die eigentlich für Hochfrequenzanwendungen entwickelt wurde und im NF-Bereich Rauschprobleme verursachen könnte, wurde verworfen. Zudem wäre hierfür eine zweite Triode erforderlich - nicht besonders vorteilhaft für ein kompromisslos transparentes Klanggeschehen, weniger ist hier eindeutig mehr.
Eine äußerst behutsame Gegenkopplung zur klanglichen Feinabstimmung ergänzt das Konzept.
enigma-line Audicula II Verstärkermodul
Die beiden Komponenten des AUDICULA-II Röhrenkopfhörerverstärkers

Ist die Dimension eines stromdurchflossenen Kabels für das Ausmaß des Stroms zu klein, erhöht man einfach den Kabeldurchmesser - ist der Ausgangswiderstand einer Röhre für niedrigere Lastimpedanzen zu groß, nimmt man entweder eine leistungsfähigere Röhre, oder schaltet eine zweite Röhre parallel. Letzteres hat eher ungünstige Folgen, zur Steigerung der für den Betrieb von Kopfhörern unterhalb der 300 Ohm Impedanz notwendigen elektrischen Steuerleistung wurden deswegen die beiden Noval-Doppeltrioden des AUDICULA-I durch zwei als Pseudotrioden geschaltete Noval- bzw. Pico7-Pentoden und zwei Leistungstrioden ersetzt.
Für den Endstufeneinsatz standen auch die optisch attraktiven und vielverwendeten Oktal-Doppeltrioden 6336A, die 6AS7 bzw. ihr russisches Äquivalent 6H13C, oder auch die phänomenale russische Einzeltriode 6C41C zur Diskussion - sie konnten sich aus verschiedenden Gründen letztlich nicht durchsetzen: zwei 6C41C-Leistungstrioden befeuern ihre Kathodenrohre bei 6 Volt Heizsspannung mit immerhin satten 6 Ampère, was für einen Röhren-KHV und die Dimensionen seiner Stromversorgung ein echter 'Röhren-overkill' wäre und sich allein schon aus Gründen des Umweltschutzes und der zu erwartenden saftigen Stromrechnung verbietet.
Mittlerweile findet sogar schon die berühmt-berüchtigte Königstriode 845/211 - eine ehemals kommerzielle Sendetriode - Verwendung in KHV-Konstruktionen (!), das ist in etwa so, als würde man dem Autowinzling Smart for two eine V8-Maschine mit 5Liter Hubraum spendieren...
Im Klartext heißt das: 6,5 Ampère Heizstrom bei 10 Volt Heizspannung für die direkte (!) Heizung von zwei Trioden und eine garantiert letale (= 'todsichere') Anodenspannung von mindestens (!) 750 Volt und ordentlichen Anodenströmen (max.120mA...) - höhere Spannungen gibt es zwar auch bei den elektrostatischen Kopfhörern, die dabei auftretenden Ströme sind aber geradezu lächerlich.
Richtig in Fahrt und damit in eine angemessene Arbeitsumgebung kommt die 845/211 aber erst ab ca. 1000Volt - im Normalfall trennt lediglich der übliche Ausgangstransformator den Kopfhörer von der Hochspannung, da hat man schlimmstenfalls tatsächlich die vielzitierte 'Kopfhörer-Granate' auf den Ohren...
Laut Datenblatt könnte man zwar eine Standard EL34 Endpentode auch mit 800Volt Anodenspannung betreiben, das ist aber das absolute Ende der Fahnenstange, eine 845 fängt da gerade erst an sich einigermaßen wohlzufühlen - da sind die Anodenspannungen einer 2A3 (250Volt) oder einer 300B (300Volt) geradezu ein 'Kinderspiel'...
Überdies ist man zwangsläufig auf die qualitativ höchst zweifelhaften Röhren aus chinesischer Produktion angewiesen, die ich nach meinen umfänglichen Erfahrungen allesamt eher in die Kategorie 'minderwertig' einstufe und die auch schon mal ohne Vorwarnung implodieren können oder auch einen Elektrodenschluss mit weitreichenden Folgen produzieren - die übliche Alternative von NOS-Röhren bzw. auch der KR 845 aus Tschechien scheitert im Normalfall an der mehr als ungünstigen Beschaffungs- und extremen Kostensituation.
Man kann der riesigen 845 ihre wirkungsvolle optische Attraktivität nicht absprechen, die mit ihrer enormen Licht- und Wärmeleistung die Grenzen der üblichen Röhrenaura weit überschreitet, aber ich kenne keinen einzigen Verstärker mit 845-Trioden in der Endstufe, bei dem das für kritische Ohren inakzeptable Problem eines deutlich wahrnehmbaren Brummanteils (bei Lautsprecherbetrieb !) im Signal angemessen gelöst wurde, da habe ich so meine begründeten Zweifel, ob das bei einem Kopfhörerverstärker gutgehen kann.
Anschlussfeld des Audicula-II
Hinteres Anschlussfeld des Audicula-II

In der Vorstufe werden unterschiedliche Röhren eingesetzt: zum einen wie beim enigma-line 53 die wohlbekannte Novalpentode EF86, zum anderen aber auch zahlreiche Röhren aus der Reihe der interessanten Pico-7 Miniatur-Pentodenfamilien mit gleichem oder nahezu gleichem PIN-OUT, die sich für aufschlussreiche Hörexperimente eignen, wobei für eine aktuelle Audicula-II Version zwei interne Kipp-Umschalter für die unterschiedliche Sockelbeschaltung der 6CQ6 / 6AK5 / CV4014 Röhren vorgesehen sind - ein Röhrentausch über die 'Familiengrenze' der Röhren ist damit auf einfachste Weise erledigt. Zur Wahl steht eine ungewöhnlich umfangreiche Röhrenpalette von z.B. 6F21, 6CQ6, CV4015/M8161, EF92, CV4010, CV4014, CV2522, CV131, M8100, 6AM6, 6AK5, 6AS6, 5654, 5725, 5591, 6065, 6096, 403B, 9D6 oder auch deren russische Äquivalente 6SH1P bzw. 6SH2P - die Zahl der geeigneten Pico-7 Pentoden ist ziemlich groß, was leicht dazu verführt, die knapp bemessene Freizeit statt mit Musikhören mit 'Röhren-Hören' zu verbringen... Jeder Röhrentyp hat seine besonderen Stärken und Schwächen (die russische 6SH2P harmoniert besonders gut mit dem Beyerdynamic T1), die selbstverständlich allesamt den jeweils vorhandenen persönlichen Hör-Präferenzen und Hör-Aversionen unterworfen sind.

Die von mir ausprobierten Exemplare benötigen zur vollen Entfaltung ihrer besonderen Qualitäten eine beachtliche Zeit des üblichen Röhren-'burn-in'.

Ähnlich wie in der Vorstufe des enigma-line 53 ist die Treiberröhre als Pseudo-Triode geschaltet, der hohe Verstärkungsfaktor der Pentode macht hier wenig Sinn, da die Line Hochpegel-Ausgänge der CD-Player ausreichende Steuerspannung bereitstellen.

Die nachfolgende Impedanzwandlerstufe arbeitet in jedem Stereokanal mit einer faszinierenden Miniaturröhre, einer Leistungstriode mit Novalsockel
enigma-line Audicula-II mit dem supraauralen AKG K-141 Monitor
AUDICULA-II mit dem klassischen supraauralen AKG K-141-Monitor
- die äußerst solide gebaute, kraftvolle 6C19П, ursprünglich von den bekannten russischen Röhrenspezialisten Ulyanov und Svetlana entwickelt und produziert. Die bekannte US-amerikanische Firma WooAudio ® setzte diese Röhre in einem ihrer bekanntesten KHV-Modelle, dem gigantischen WooAudio4 (Gewicht 15kg) als Endröhren (mit Transformatorkopplung, zwei Netztrafos, zwei Siebdrosseln...) ein. Mittlerweile gibt es von dieser Röhre auch eine (weniger stabile...) chinesische Kopie 6C19-J.
Bei den Röhrenfassungen wurde bewußt auf die preislich günstigen, aber wenig präzisen Standard-Exemplare aus chinesischer Produktion verzichtet - sie halten nur wenig Röhren-Steckzyklen aus, trotzdem werden sie sowohl in Vollröhren- als auch Hybrid-KHV der 3000€ - 3500€ Klasse (!!) verbaut: die beiden strompotenten Endröhren-Kraftpakete stecken (wie die Vorröhren...) in hochwertigen, hitzeresistenten NOS-Keramikfassungen von RFT, dem Herstellerverbund Rundfunk und FernmeldeTechnik der ehemaligen DDR. Diese Röhrenfassung ist eine spezielle Fassungsvariante mit versilberten Kelchfederkontakten, die in röhrenbestückten Messinstrumenten verwendet wurde und mit den weitverbreiteten und billigen Keramikfassungen aus China nicht vergleichbar ist.
Wegen der ungewöhnlichen Getterlegierung fehlt der 6C19П der sonst übliche undurchsichtige Barium-Getterspiegel am oberen Pumpstutzen der Röhre - zusammen mit dem offenen Anodenblech wird die optische Attraktivität des feinmechanischen Meisterwerks enorm gesteigert, da sich damit ein ungehinderter Blick auf die filigrane Konstruktion und die außerordentlich präzise Fertigung von Kathodenrohr, Anodenblech und Kerb-Steuergitter eröffnet. Laut Datenblatt hat die Noval-Triode eine relativ niedrige Ausgangsimpedanz und könnte immerhin eine maximale Anodenverlustleistung von 11 Watt liefern, das entspricht fast der Leistung der bekannten Endpentode EL84 mit ihren 12 Watt... Der Preis dafür ist der ungewöhnlich hohe Heizstrombedarf dieser Noval-'Power-Röhre', der mit über einem Ampère bei 6,3 Volt Heizsspannung denjenigen der bereits erwähnten EL84 oder sogar einer Oktal Beam-Power-Tetrode 6L6 übertrifft
enigma-line Audicula-II mit dem circumauralen AKG K-701
AUDICULA-II mit dem circumauralen AKG K-701: "nur Fliegen ist schöner..."
- eine Serienheizung der beiden Exemplare mit der doppelten Spannung halbiert zwar den üppigen Strombedarf, trotzdem produziert der geradezu 'gigantische' Kathodenkamin des kleinen Energiebündels zusammen mit dem Class-A Betrieb der Triode eine nicht unerhebliche Wärmeentwicklung...

Für einen angemessenen Energienachschub der Endstufen-Röhrenheizungen sorgt ein aufwändig konzipiertes, großzügig dimensioniertes und somit stromergiebiges externes Netzteilmodul, das - wie bei allen Röhrengeräten der enigma-line Baureihe - aus guten Gründen selbstverständlich mit moderner Halbleiterelektronik arbeitet. Die 'Legende' von der klanglichen Überlegenheit der Röhrendiode ist, wie bereits in einem anderen Kapitel erwähnt, für mich nicht nachvollziehbar, das Gegenteil ist eher der Fall.
Da eine technisch unvermeidliche Restwelligkeit der Anodenspannung durch die den Kopfhörer versorgende Eintaktendstufe durchaus hörbar werden kann, besteht ein erhöhter Schaltungsaufwand zu deren Minimierung.

Sämtliche Röhren-Heizspannungen am Netzteilausgang sind gleichgerichtet und gesiebt, die Heizspannungen der Vorröhren sind elektronisch stabilisiert, die notwendige elektrische Leistung für das Verstärkermodul liefert ein streuarmer und kompakter Toroidtransformator, der ähnlich wie der innovative R-Kern-Trafo ein Minimum des unvermeidlichen mechanischen Netzbrumms produziert. Mit zwei separaten Anodenspannungs-Transformatoren, zwei Gleichrichterbrücken mit soft-recovery-Dioden, zwei Hammond ® - Siebdrosseln zur Ausfilterung von Restwelligkeiten und jeweils einer eigenen doppelt geregelten Hochvoltelektronik pro Stereokanal ist der AUDICULA-II konzeptionell ein echtes Dual-Monogerät, das für überragende Übersprechdämpfung und damit für optimale Trennung der beiden Stereokanäle verantwortlich ist und bei entsprechendem Aufnahmematerial für eine geradezu 'holografische' Raumauflösung sorgt.
Die stabile Ankoppelung der Stromversorgung an das Verstärkermodul bewerkstelligt eine Lapp-Ölflex ® Kabelverbindung zusammen mit fünfpoligen Neutrik ® XLR-Steckverbindern - leider nicht ganz so billig wie die verbreiteten 'China-Crackers', aber in ihrer bis ins Detail durchdachten und kaum zu überbietenden Qualität an Preiswürdigkeit und Langzeitstabilität nicht zu übertreffen. Ein Alps-Drehpotentiometer sorgt für das präzise spielfreie 'Drehgefühl'.

Auch beim AUDICULA-II wird die Netzteil-Steuerzentrale komplett über hochwertige Taster mit nachgeschalteter Mechatronik gesteuert. Das Netzteil enthält selbstverständlich eine automatische, elektronisch verzögerte Zuschaltung der Hochspannung, wobei der jeweilige Schaltzustand des Moduls über LEDs optisch signalisiert wird.

Besonders spannend waren natürlich die ersten Höreindrücke mit dem offenen/circumauralen AKG K701 - aufgrund seiner relativ niedrigen Impedanz (62Ohm) und des nicht gerade üppigen Wirkungsgrads ist der Kopfhörer für eine OTL-Röhrenendstufe nicht einfach anzutreiben, ist aber für meine Klassik / Jazz-Hörgewohnheiten besonders geeignet und klingt entgegen des vielfach geäußerten 'Einspiel-Postulats' out of the box kaum anders als nach inzwischen mehreren hundert Stunden Hörbetrieb. Er offenbart ein mit der in den einschlägigen HiFi-Gazetten üblicherweise verwendeten pseudoliterarischen HighEnd-Prosa kaum zu beschreibendes tiefgestaffeltes, weiträumig und subtil bis in feinste musikalische Mikrostrukturen ausgeleuchtetes, authentisches Klangbild - mit dem aufgrund seiner 600Ohm-Impedanz für einen Röhrenbetrieb prädestinierten, halboffenen/circumauralen und kostspieligen Ausnahmekopfhörer Tesla1 des Heilbronner Spezialisten Beyerdynamic steigert sich das Hörerlebnis nochmal zu betörenden akustischen Höhenflügen: bei kammermusikalischer Besetzung und bei gehörschonenden Lautstärken entfaltet der T1 eine bewundernswerte mikrodynamische Finesse, die ich so noch nicht gehört habe...

Das Hören gestaltet sich dann ähnlich wie das Betrachten und 'Spazierengehen' in einem photographischen Bild, das mit einem Großformat-Negativ erzeugt wurde: die feinsten Verästelungen von musikalischen Vorgängen hochkarätiger CD-Aufnahmen werden mit einer staunenswerten Intensität hör- und lustvoll erlebbar...

Auch die mittlerweile ausgiebigen Hörtests mit klanglich optimalen CDs, 'eingespielten' Röhren und den unterschiedlichsten Musikgattungen meiner Hörgewohnheiten, die von kleinformatigen akustischen Jazzformationen, a cappella Chormusik, Kammermusik, Klavier-, Cembalo- und Orgelmusik bis hin zu großformatigen Orchesterwerken reichen - also durchwegs Laufzeit-Stereophonie ohne elektronischen Sound-Schnickschnack - bestätigen die bei den ersten Höreindrücken gewonnene überragende Mikropräzision der akustischen Performance, insbesondere der Kombinationen AKG K-701 / AUDICULA II und Beyerdynamic T1 / AUDICULA II, deren Synergien sich mit einer ganz besonderen CD offenbarte: zum ersten Mal habe ich mit einer elektroakustischen Reproduktion den köstlich-herben klanglichen Charme von ungleichen Halbtonschritten und das geradezu edel leuchtende Maß der reinen Großterz und der nahezu reinen Kadenzierungen einer frühbarocken Cembalokomposition durch hörendes Erleben gleichermaßen 'verstanden' wie bei einer Live-Aufführung - Hans Leo Hasslers (1564-1612) 31 Variationen über die Melodie "Ich gieng einmal spatieren" (auch bekannt als Choralkontrafaktur "Von Gott will ich nicht lassen"), dargeboten auf einer wunderbar mitteltönig gestimmten Kopie eines noblen flämischen Jan Ruckers Cembalos aus dem Jahr 1640, gebaut in der badischen Cembalowerkstatt MERZDORF. Im Zentrum des faszinierenden Hörerlebnisses steht der klanglich überbordende, vibrierende Reichtum des Obertonspektrums der dünnen Cembalosaiten, gebändigt durch die harmoniebildende reine Großterz der historischen Stimmung, auf Kosten einer durchaus akzeptablen akustischen 'Unreinheit' der übrigen Intervalle - natürlich mit der üblichen Ausnahme der Oktave...
enigma-line Audicula II mit Tesla 1 Kopfhörer
Überlegenes Dream-Team: Aktueller AUDICULA- II mit T1 und Toggle-Relais Netzteilvariante, Gehäuseholzteile Rotbuche geölt...

Ein kaum zu bewältigender und wohl auch nicht mehr zu überbietender Prüfstein für jede Art von technischer Speicherung und elektroakustischer Wiedergabe sind die Piu mosso Schlusstakte des riesig-grotesken Scherzosatzes aus Gustav Mahlers cis-moll-Sinfonie, mit denen die zweite Abteilung des großorchestralen Kolosses zu einem fulminanten und überwältigenden Abschluss gebracht wird. Im extremsten Gegensatz zum nachfolgenden überirdisch-verklärten Adagietto peitscht hier Mahler die ausufernde spätromantische Riesenbesetzung des Orchesters unter Aufbietung aller Kräfte ('fortissimo' - 'sehr wild' - 'noch rascher') zu einer grandiosen Finalwirkung - das in wenigen Takten bis zum kurzen, aber mächtigen D-Dur Schlussakkord im fortissimo possibile fff geradezu maßlos-unbändig explodierende ('Sehr drängend bis zum Schluss') Orchestertutti hinterlässt in der Kopfhörerwiedergabe einer gleichermaßen vielbewunderten und spektakulären Aufnahme mit Pierre Boulez und den Wiener Philharmonikern (das Konzertorchester der Wiener Staatsoper, Gustav Mahler wurde vom Orchester 1898 bis 1901 zum Chefdirigenten gewählt...) einen völlig faszinierten und fassungslosen Zuhörer...
Für Mahlers wunderbar tiefgründige, hochkomplexe Musik mit ihrer häufigen Neigung zur grenzenlosen klanglichen Eruption, aber auch mit ihrem feinen kammermusikalisch geführten Stimmengeflecht, gibt es wohl kaum eine klanglich angemessene (erschwingliche...) lautsprecherbasierte Wiedergabe - eine hochwertige Kopfhöreranlage bietet hier eine sinn- und erlebnisreiche Alternative...
In den von Boulez dynamisch völlig entfesselten Tutti-Takten zeigt sich eine deutlich wahrnehmbare Überlegenheit des T1-Kopfhörers, die über eine subjektiv bewertete Nuancierung hinausgeht. Bei einer angemessenen, nicht übertriebenen Lautstärke hat er das für jeden Kopfhörertreiber gnadenlos herausfordernde musikalische Geschehen souveräner im Griff als der AKG K-701, was auch bei diversen anderen dynamischen Extremstellen (!) der Musikliteratur zu hören ist: Max Reger, Introduktion und die beiden letzten Passacaglia-Variationen d-moll für Orgel von 1899, gespielt von Edgar Krapp auf der üppig-protzigen Eisenbarth-Orgel des Passauer Doms, Teile aus Witold Lutoslawskis Konzert für Orchester in der überwältigenden Einspielung von Mariss Janson und dem SO des Bayerischen Rundfunks, weiterhin Giuseppe Verdi, Requiem, "Dies Irae" oder die irrwitzigen Schlusstakte des "Danse sacrale" aus Strawinskys Le Sacre du Printemps.
Angesichts eines fast fünffachen (!) Kaufpreises des Beyerdynamic T1 sind kleine akustische Vorteile durchaus zu erwarten...
Das Terrain der Klaviermusik stellt aufgrund der vorhandenen perkussiven Einschwingvorgänge bei der Klangerzeugung höchste Ansprüche an die Qualität einer elektroakustischen Wiedergabe, insbesondere bei der mehr als üppigen Klangfülle spätromantischer Klavierliteratur. Eine an die technischen Grenzen gehende Herausforderung für jeden guten Kopfhörer ist die von Jewgenij Kissin 2005 eingespielte Sonata reminiscenza op.38/1 seines Landsmanns Nicolai Medtner: von zärtlich hingehauchter pianissimo-Lyrik bis zu grandios aus dem Instrument herausgeschleuderten fortissimo-Akkordkaskaden reicht die dynamische Bandbreite der verstiegenen Klangwelt des Komponisten - auch hier zeigt sich die beeindruckend-souveräne Leistungsfähigkeit der beiden Kopfhörer, die an keiner Stelle der komplexen Klavierpartitur die Übersicht verlieren.

Zum Thema Hörerlebnis scheint mir noch folgende Überlegung für den Bereich des Klassik-Genres erwähnenswert: für eine allseits erwünschte Intensivierung des Hörelebnisses wird der Anteil der Klangqualität einer Aufnahme in Relation zum Anteil der Interpretationsqualität bei weitem überschätzt. Der echte Klassikliebhaber, der zugleich Kenner und somit auch Aktiv-Hörer ist, interessiert sich nach meinen Erfahrungen sehr viel mehr für die eigentliche Quelle eines emotionalen Höhenflugs: es ist die engagierte und tiefgründig auslotende Interpretation im Dienst einer kompositorischen Idee und keineswegs eine technisch perfekte Klangqualität, wobei im seltenen Idealfall beide Bereiche aufeinandertreffen können.
Ein Beispiel liefert eine Aufnahme des Klavierpréludes op.23 Nr.5 'Alla marcia' von Sergei Rachmaninoff: die eher schmale musikalisch-kompositorische Substanz des Stückes fordert jeden Pianisten zu einer interpretatorischen Gratwanderung zwischen übersteigertem Parforceritt und melancholischem Absturz im Mittelteil.
Die wohl überzeugendste Referenz-Interpretation dieses im wahrsten Wortsinne leider ziemlich 'abgedroschenen' Stücks stammt aus dem Jahr 1960 und ist in sowjetischen Tonstudios entstanden - klangtechnisch meilenweit entfernt vom heute üblichen Aufnahmestandard. Am Flügel saß Svjatoslav Richter - ganz sicher einer der beeindruckendsten und charismatischsten Pianisten des 20. Jahrhunderts, damals im Alter von 45 Jahren auf dem Höhepunkt seines musikalischen und pianistischen Könnens. Mit seiner völlig uneitlen Spielweise, die auch ohne die geringste Andeutung einer theatralischen Geste ein Maximum an Ausdruck evoziert, seiner seither von keinem anderen Pianisten jemals erreichten interpretatorischen Leidenschaft, einem unvergleichlich präzisen und kraftvollen technischen Zugriff auf das rhythmisch prägnante alla marcia-Kopfmotiv des Hauptteils und einer tiefgründig ausgeleuchteten poetischen Intensität und Finesse im Mittelteil des Préludes, entführt er jeden dafür sensibilisierten Zuhörer in eine hypnotisierende Rachmaninoffsche Welt und macht aus der Komposition ein hinreißendes Stück Musik, die ganz weit jenseits der von klangtechnischen Einzelheiten absorbierten Aufmerksamkeit des Hörers liegt...
Völlig losgelöst und nahezu unabhängig von der klanglichen Qualität der Wiedergabe - es genügt durchaus ein monauraler Mindeststandard - entfaltet die faszinierende musikalische Intelligenz von Richters Interpretation schon nach wenigen Takten ihre nachhaltige Wirkung, zieht den Hörer sogartig in ihren Bann und wird so zum eigentlichen Kern des Hörerlebnisses.
Die musikalische Auffassung dieses markanten pianistischen Prüfsteins unter den Händen des chinesischen Pianistenstars Lang Lang bewegt sich dagegen vergleichsweise hart an der Grenze des Lächerlichen - eine perfekte Aufnahme- und Wiedergabetechnik ist hier schlichtweg völlig kontraproduktiv, da sie den geradezu grotesken rhythmischen Zugriff des Pianisten auf das Stück noch unterstreicht...
Übertragen auf die Ebene eines Live-Auftritts: Svjatoslav Richter würde jeden kundigen (!) Hörer mit seiner fulminanten Interpretation des g-moll Préludes auf einem klanglich ziemlich mittelmäßigen koreanischen Samick ® Flügel begeistern, Lang Lang auf einem beneidenswert opulenten Steinway&Sons ® Premium-Instrument hätte hingegen große Probleme, denselben Hörer mit seiner Auffassung des Stückes mitzunehmen...

Zurück zu den Kopfhörern: bei allem Respekt für die klanglichen und sonstigen Qualitäten des Beyerdynamic T1 - in der Klangqualität ist ihm der AKG K-701/702 ganz, ganz dicht auf den Fersen, in den beiden für echte Kopfhörerfans so wichtigen Disziplinen Preis/Qualitätsrelation aber auch Tragekomfort - man muss es einfach so sagen - lässt der elektroakustische Volltreffer im Klassik-Genre aus Österreich eigentlich jeden (!) aktuell erhältlichen Kopfhörer aus dem 1000€ - Premiumsegment ganz souverän hinter sich. Für den geforderten Preis bekommt man immerhin fast einen kleinen, aber ganz besonders feinen, vorbildlich neutralen, aktiven (!) RL-906 Zweiweg-Regiemonitor des sächsischen Spezialisten Musikelectronic-Geithain...
Der Preis eines K-701 von mittlerweile unter 200€ ist ein von AKG völlig unantastbar gesetzter Maßstab für exzellente und faire Preiswürdigkeit in der Kopfhörer-Oberklasse, AKG vertraut somit eher auf hohe Stückzahlen als auf völlig überzogene Preisgestaltung - sogar ein Echtleder-Kopfband ist hier im Preis inbegriffen. Beim US-amerikanischen Boliden Audez'e LCD-2 bekommt man für den Preis eines K701 gerade mal ein Leder-Kopfband mit 'Treibergabel' und ein sogenanntes 'Travel-Case'....
Die häufig zu lesende bzw. zu hörende Behauptung, daß der K701 im unteren Frequenzbereich 'unterbesetzt' ist, kann ich so nicht akzeptieren, sie trifft einfach für mich nicht zu - Zweiflern empfehle ich ein ausführliches (!) Hörstudium der 'State of the art'- Aufnahme der Symphonie Concertante für Orgel und Orchester des belgischen Komponisten Joseph Jongen (1873-1953) mit dem US-amerikanischen Organisten Michael Murray und den San Francisco Sinfonikern unter Edo de Waart. Murray spielt den Solopart auf der spektakulären Orgel der Davies Symphony-Hall in San Francisco, 1984 gebaut von Fratelli Ruffatti, den bekannten Orgelbau-Brüdern aus dem italienischen Padua. Die Orgel gehört mit ihren 147 Registern auf 5 Manualen und einem abgrundtief besetzten Pedal (3x32' / 3x16' / 8x16'-Transmissionen) zu den großen Konzerthallen-Orgeln und ist mit ihrem grenzenlosen Klangfarbenreichtum, ihrer gigantischen Dynamik und einem maßvollen Anteil von indirekten Schallanteilen - nicht zu vergleichen mit sekundenlangen Nachhalleffekten von imperialen Riesenorgeln in Kathedralen - eine gnadenlose Herausforderung für jeden Frequenzbereich von seriös konzipierten Kopfhörern...
Sämtliche qualitativ in etwa vergleichbaren elektrodynamischen Konkurrenten des K701/K702 - davon gibt nicht allzu viele - kosten immerhin mindestens das fünffache, der Edition 10 von Ultrasone ® und der Audez'e ® LCD3 sogar das zehnfache..., was sicher für die zahlreich vorhandenen 'Neider' ein gewichtiger Grund ist, mit erhobenem pädagogischen Zeigefinger und Hinweisen auf langjährige Hörpraxis das berühmte aktuelle AKG-Flaggschiff (der K702 verwendet die gleichen Treibersysteme...) kleinzureden und vom Premium-Segment per 'päpstlichem Dekret' in die Mittelmäßigkeit zu verbannen - ein 'Bolide' ist der K701 sicher nicht, grobkörnige 'Boliden' sind in der feinen Kopfhörer-Oberklasse eher unerwünscht und haben hier partout nichts verloren, aus meiner Sicht ist er ein gekonnt austarierter subtiler und souveräner Schallwandler für den verwöhnten Klassikhörer, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Derartig brilliantes und kenntnisreiches Kopfhörer-KnowHow, zudem noch ohne die sonst übliche Serienstreuung (meine drei K701 sind klanglich völlig identisch...) für relativ geringen finanziellen Einsatz gibt es derzeit nur bei AKG und sonst leider nirgends...
Die wesentlich teurere Konkurrenz wie z.B. der geschlossene DENON AH-D7000 (mit seinen 25Ohm Treiberimpedanzen für OTL-Verstärker eher ungeeignet...) oder der erwähnte Edition 10 von Ultrasone punktet natürlich mit einer gesteigerten luxuriösen 'Anfassqualität', bewegt sich aber aus meiner Sicht klanglich keineswegs in einer dafür angemessenen (!) eindeutig überlegenen Region, sondern lediglich in einem von Geschmacksnuancen geprägten Bereich von Hörpräferenzen und Höraversionen - ausgenommen die oben erwähnte, eindeutig registrierbare Hochpegelüberlegenheit des Beyerdynamic T1.
Im HighEnd-Prestige- bzw. Lifestylefaktor zieht der seit 6 Jahren sehr erfolgreich im Markt agierende Österreicher selbstverständlich den Kürzeren - dafür fehlt ihm ganz einfach das dafür unabdingbar notwendige extrem hohe Preisniveau.
Für den weniger technikverliebten, echten (!) und passionierten Musikhörer mit einem eindeutigen Schwerpunkt im Bereich der Musik sind diese beiden Kriterien aber ohnehin völlig unerheblich...

Das Zusammenwirken der beiden für meine Hörgewohnheiten optimalen Kopfhörer T1 bzw. K701 mit dem Audicula-II auf den Punkt gebracht:

CAUTION, be prepared to have your socks knocked off !!

Das eben Gesagte gilt natürlich ausschließlich für das Hören von verlustfreien Formaten, MP3 bzw. MP4-Player sind völlig ungeeignete Partner für eine hochwertige Verstärker / Kopfhörerkombination - um einen Vergleich mit der analogen Schwarzweiß-Fotografie zu bemühen: aus einem technisch unsauberen Negativ lässt sich schlicht und ergreifend kein technisch optimales fotografisches Bild erzeugen...
Mechatronik-Einschaltmodul mit Togglerelais
Eines der Module des Audicula-II Netzteils mit Toggle-Relaisvariante: die Platine der Mechatronik für das Einschaltrelais und die dazugehörige Stromversorgung mit Modultrafo.

Die mikroskopisch-analytische Détailauflösung der Kopfhörerwiedergabe deckt alle im Normalfall nahezu unhörbaren Kompressionsartefakte auf und zerrt sie schonungslos auf die akustische Bühne, wo sie ihr Störpotential voll entfalten können.

Besonders gut eignet sich die Kombination auch als ein souveränes akustisches Werkzeug, das ohne den unzulänglichen 'Lautsprecher-Flaschenhals' die völlige [!!] (alles andere ist Wunschdenken...) Wirkungslosigkeit von gnadenlos teurem High-End Voodoo-Zubehör (frei nach dem Motto "die Magie des goldenen Kabelklangs", "der subtile Feinsinn eines Akku-Speiseteils" oder auch "die einzigartige akustische Feinauflösung einer vergoldeten Feinsicherung"...) mit 'kriminalistischem Spürsinn' aufzeigt - aber Vorsicht: Voraussetzung dafür sind beim Hörer unbestechliche, musikalisch entsprechend trainierte Ohren, die sich vorurteilsfrei und ohne eine 'Marketing-Konditionierung' darauf einlassen können.
Dann verlieren auch die inflationär mit physikalisch-akustischem Fachvokabular aufgeblasenen, raffiniert-suggestiv-verwirrend, aber auch bewusst poetisch-visionär formulierten Werbetexte diverser Hersteller sowie Testberichte selbsternannter HiFi-Profis mit 'genialen Hörleistungen' ihre Wirkung und zerplatzen plötzlich wie eine schillernde Seifenblase zu nichtssagender Seifenlauge...
Innenansicht des Audicula-II Netzteilmoduls
Gedrängter Aufbau des Netzteilmoduls AUDICULA-II - die Einschalt- und Röhrenheizungselektronik schützt die beiden störspannungsempfindlichen Platinen für die Aufbereitung der Anodenspannung vor dem Streufeld der Transformatoren.

Es leuchtet ein, daß in einer hochwertigen Kopfhörer-Abhöranlage primär der akustische Schallwandler und sekundär sein elektronischer Antrieb über das erreichbare Qualiätsniveau entscheidet - wenn beides günstig zusammenkommt gibt es leider auch einen unbestreitbaren Wermutstropfen derartig erhellender Klangpräzision, der nicht verschwiegen werden darf: der AUDICULA-II - vorausgesetzt er wird mit einem leistungsfähigen (!) Kopfhörer mit analytischen Fähigkeiten betrieben - stellt allerhöchste Ansprüche an die audiotechnische Qualität einer Musikkonserve. Es müssen keineswegs die einer reinen Marketing-Idee entsprungenen XRCDs oder SACDs sein - jede sorgfältig aufgenommene reguläre CD, deren Aufnahmeteam das vorhandene technische Potential optimal zu nützen weiß, klingt ebenso gut.
Jedoch wird wirklich jeder noch so winzige akustische 'Fehltritt' der Aufnahmeleitung, die kleinste technische Unzulänglichkeit des Aufnahme-Equipments, ohne Gnade enttarnt und so mancher heißgeliebte, vermeintliche CD-Hochkaräter einer kompetent über viele Jahre zusammengestellten CD-Sammlung gerät zum klangtechnischen Rohrkrepierer - eine grottenschlecht aufgenommene Aufnahme klingt eben auch grottenschlecht. Zum Ausgleich dafür klingt eine klangtechnisch hervorragende Produktion eben auch exzellent !
Der altehrwürdige analoge Tonträger Vinylschallplatte ist aus diesen Gründen - bei aller Liebe zum Retro-Audio - aufgrund seiner technisch bedingten Dynamik von maximal ca. 40 dB (die CD bringt systemimmanent ca. 90 dB...) und anderer Unzulänglichkeiten völlig ungeeignet - auch bei extremstem Geräteaufwand und feinster Justage von Laufwerk, Tonarm und Abtastsystem lassen sich die typischen Vinylplatten-Störspannungen von Rumpelgeräuschen, Oberflächenrauschen und Knackimpulsen leider nicht vermeiden...die ehemals wirkungsvolle, aber berüchtigte 'Nassabtastung' ist auch keine Lösung...

enigma-line Audicula II mit Togglerelais-Netzteil
Ebenfalls Dream-Team: Aktueller AUDICULA- II mit AKG K701

Im Gegensatz zu manchen anderen Röhren-Kopfhörerverstärkern der teuren High-End Oberklasse ist der AUDICULA-II bei der Verwendung von Kopfhörern mit einem Schalldruckpegel SPL (Sound Pressure Level) bis ca. 105dB/V bzw. 92dB/mW hörbar frei von den bei einem netzgespeisten KHV üblichen Störspannungen wie Restbrumm und Rauschen, deren unvermeidliche Anteile unter die Hörschwelle abgesenkt wurden, was u.a. mit dem verwendeten 'straight-wiring' zusammenhängt: die Eingänge der Versorgungsspannungen von Netzteilmodul und Verstärkermodul sind jeweils hinten plaziert, beide Ausgänge (Gleichspannungsausgang und Nutzsignalausgang) jeweils vorne.

Zudem trägt ein sorgfältig getestetes, ausgeklügeltes internes Verdrahtungskonzept sowie das aus regulärem HF-Koaxialkabel (!) und hochwertigen Neutrik-Cinchsteckern gefertigte Quellen-Verbindungskabel mit seinem konkurrenzlos niedrigen Preis und seiner ebenso niedrigen Eigenkapazität (55pF pro Meter...) einen gewichtigen Teil dazu bei - eigentlich schon ein aufwändig gefertigtes, edles kleines elektroakustisches 'Glanzstück' sowohl für den Fan von Top-Kopfhörern als auch für den Liebhaber ästhetisch ansprechender, 'kunsthandwerklich' hergestellter HiFi-Objekte, aber besonders geeignet als Droge für den leidenschaftlichen Musikliebhaber auf seinen akustischen Reisen in tiefgründige Hörerlebnisse...(angesichts der zahllosen HighEnd-Kopfhörerverstärker des Marktes ist selbstbewußtes Eigenlob manchmal durchaus angebracht...und außerdem ist das eigene Baby ohnehin immer das 'allerschönste'...).

Aktuell in der Entwicklung ist der AUDICULA-III - ein unverändertes AUDICULA-II Verstärkermodul, das von einem aufwändig überarbeiteten Netzteil mit einer extrem gesiebten Anodenpannung versorgt wird, speziell für den Liebhaber hochwertiger intraauraler HiFi In-Ear-Monitore bzw. auch HiFi Ohrkanalhörer, die aufgrund ihres hohen Wirkungsgrads, ihrer niedrigen Impedanz und der Position der akustischen Systeme direkt im Gehörgang allerhöchste Anforderungen an eine effiziente Ausfilterung von (technisch bedingten...) Restwelligkeiten in der Hochspannung stellen, da sie winzige Spuren davon 'detektivisch' aufspüren und hörbar machen...

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